Malaria-Infektion: Welche Symptome man ernst nehmen sollte

Was Reisende wissen sollten:Malaria: Infektionsrisiko, Symptome und Prophylaxe

von Cornelia Petereit

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Sich mit Malaria anzustecken, ohne in einem Risikogebiet gewesen zu sein, ist äußerst selten. Wie es dazu kommen kann und wann eine Malariaprophylaxe für Reisende sinnvoll ist.

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Nach Infektionen mit Malaria sind zwei Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens gestorben. Vermutet wird, dass sie sich durch eine infizierte Mücke angesteckt haben, die in einem Flugzeug mitreiste.

26.08.2026 | 0:28 min

Zwei Tote und vier weitere, nachweislich Infizierte sind die Bilanz einer sogenannten Flughafenmalaria in Frankfurt. Dieser Infektionsweg über eingeschleppte Mücken und ohne Reise in ein Risikogebiet ist äußerst selten und besonders gefährlich, da so Malaria oft zu spät erkannt wird.

Arzt und Medizinjournalist Christoph Specht ordnet die Geschehnisse ein und erläutert, wie man sich vor der meist lebensbedrohlich verlaufenden Krankheit schützen kann.

Infektion am Flughafen: Was hinter den Malariafällen steckt

Bei der Flughafenmalaria handelt es sich laut Specht nicht um eine besondere Form der Krankheit. Es sei eine klassische Infektion - "ungewöhnlich ist nur der Ort der Übertragung, der Flughafen Frankfurt", erklärt der Tropenmediziner.

Auch das Robert Koch-Institut geht im aktuellen Fall von Flughafenmalaria aus. Für Flugzeuge aus Malariaverbreitungsgebieten schreibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Behandlung mit zugelassenen Insektiziden vor. Damit soll verhindert werden, dass krankheitsübertragende Mücken überhaupt eingeschleppt werden.

Symbolbild:  Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens zeigt ein Fläschchen mit dem Malaria-Impfstoff R21/Matrix-M, bevor sie ihn einem Kind im umfassenden Gesundheitszentrum in Agudama-Epie verabreicht.

Die Impfstoffallianz "Gavi" meldet weniger schwere Malariafälle in Afrika. Es fehle jedoch durch die Kürzungen der Entwicklungshilfe an Geld, um die Erfolge zu sichern, warnt die WHO.

24.04.2026 | 0:27 min

Wie wahrscheinlich die Malariaverbreitung in Deutschland ist

Die Gefahr einer Ausbreitung sieht Specht derzeit nicht.

Auch bei dem heißen Sommer 2026 sind die Bedingungen für eine Ausbreitung von Malaria in Deutschland nicht gegeben.

Dr. Christoph Specht, Arzt und Medizinjournalist

Er betont, dass bislang die Voraussetzungen für eine dauerhaft stabile Erregerpopulation, wie beispielsweise konstante Temperaturen über 20 Grad Celsius, fehlen.

Malaria nach der Reise: Diese Symptome sind Warnsignale

Wer aus einer Region mit Malaria zurückkehrt und unter unspezifischen Beschwerden leidet, dem empfiehlt Specht sofort einen Arzt aufzusuchen. Magen-Darm-Probleme, Abgeschlagenheit oder Symptome eines grippalen Infekts könnten auf eine Infektion hinweisen. Daher sollten grippeähnliche Symptome nach einem Tropenaufenthalt immer abgekärt werden, um eine Malaria-Infektion auszuschließen, rät der Mediziner.

Symbolbild: Mutter mit ihrem Kind unter Moskitonetz

Rund 600.000 Menschen starben 2024 an Malaria. Die Weltgesundheitsorganisation WHO registrierte 2024 einen Anstieg der Fallzahlen. Besonders Afrika ist betroffen.

04.12.2025 | 0:43 min

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel sieben bis 14 Tage, doch auch Wochen nach der Infektion können noch Beschwerden auftreten. Erschwerend komme hinzu, dass der Stich eines mit Malaria infizierten Insekts nicht von einem "stinknormalen Mückenstich" zu unterscheiden sei.

Unbehandelt, zu spät oder mit den falschen Medikamenten versorgt, verlaufe Malaria meist tödlich, so Specht. Laut WHO gab es im Jahr 2024 mehr als 600.000 Todesfälle, mehr als 90 Prozent davon in Afrika.

Malaria kommt laut Auswärtigem Amt in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Asiens und Süd- sowie Zentralamerikas vor. Da eine Infektion mit Malaria lebensbedrohlich sein kann, wird die Beratung bei Reisemedizinern oder Tropeninstituten auch für kurze Aufenthalte empfohlen.

Welche Form der Vorbeugung sinnvoll ist, lässt sich allgemein nicht sagen, da das individuelle Erkrankungsrisiko unter anderem von der Jahreszeit in der Reiseregion, der aktuellen Verbreitung und möglichen Resistenzen der Erreger gegen Malaria-Medikamente abhängig ist.

Quelle: Auswärtiges Amt


So können sich Reisende vor Malaria schützen

Einfachster Schutz vor einer Malariainfektion ist, einen Insektenstich zu vermeiden. Dabei hilft das Tragen langer, heller und imprägnierter Kleidung. Unbedeckte Haut sollte mit geeigneten Repellentien eingerieben werden, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin. Christoph Specht rät vor einer Reise in eine Malariaregion auf jeden Fall dazu, sich frühzeitig reisemedizinisch beraten zu lassen.

Tropen- und Reisemediziner können sagen, welche Erreger es aktuell in der Reiseregion gibt.

Dr. Christoph Specht, Arzt und Medizinjournalist

Eine einfache Fachberatung kostet in der Regel um die 20 bis 30 Euro. Sie liefert erste Informationen, ob und welche Art der Malariaprophylaxe nötig ist, erklärt Specht. Der Tropenmediziner empfiehlt eine Prophylaxe immer dann, wenn die Reise in ländliche Regionen führt und in die Nähe von Tieren: "Dabei ist es egal, ob es sich um Wildtiere, beispielsweise auf einer Safari, oder um Vieh handelt."

Mücke

Kühlen, Mückenstich-Gel oder Hitzestift: Eine Hausärztin erklärt, was den Juckreiz lindert. Sie zeigt, welche Anzeichen für eine Infektion sprechen und wie Kleidung und Mückensprays schützen.

20.08.2026 | 2:31 min

Malariavorsorge: Bei Krankenkasse Zuschüsse erfragen

Bei privaten Aufenthalten in Risikogebieten übernehmen Krankenkassen die Kosten für Malariaprophylaxe oder reisemedizinische Beratung nicht zwangsläufig.


Oft gibt es aber einen Zuschuss für Reise- oder Schutzimpfungen sowie bestimmte Malaria-Schutzmittel. Medizinjournalist Christoph Specht rät dazu, sich bei der jeweiligen Krankenkasse zu informieren und im Zweifel einen Antrag auf Kostenbeteiligung zu stellen. Bei dienstlichen Reisen zahlt häufig der Arbeitgeber.

Cornelia Petereit ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Zwei Tote nach Malaria-Infektion" am 26.08.2026 um 18:54 Uhr.

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