Zwei Frankfurter Mitarbeiter gestorben:Malaria-Infektion am Flughafen: Was heißt das für Reisende?
Nach Infektionen mit Malaria am Flughafen von Frankfurt am Main sind zwei Menschen gestorben. Die Mücke kam vermutlich über ein Flugzeug. Wie groß sind dabei Infektionsrisiken?
Nach Infektionen mit Malaria sind zwei Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens gestorben. Vermutet wird, dass sie sich durch eine infizierte Mücke angesteckt haben, die in einem Flugzeug mitreiste.
26.08.2026 | 0:28 min
Sie waren wohl nicht im Urlaub, sondern an ihrem Arbeitsplatz: Zwei Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens haben sich mit Malaria infiziert und sind gestorben. Ursache der Infektion sollen importierte Mücken sein. Was heißt das für Reisende und Beschäftigte von Flughäfen?
Was genau ist in Frankfurt passiert?
Im Juli erkrankten nach Angaben des Frankfurter Gesundheitsamtes sechs Flughafen-Beschäftigte an der gefährlichsten Malaria-Variante, Malaria tropica. Einer von ihnen starb, die Malaria-Infektion wurde demnach aber erst nach seinem Tod festgestellt. Den vier weiteren gehe es inzwischen wieder gut.
Laut dem Gesundheitsamt kam es dann im August zu einem weiteren Todesfall durch Malaria tropica. Auch in diesem Fall habe es sich um einen Menschen gehandelt, der am Flughafen gearbeitet habe.
"Die betroffenen Personen erkrankten zwischen dem 4. und 6. Juli 2026", schrieb das Robert Koch-Institut (RKI) Mitte Juli in seinem "Epidemiologischen Bulletin" zu den ersten vier Fällen.
Es wird davon ausgegangen, dass die Infektion durch eine mit dem Flugzeug importierte infizierte Anophelesmücke übertragen wurde.
Robert Koch-Institut
Ein Teil der Infizierten war nach Angaben des Frankfurter Uniklinikums zwischenzeitlich dort behandelt worden.
Die Impfstoffallianz "Gavi" meldet weniger schwere Malariafälle in Afrika. Es fehle jedoch durch die Kürzungen der Entwicklungs-Hilfe an Geld, um die Erfolge zu sichern, warnt die WHO.
24.04.2026 | 0:27 minWas hat es mit der "Flughafen-Malaria" auf sich?
Die laut RKI "sehr seltene" Flughafen-Malaria entstehe, wenn eine infektiöse Mücke im Flugzeug oder Gepäck importiert werde. Die Infektion erfolge dann im Flugzeug, im Flughafen oder in unmittelbarer Umgebung. Auch der Infektiologe Christoph Stephan von der Frankfurter Uniklinik spricht von einem "sehr sehr seltenen Ereignis".
Malaria wird durch parasitäre Einzeller verursacht, die vor allem durch Mücken übertragen werden. Reisende aus Deutschland infizieren sich weit überwiegend in tropischen und subtropischen Ländern. Die schwerste Form, Malaria tropica, kann bei fehlender oder zu spät erfolgter Behandlung tödlich verlaufen. Malaria tropica ist laut Berhnhard-Nocht-Institut für über 95 Prozent der Todesfälle durch Malaria weltweit verantwortlich.
Todesfälle hierzulande kommen nach RKI-Angaben immer wieder vor, weil nicht an diese Diagnose gedacht werde. Malaria beginne mit uncharakteristischen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeinem Krankheitsgefühl. "Häufig werden solche Anzeichen daher als grippaler Infekt oder Magen-Darm-Infektion fehlinterpretiert".
Laut RKI wurde der bundesweit letzte Fall einer Flughafen-Malaria im Jahr 2023 am Frankfurter Flughafen dokumentiert. Jeder, der früh mit Malaria diagnostiziert werde, werde eigentlich wieder gesund, sagt Michael Ramharter vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenkrankheiten. Ein mögliches Problem bei der Flughafen-Malaria sei aber, "dass man nicht so schnell daran denkt":
Je länger es dauert, bis es zur Diagnose kommt, desto gefährlicher wird es.
Michael Ramharter, Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenkrankheiten
Die Flughafen-Malaria sei "besonders tückisch", sagt auch Stephan, denn die Infizierten seien vorher nicht im Ausland gewesen.
Müssen sich Reisende Sorgen machen?
"Das ist natürlich ein äußerst seltener Übertragungsweg", erklärte der Fraport-Sprecher zur Flughafen-Malaria. "Das sind ja Mücken, die im Gepäck oder im Frachtraum mitgeflogen sind." Die Öffnungen zum Frachtraum seien besonders groß, heißt es zur Begründung. Insgesamt sei das Risiko für Flugreisende als gering einzuschätzen.
Rund 600.000 Menschen starben 2024 an Malaria. Die Weltgesundheitsorganisation WHO registrierte 2024 einen Anstieg der Fallzahlen. Besonders Afrika ist betroffen.
04.12.2025 | 0:43 minWie geht der Flughafen Frankfurt mit Malaria-Fällen um?
Ein Fraport-Sprecher teilte auf Anfrage mit: "Wir haben, als wir von den Fällen erfahren haben, über unsere internen Kanäle unsere Mitarbeitenden informiert." Es sei dafür sensibilisiert worden, bei Krankheitssymptomen zum Arzt zu gehen und auch darauf hinzuweisen, dass man am Flughafen arbeite.
Zudem seien auch alle sogenannten Flughafen-Ausweisträger informiert worden - dazu zählen neben den Fraport-Beschäftigten auch etwa Mitarbeiter von Airlines oder der Polizei. Ferner seien am Flughafen Mückenfallen aufgestellt und auch Mücken gefangen worden, sagte der Sprecher. Diese würden in einem Labor untersucht.
Wie häufig kommt Malaria in Deutschland vor?
In Malaria-Endemiegebieten erkranken laut RKI schätzungsweise 200 Millionen Menschen pro Jahr. Weltweit sterben demnach jährlich etwa 600.000 Menschen an der Krankheit, etwa drei Viertel davon Kinder unter fünf Jahren. "Malaria wird überwiegend in Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas erworben", hieß es. Afrika sei mit etwa 90 der Fälle am stärksten betroffen.
In Deutschland wurden laut RKI 2024 insgesamt 934 Fälle von Malaria gemeldet, darunter vier Todesfälle. Alle Todesopfer - drei Männer und eine Frau - waren an Malaria tropica erkrankt und hatten sich in Afrika infiziert.
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