Gürtelrose behandeln und Spätfolgen vermeiden

Ausschlag und Bläschen auf der Haut:Schmerzhafte Gürtelrose - Erkennen, behandeln, vorbeugen

von Olaf Schwabe

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Wer eine Windpockeninfektion durchgemacht hat, kann später an einer Gürtelrose erkranken. Was gegen die akute schmerzhafte Entzündung hilft und wie man Spätfolgen vermeiden kann.

Bei einer Gürtelrose haben sich kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen auf geröteter Haut gebildet.

Gürtelrose ist eine schmerzhafte Krankheit, die bei manchen Menschen schwere Verläufe nehmen kann. Worauf es bei der Behandlung ankommt.

27.08.2026 | 5:13 min

Eine Gürtelrose (Herpes Zoster) kann nur bekommen, wer Windpocken hatte. Auslöser ist das Varizella Zoster Virus. Die Viren verbleiben nach einer Windpockeninfektion lebenslang im Körper. Dort nisten sie sich in den Nervenzellen ein. Laut Robert Koch Institut (RKI) sind in Deutschland jährlich mehr als 300.000 Menschen von einer Gürtelrose betroffen.

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Reaktivierung des Virus führt zu Gürtelrose

Kommt es zu einer Schwächung des Immunsystems, kann das Virus reaktiviert werden. Die Zahl der Virusträger sei enorm, da vor allem in der Babyboomer-Generation viele im Kindesalter an Windpocken erkrankten, erklärt Julia Welzel, Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Augsburg.

Die Impfung gegen Windpocken gab es damals noch nicht.

Prof. Dr. Julia Welzel, Dermatologin

Betroffen seien daher vor allem Personen ab dem 50. Lebensjahr. Aber auch jüngere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können an einer Gürtelrose erkranken, so die Hautärztin.

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Typische Symptome der Gürtelrose

Eine Gürtelrose beginnt oft mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Da es sich um eine Nervenentzündung handelt, ist die Erkrankung meist extrem schmerzhaft.

Nach etwa zwei Tagen bilden sich rote erhabene Flecken in der Hautregion, die von den entzündeten Nerven versorgt wird. Kurz darauf entwickeln sich dann mit Flüssigkeit und Viren gefüllte Bläschen.

Menschen, die noch keine Windpocken hatten, können sich über das Sekret mit Windpocken infizieren und erkranken. Erwachsene sind dann meist von der Infektion schwerer betroffen.

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Dauer und Krankheitsverlauf einer Gürtelrose

Die Erkrankung hält etwa zehn Tage an. In dieser Zeit trocknen die Bläschen aus, verkrusten und heilen ab. Sind alle Bläschen auf der Haut ausgetrocknet, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.

Vor allem bei Älteren und Menschen mit einer Immunschwäche kann sich der Heilungsprozess über Wochen bis Monate hinziehen, sagt Julia Welzel.

Bei Verdacht auf Gürtelrose sollte man zügig ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Prof. Dr. Julia Welzel, Universitätsklinikum Augsburg

Neben schweren Verläufen bestehe ein erhöhtes Risiko für Komplikationen, bei denen eine Gürtelrose auch gefährlich werden könne, erklärt die Dermatologin.

Problematische Regionen bei der Gürtelrose sind vor allem das Gesicht und der Kopf. Hier kann eine Infektion schwere Komplikationen nach sich ziehen, etwa wenn sie auf das Auge übergeht oder wenn Hör- oder Gesichtsnerven betroffen sind. Zu einer Gehirnentzündung, einer sogenannten Enzephalitis, kommt es nur selten. Sie kann schlimmstenfalls tödlich verlaufen.


Post Zoster Neuralgie: Eine vermeidbare Komplikation

Bei etwa jedem dritten bis zehnten Betroffenen entwickelt sich eine sogenannte Post-Zoster-Neuralgie. Dabei kommt es zu bleibenden Nervenschmerzen. Ursache dafür sei, dass Schmerzen nicht ausreichend oder zu spät mit Schmerzmitteln behandelt würden, sagt Welzel.

Das ist eine Art Phantomschmerz, der ein Leben lang andauern kann und das Leben massiv beeinträchtigt.

Prof. Dr. Julia Welzel, Dermatologin

Deswegen sei die Behandlung der akuten Schmerzen ebenso wichtig, wie die Behandlung der Nervenentzündung, weiß Julia Welzel aus ihrer klinischen Erfahrung.

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Wie eine Gürtelrose behandelt wird

Reichen herkömmliche Mittel zur Schmerzbehandlung nicht aus, werden stärkere, verschreibungspflichtige Medikamente verordnet.

Häufig werden Virostatika eingesetzt, spezielle Medikamente, die die Vermehrung der Viren hemmen. Die Therapie sollte innerhalb der ersten 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags beginnen. Sie kann dann die Heilung beschleunigen und die Dauer der Nervenschmerzen verkürzen.

Zur Behandlung der Bläschen gibt es Lotionen und Puder, die das Austrocknen und den Heilungsprozess beschleunigen sowie den Juckreiz lindern. Wegen der Ansteckungsgefahr sollten die Bläschen nicht aufgekratzt werden. Zudem kann sich die Haut entzünden.

Impfung gegen Gürtelrose

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt allen Personen ab dem 60. Lebensjahr, sich gegen Gürtelrose impfen zu lassen, da mit dem Alter das Immunsystem schwächer wird.

Menschen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko, zum Beispiel Immungeschwächte oder Menschen mit einer chronischen Krankheit, wird bereits ab dem 18. Lebensjahr zur Impfung geraten. In beiden Gruppen kommt es vermehrt zu Komplikationen oder schweren Verläufen, die länger andauern.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 27.08.2026, ab 09:05 Uhr.

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