Hornhauttransplantation: Wem eine künstliche Hornhaut helfen kann

Gespendete oder künstliche Hornhaut:Wie eine Hornhauttransplantation das Sehvermögen erhält

von Corinna Klee

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Jährlich erhalten tausende Menschen eine neue Hornhaut. Wann eine Hornhauttransplantation notwendig wird, wie sie abläuft und wem auch eine künstliche Hornhaut helfen kann.

Eine Patientin ist bei einer Untersuchung zwecks Hornhauttransplantation.

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Die Umwelt wahrnehmen, selbstständig unterwegs sein oder einfach nur ein Buch lesen: Für die meisten Menschen ist Sehen selbstverständlich. Für andere droht all das verloren zu gehen, etwa wenn die Hornhaut im Auge geschädigt ist.

Die Hornhaut ist eine Art Schutzschild. Sie bewahrt das Auge vor äußeren Einflüssen und Verletzungen. Zudem bündelt sie das einfallende Licht - eine Voraussetzung für scharfes Sehen. Trübt sie ein oder vernarbt, wird das Bild unscharf oder verzerrt.

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Was die Hornhaut schädigen kann

Eine Hornhauttrübung kann in jedem Alter auftreten. Ursache dafür können Erkrankungen des Auges sein, zum Beispiel ein Keratokonus, bei dem sich die Hornhaut kegelförmig vorwölbt.

Auch Infektionen, Verletzungen oder Verätzungen können die Hornhaut schädigen. Dann fällt das Sehen zunehmend schwer, erklärt Stefan Mielke, Facharzt für Augenheilkunde am Klinikum Chemnitz. Dies könne sich so verschlechtern, dass auch Brillen oder Kontaktlinsen das Sehen nicht mehr verbessern.

Ist die Hornhaut zu stark geschädigt, kann eine Hornhauttransplantation helfen.

Dr. Stefan Mielke, Augenarzt

Bei der Hornhauttransplantation wird das erkrankte Hornhautgewebe in der Regel durch gesundes Spendergewebe ersetzt.

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Wie eine Hornhauttransplantation funktioniert

Die Hornhaut besteht aus mehreren Schichten. Je nachdem welche Schicht erkrankt ist, wird nur der betroffene Teil ersetzt. In anderen Fällen müssen alle Schichten ausgetauscht werden.

Bei dem Eingriff entfernt der Operateur das erkrankte Gewebe und setzt die Spenderhornhaut passgenau ein. Dies erfolgt meist in Vollnarkose, ist aber auch in örtlicher Betäubung möglich und dauert etwa ein bis zwei Stunden.

Spenderhornhäute stammen von verstorbenen Menschen, die einer Gewebespende zugestimmt haben. Vor der Transplantation wird das Gewebe in einer Hornhautbank sorgfältig untersucht und aufbereitet. In Deutschland gibt es einen Mangel an Spenderhornhäuten, sodass manche Patienten längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen - teils bis zu einem Jahr.


Welche Risiken auftreten können

Die Hornhauttransplantation zählt zu den erfolgreichsten Gewebetransplantationen. Wie bei jeder Operation können jedoch Infektionen, Blutungen oder Wundheilungsstörungen auftreten.

Im Vergleich zu anderen Organtransplantationen wird eine Spenderhornhaut selten abgestoßen. Da die Hornhaut keine eigenen Blutgefäße besitzt, ist sie vom Immunsystem weitgehend abgeschirmt. Sie wird über den Tränenfilm, das Kammerwasser und die Blutgefäße am Hornhautrand mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Nach einer Hornhauttransplantation dauert es oft mehrere Monate, bis sich das Sehen verbessert.

Dr. Stefan Mielke, Klinikum Chemnitz

Regelmäßige Nachkontrollen helfen, Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

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Hornhauttransplantation und Sehvermögen

Viele Patienten können nach der Operation wieder gut sehen. Wie gut sich das Sehvermögen entwickelt, hängt jedoch auch von der Grunderkrankung ab und davon, ob andere Teile des Auges geschädigt sind.

Bis sich die endgültige Sehschärfe einstellt, können mehrere Monate vergehen. Die transplantierte Hornhaut muss zunächst einheilen und sich stabilisieren. Erst dann lässt sich beurteilen, wie gut Betroffene endgültig sehen werden.

Ein Mann beim Augenarzt bei Augendiagnostik.

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Wann eine künstliche Hornhaut eingesetzt wird

In bestimmten Fällen kann eine künstliche Hornhaut, eine Keratoprothese, eingesetzt werden. Sie besteht aus einem speziellen Kunststoff und kann die natürliche Hornhaut ganz oder teilweise ersetzen. Der Eingriff ist hoch spezialisiert und wird nur an wenigen Zentren in Deutschland durchgeführt.

Eine künstliche Hornhaut kommt für Patienten infrage, bei denen eine herkömmliche Hornhauttransplantation kaum noch Erfolg verspricht.

Dr. Stefan Mielke, Facharzt für Augenheilkunde

Gründe können mehrfache Voroperationen, Verwachsungen oder wiederholtes Transplantatversagen sein. Die künstliche Hornhaut sei deshalb keine Standardtherapie, sondern eine Lösung für besonders schwierige Fälle, erklärt der Augenexperte.

Eine Spenderhornhaut wächst in das umliegende Gewebe ein und kann über viele Jahre stabil funktionieren. Allerdings besteht ein geringes Abstoßungsrisiko. Eine künstliche Hornhaut wird industriell hergestellt. Sie ist daher jederzeit verfügbar. Das Transplantat wird nicht abgestoßen. Es verwächst jedoch nicht mit dem Gewebe, sondern vernarbt im Auge. Das sorgt für Stabilität, kann aber die Sehqualität einschränken. Ob Spenderhornhaut oder künstliche Hornhaut: In beiden Fällen sind regelmäßige Kontrollen der Augen erforderlich.


Junge wird mit einem Licht bei einer Untersuchung ins Auge geleuchtet.

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Welche Methode wann geeignet ist

Für die meisten Patienten, die eine Hornhauttransplantation benötigen, ist eine Spenderhornhaut die erste Wahl. Sie bietet in der Regel die besseren Langzeitergebnisse bezüglich der Sehqualität. Die künstliche Hornhaut ist eine wichtige Alternative für Menschen, bei denen eine herkömmliche Hornhauttransplantation nicht möglich ist.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 24.07.2026, ab 09:05 Uhr.

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