MRT, CT, Röntgen: Was bildgebende Verfahren sichtbar machen

Bildgebende Verfahren in der Medizin:Röntgen, CT und MRT: Das sind die Unterschiede

von Tom Khazaleh

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Röntgen, Computer- und Magnetresonanztomografie sind für den Blick ins Körperinnere heute unentbehrlich. Wie die einzelnen Verfahren funktionieren und wann sie eingesetzt werden.

Mann in einer MRT-Maschiene

Röntgenaufnahmen gehören zur medizinischen Routine. Doch wann ist eine CT‑Untersuchung nötig, wann eine MRT und wie hoch ist die Strahlenbelastung? Was man wissen sollte.

16.07.2026 | 5:09 min

Man kennt es vom Zahnarztbesuch, der Untersuchung des Brustkorbs oder bei Verdacht auf einen Knochenbruch: Ein Röntgenbild kann sichtbar machen, was sonst verborgen bliebe. Mit der Entdeckung der Röntgenstrahlen 1895 revolutionierte Wilhelm Conrad Röntgen die medizinische Diagnostik.

Allein in Deutschland werden heute pro Jahr bis zu 130 Millionen Röntgenbilder angefertigt. Was die Dosis der Röntgenstrahlen angeht, hat sich einiges getan, erklärt Thorsten Bley, Direktor des Instituts für Radiologie am Universitätsklinikum Würzburg.

Mit der modernen Röntgentechnik haben wir heute eine viel geringere Dosis als es vor 15 oder 20 Jahren der Fall war.

Prof. Thorsten Bley, Radiologe

Zusätzlich könne man den untersuchten Bereich maximal eingrenzen und die Strahlung so kurz wie nur möglich einsetzen, so Bley.


Wie belastend ist konventionelles Röntgen?

Da Röntgenstrahlen sehr energiereich sind, können sie das Erbgut schädigen. Der Körper ist jedoch meist in der Lage, dies zu reparieren. Nur bei hoher und zu häufiger Strahlenbelastung kann sich das Krebsrisiko erhöhen.

Röntgenaufnahme eines Gehirns

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Beim konventionellen Röntgen ist die Dosis sehr gering. Sie entspricht einem Bruchteil von dem, was man jährlich an natürlicher Strahlung aufnimmt. Auch bei einer Flugreise sei man einer Strahlungsbelastung ausgesetzt, erklärt Bley.

Ein normales Röntgen des Brustkorbs kann man vergleichen mit einem Interkontinentalflug.

Prof. Thorsten Bley, Radiologe

Das entspricht der Dosis, die man an zehn Tagen auf der Erde an natürlicher Strahlung aufnimmt.

Röntgenstrahlen sind elektromagnetische Wellen mit besonders hoher Energie. Schickt man sie durch den Körper, werden sie je nach Beschaffenheit des Gewebes unterschiedlich stark absorbiert oder durchgelassen. Dichte Strukturen wie Knochen oder Tumore absorbieren viel Strahlung, weicheres Gewebe wie Muskeln oder Organe lassen einen großen Teil der Strahlung durch.

Hinter dem Körper befindet sich ein Detektor, der die ankommenden Strahlen misst und daraus ein zweidimensionales Bild erzeugt. Dabei erscheinen dichte Strukturen wie Knochen hell. Weniger dichtes, weiches Gewebe wie Muskulatur erscheint grau. Auf konventionellen Röntgenbildern lassen sich also Brüche oder eine entzündete Lunge deutlich erkennen.


Computertomografie: Mehr Präzision, mehr Strahlung

Bei einer Computertomografie (CT) werden in einer rotierenden Röntgenröhre dreidimensionale Bilder erzeugt. Sie wird vor allem dann durchgeführt, wenn Bilder schnell benötigt werden, etwa um innere Blutungen oder Organschäden zu erkennen. Auch zur Abklärung eines Schlaganfalls oder in der Krebsdiagnostik wird das Verfahren eingesetzt.

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CT-Bilder sind sehr präzise. Darauf lassen sich etwa Tumore oder Blutgerinnsel (Thrombosen) entdecken, die beim konventionellen Röntgen nicht zu sehen sind. Allerdings ist für die Untersuchung eine vielfach höhere Strahlendosis erforderlich als beim konventionellen Röntgen. Nutzen und Risiko müssten daher immer abgewogen werden, sagt Bley.

Vor jeder Anwendung sind wir verpflichtet zu prüfen, ob die Indikation die Anwendung der Strahlen rechtfertigt.

Prof. Thorsten Bley, Universitätsklinikum Würzburg

Wenn man mithilfe der Bilder Tumore entdeckt oder Krebstherapien überwacht, sei der Nutzen größer als ein mögliches Risiko durch die Untersuchung, so der Radiologe.

Seit wenigen Jahren gibt es eine vielversprechende Weiterentwicklung der klassischen CT-Untersuchung, das sogenannte Photon-Counting-Verfahren. Es kann noch feinere Strukturen darstellen, kleinste Unterschiede im Gewebe erkennen und liefert so eine nochmals verbesserte Bildqualität. Das hilft vor allem bei komplexen Krankheitsbildern innerhalb der Kardiologie oder Onkologie. Gleichzeitig ermöglicht das Verfahren, dass meist eine deutlich geringere Strahlendosis verwendet werden kann. Die Geräte sind sehr teuer und daher aktuell auf wenige Kliniken beschränkt.


Magnetresonanztomografie: Bilder ohne Strahlung

Radiologen sind verpflichtet zu prüfen, ob bei einer bildgebenden Untersuchung auch strahlungsfreie Alternativen wie die Magnetresonanztomografie (MRT) möglich sind. MRT-Bilder werden über ein starkes Magnetfeld und Radiowellen erzeugt.

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Auch die MRT-Untersuchung erfolgt in einer Röhre. Das Verfahren hat seine Stärken bei weichem Körpergewebe wie Muskeln, Bändern, dem Gehirn und inneren Organen. Es wird aber auch im Rahmen der Krebsdiagnostik eingesetzt. Nachteil sei, dass eine MRT-Untersuchung zwischen zehn und 40 Minuten dauern kann, so Bley.

Wenn es schnell gehen muss, ist das CT-Verfahren klar überlegen.

Prof. Thorsten Bley, Radiologe

Jedes Verfahren habe sein Vor - und Nachteile. Entschieden werde in jedem Einzelfall, betont der Radiologe.

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Unnötige Röntgen-Strahlung vermeiden

Mithilfe eines Röntgenpasses kann man alle Röntgenaufnahmen dokumentieren. Das hilft Wiederholungsuntersuchungen zu vermeiden, zum Beispiel wenn man zu verschiedenen Ärzten geht. Außerdem lohnt es sich immer, die angefertigten Bilder selbst anzufordern und zu Terminen mitzubringen. Vor allem wenn man zu einem neuen Arzt geht oder eine Zweitmeinung einholt. Auch so kann eine erneute Aufnahme häufig verhindert werden.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 16.07.2026, ab 09:05 Uhr.

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