EU plant Social-Media-Verbot für unter 13-Jährige

Nach Australien und Frankreich:EU plant Social-Media-Verbot für unter 13-Jährige

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Schlafmangel, Ängste und nachlassende Konzentrationsfähigkeit - all das will die EU-Kommission mit einem Social-Media-Verbot für Kinder bekämpfen. Es gibt aber noch Hürden.

Von der Leyen

In ihrer Rede zur Lage der Union kündigte EU-Kommissionsprädidentin von der Leyen strengere Regeln für Social-Media-Plattformen zum Schutz von Minderjährigen an.

16.09.2026 | 1:51 min

Kinder unter 13 Jahren sollen nach dem Willen von EU-Komissionspräsidentin Ursula von der Leyen künftig in der EU von sozialen Medien wie TikTok, Snapchat und Instagram ausgeschlossen werden. Zudem kündigte sie im Europaparlament in Straßburg an, dass Jugendliche ab 13 Jahren zunächst nur auf eine Stunde am Tag begrenzte sowie von Eltern eingerichtete und beaufsichtigte "Mini-Konten" nutzen sollen. Eigene Nutzerkonten sollten grundsätzlich erst ab 15 Jahren möglich sein. 

Ein verbindliches EU-weites Social-Media-Verbot ist damit noch nicht beschlossen, aber auf den Weg gebracht. Von der Leyens Behörde kann EU-Richtlinien und -Verordnungen in den Gesetzgebungsprozess einbringen.

13.02.2026, Hamburg: Zwei Schüler stehen in einem Klassenraum im Goethe-Gymnasium und schauen auf ihre Smartphones. Aktuell wird in Deutschland über Altersgrenzen für soziale Medien sowie über mögliche strengere Regeln zur Handynutzung an Schulen diskutiert.

Social Media gehört zum Alltag von Jugendlichen. Viele sehen zwar Gefahren, lehnen ein Verbot aber ab und fordern stattdessen mehr Medienkompetenz.

28.08.2026 | 2:13 min

Vorlage zeitnah geplant

Noch diesen Donnerstag soll ein Gesetzesvorschlag mit den Einzelheiten vorgelegt werden. Anschließend müssen das Europaparlament und die EU-Mitgliedstaaten darüber beraten. Bis zu einer Einigung könnten Monate oder Jahre vergehen.

Die EU-Kommission begründet ihre Pläne mit möglichen Folgen intensiver Smartphone- und Social-Media-Nutzung für Kinder. Von der Leyen warnte vor Schlafmangel, Ängsten und einer nachlassenden Konzentrationsfähigkeit. 

Nevada Attorney General Aaron Ford speaks about Nevada’s consumer protection settlement with Meta, during a news conference in Las Vegas, Nevada, on August 26, 2026. Meta agreed to pay US states as much as $16.7 billion and to impose sweeping new limits on how teenagers use Facebook and Instagram, according to a court filing on Wednesday that ends a landmark trial underway in California. The proposed settlement, filed in federal court, would resolve claims by a coalition of 29 US states that Meta deliberately engineered its platforms to hook young users, misled the public about the risks and unlawfully collected data from children under 13.

Meta hat sich im August mit einem knapp 17-Milliarden-Dollar-Vergleich von einer US-Klage freigekauft. Mehrere US-Bundesstaaten hatten Meta vorgeworfen, Jugendliche gezielt süchtig zu machen.

26.08.2026 | 2:40 min

Nutzungsbedingungen der Plattformen nicht ausreichend?

Die großen Plattformen legen in ihren Geschäftsbedingungen bereits ein Mindestalter von 13 Jahren fest. Nach Einschätzung der EU wird diese Vorgabe aber bislang nicht ausreichend kontrolliert. Ab 15 Jahren sollen künftig Nutzungskonten möglich sein, wenn die Plattformen kind- und jugendgerecht sind.

Darunter versteht die EU-Kommission unter anderem den Verzicht auf suchtgefährdende Algorithmen. Funktionen wie endloses Scrollen oder automatisch startende Videos sollen deaktiviert sein. Auch technische Möglichkeiten zur Begrenzung der Bildschirmzeit und weitere Schutzvorkehrungen zählen für die Behörde zur Sicherheit von Plattformen.

Wir müssen uns nicht mit suchterzeugenden Funktionen abfinden. Wir müssen nicht hinnehmen, dass Kinder in immer extremere Inhalte hineingezogen werden. Wir müssen nicht hinnehmen, dass Fotos von Mädchen für KI-generierte, sexualisierte Bilder verwendet werden.

Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin

Ursula von der Leyen, aufgenommen am 16.09.2026 in Brüssel

Ursula von der Leyen will einen Alarmmechanismus in der EU für Sicherheitskrisen. Sie fordert auch mehr Kooperation mit Kanada, eine Social-Media-Altersgrenze und mehr Hitzeschutz.

16.09.2026 | 78:15 min

Die Pläne sind auch für die deutsche Debatte über ein Mindestalter in sozialen Netzwerken von großer Bedeutung. Deutschland kann zwar grundsätzlich selbst Regeln für die Nutzung durch Kinder und Jugendliche erlassen. Eine verpflichtende Alterskontrolle durch die großen Plattformen kann jedoch nur die EU auf Grundlage ihrer Digitalgesetze durchsetzen.

Unterstützung von Bundesbildungsministerin

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) unterstützt ein Mindestalter von 13 Jahren für eigene Social-Media-Konten. Für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sprach sie sich für abgestufte Schutzkonzepte aus.

Prien sagte den Zeitungen der Mediengruppe Bayern, sie befürworte ausdrücklich, dass die EU die Plattformen verpflichten wolle, für sichere Voreinstellungen zu sorgen. Die Bundesregierung hatte angekündigt, im Oktober Eckpunkte für deutsche Regelungen vorzulegen und zugleich auf eine europäische Lösung zu drängen.

A 13-year-old boy poses at his home as he looks at social media on his mobile phone in Sydney on December 8, 2025. Australia will ban young teenagers from social media on December 10, 2025, launching a world-first crackdown designed to unglue children from addictive scrolling on the likes of Facebook, Instagram and TikTok.

Eine Expertenkommission der Bundesregierung hat Empfehlungen vorgelegt, um Kinder und Jugendliche im Internet mehr zu schützen. Auch ein Social-Media-Mindestalter wird diskutiert.

24.06.2026 | 2:45 min

Auch Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) begrüßt das Vorhaben der EU-Kommission:

Für jede Gaststätte und jedes Kino gelten strenge Pflichten zum Jugendschutz, für Betreiber sozialer Medien bisher nicht.

Stefanie Hubig (SPD), Bundesjustizministerin

Verbraucherzentrale: Auch auf Erwachsene achten

Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßte, dass Technologiekonzernen eine suchtfördernde App-Gestaltung verboten werde. Dies müsse aber nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene gelten, betonte Verbandsvorständin Ramona Pop.

Deshalb braucht es zusätzlich einen ambitionierten europäischen Digital Fairness Act, der wirksame Standards für alle setzt.

Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands

Die EU-Kommission will demnächst einen entsprechenden Entwurf vorlegen, der auch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in sozialen Medien begrenzen soll.

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Quelle: dpa, Reuters, ZDF
Über dieses Thema berichtete das ZDF bei "heute in Deutschland" am 16.09.2026 ab 14:00 Uhr.

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