Deutsche Ergebnisse schlecht wie nie: Reaktionen auf Pisa-Studie

Deutsche Ergebnisse schlecht wie nie:"Besorgniserregend": Die Reaktionen auf das Pisa-Abschneiden

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Noch nie schnitten deutsche Schüler bei einer Pisa-Studie so schlecht ab wie bei der aktuellen. Die Reaktionen darauf und lauter werdende Forderungen für ein Social-Media-Verbot.

L-R , Anna Stolz, Samuel Greiff, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Karin Prien (CDU), Francesco Avvisati

Veröffentlichung der Ergebnisse der PISA-Studie 2025. Noch nie schnitten deutsche Schüler so schlecht ab.

Quelle: ddp | dts Nachrichtenagentur

Bundesbildungsministerin Karin Prien hat die schlechten Ergebnisse Deutschlands im Schulleistungsvergleich Pisa als besorgniserregend bezeichnet. "Was wir heute sehen, ist ohne jeden Zweifel ein besorgniserregender Befund", sagte die CDU-Politikerin vor Journalisten in Berlin.

Die Ergebnisse lägen im Trend anderer Bildungsstudien und überraschten nicht. "Es macht es keinen Deut besser, aber es ist nicht überraschend."

Prien: Aufstiegsversprechen funktioniert im Moment nicht

Prien bezeichnete mehrere Punkte als beunruhigend: Der Kompetenzrückgang gehe im Trend nach unten, und die soziale Schere gehe weiter auf. Das sei ein Befund, der so nicht hinnehmbar sei. Das Aufstiegsversprechen im Land funktioniere im Moment nicht.

Tafel mit dem schriftzug PISA, Hand mit Kreide, Flagge Deutschland mit Doktorhut

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Sie wies zudem auf Verschlechterungen an beiden Enden des Leistungsspektrums hin. "Wir schaffen es weder im unteren Leistungssegment noch im oberen Leistungssegment, dem Potenzial unserer Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden."

Neue Pisa-Studie: Deutsche Schülerinnen auf historischem Tiefstwert

Im neuen Pisa-Vergleich schneiden Schülerinnen und Schüler in Deutschland so schlecht ab wie nie zuvor. In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften wurden bei den getesteten 15-Jährigen "die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt", wie es in der neuen Ausgabe der internationalen Vergleichsstudie heißt.

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Die Ergebnisse sind noch schlechter als bei der ersten Pisa-Studie im Jahr 2000. Der sogenannte Pisa-Schock hatte damals eine intensive Debatte und Bildungsreformen ausgelöst.

Familiäre Herkunft besonders entscheidend

Pisa-Leiter Greiff sagte, es sei besonders besorgniserregend, dass immer mehr Jugendliche in Deutschland ausreichende Grundkompetenzen nicht erreichten. Etwa jeder Fünfte verfehle sie in allen drei Bereichen. Diese Jugendlichen hätten große Schwierigkeiten, einfache Informationen aus einem Text zu entnehmen oder mit Prozentrechnung zu prüfen, ob sich ein Rabatt in einem Geschäft wirklich lohne.

Hinzu komme: In kaum einem anderen OECD-Staat oder EU-Land prägten die familiären Voraussetzungen den Bildungserfolg weiterhin so stark wie in Deutschland.

Stolz: "Wir fangen nicht bei null an"

Die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz, hingegen sieht die Grundlagen für eine Trendumkehr bereits gelegt. "Wir fangen nicht bei null an - im Gegenteil: Die Länder haben bereits wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht", kommentierte Stolz die Ergebnisse. "Wir stärken die Basiskompetenzen, setzen früher und gezielter bei der Förderung an und entwickeln die Qualität unseres Unterrichts datengestützt weiter."

Schüler meldet sich im Unterricht

Bisher schnitt Deutschland bei den Pisa-Studien eher schlecht ab. Bildungsförderungsprogramme sollen Abhilfe schaffen und Schülern mehr Chancengleichheit ermöglichen.

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Stolz, die zugleich bayerische Kultusministerin ist, betonte: "Die Ergebnisse von Pisa 2025 sind inakzeptabel, kommen nach den vergangenen Bildungsstudien aber nicht überraschend." Entscheidend sei es jetzt, den eingeschlagenen Weg mit aller Kraft fortzuführen, die Wirkung der Maßnahmen genau in den Blick zu nehmen und erfolgreiche Ansätze in die Breite zu bringen.

"Eine nachhaltige Trendumkehr braucht genau dieses konsequente Handeln und auch einen langen Atem, bis getroffene Maßnahmen ihre Wirkung in der Fläche erzielen."

Streeck sieht Socia-Media-Nutzung mitverantwortlich

Der Drogenbeauftragte Hendrik Streeck nutzt das schlechte Pisa-Abschneiden hingegen erneut, um Einschränkungen bei der Nutzung sozialer Medien zu fordern.

Wie viel wissenschaftliche Evidenz brauchen wir eigentlich noch, bevor wir handeln?

CDU-Politiker Hendrik Streeck

"Es geht nicht darum, Kinder den Zugang zu sozialen Medien komplett zu verbieten. Es geht darum, sie vor ungeeigneten Inhalten, manipulativen Mechanismen, problematischem Konsumverhalten und einer Nutzung in schädlichem Ausmaß zu schützen."

Hendrik Streeck (CDU) im Bundestag in Berlin

Hendrik Streeck (CDU) im Bundestag in Berlin

Quelle: Imago

Aktuelle Studien zeigen, dass ein früher und problematischer Social-Media-Konsum die schulische Leistung messbar beeinträchtigt", sagte Streeck. "Mich beunruhigt vor allem, dass Kinder, die bereits mit elf oder zwölf Jahren soziale Medien nutzen, in Mathematik und Sprachen später bis zu einem halben Schuljahr zurückliegen. Ein halbes Schuljahr, verloren, bevor diese Kinder überhaupt in die Pubertät kommen."

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Quelle: dpa, ZDF
Über dieses Thema berichtete die ZDFheute Xpress am 08.09.2026 um 9:30 Uhr im Beitrag "Pisa-Studie 2025: Wie Schüler in Deutschland abschneiden".

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