Pisa-Studie 2025: Warum die Ergebnisse deutscher Schüler abfallen

Eilmeldung

Neue Bildungsstudie:Pisa-Studie: Deutschland so schlecht wie nie

von Chantal Ried und Luisa Billmayer

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Die deutschen Ergebnisse der Pisa-Studie 2025 zeigen einen Tiefststand. Ob Naturwissenschaften, Lesen oder Mathe: Deutschland erreicht nur das Durchschnittsniveau der OECD-Staaten.

Tafel mit dem schriftzug PISA, Hand mit Kreide, Flagge Deutschland mit Doktorhut

Die deutschen Schülerinnen und Schüler erreichen bei der internationalen Bildungsstudie Pisa 2025 nur Durchschnittswerte. Wie fallen die Ergebnisse konkret aus? Ein Überblick.

08.09.2026 | 0:34 min

Das Leistungsniveau der 15-jährigen Schüler in Deutschland ist weiter gesunken und erreicht einen historischen Tiefstwert - das zeigt die neue Pisa-Studie 2025.

Zum neunten Mal hat das Programme for International Student Assessment (Pisa) untersucht, welche Kompetenzen 15-Jährige in Naturwissenschaften, Lesen und Mathe besitzen und wie gut sie diese in Alltagssituationen anwenden können. An der Untersuchung nahmen mehr als 760.000 Schüler aus 91 Ländern teil - aus Deutschland rund 6.700 Schüler von etwa 250 Schulen.

Naturwissenschaften: Aktuelle Pisa-Ergebnisse

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Pisa-Studie: So fallen die Ergebnisse deutscher Schüler aus

In den Naturwissenschaften erreicht Deutschland 486 Punkte. Damit liegen die Jugendlichen im Bereich des OECD-Durchschnitts und über dem Durchschnitt der EU-Staaten.

Lesen: Deutschland belegt Platz 19

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Auch in der Lesekompetenz (465 Punkte) sowie in Mathe (464 Punkte) bewegt sich Deutschland lediglich auf OECD-Durchschnittsniveau.

Mathe: Deutschland liegt im Mittelfeld (Pisa-Studie)

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Die Leistungen werden dabei anhand von Kompetenzstufen eingeteilt:
  • unter Kompetenzstufe 2 liegen die leistungsschwächsten Jugendlichen
  • die Kompetenzstufen 2 bis 4 bilden die mittlere Gruppe
  • die leistungsstärksten Schüler erreichen die Kompetenzstufen 5 und 6
Schulrucksäcke mit Deutschlandkarte

Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften stehen im Mittelpunkt von Pisa-Tests. Die internationale Studie untersucht, wie 15-Jährige ihr Wissen anwenden. Ein Überblick zur Erhebung.

08.09.2026 | 0:48 min

Schlechtestes Ergebnis für Deutschland seit Beginn der Untersuchungen

Trotz der durchschnittlichen Platzierung fallen die Ergebnisse so schlecht aus wie nie seit Beginn der Pisa-Erhebungen. Der Abwärtstrend zeigt sich zwar auch in anderen OECD-Staaten, in Deutschland jedoch besonders deutlich. Prof. Samuel Greiff, wissenschaftlicher Leiter der Pisa-Studie in Deutschland, sagt gegenüber ZDFheute dazu:

Wir sehen in allen drei erfassten Bereichen sinkende Leistungen.

Prof. Samuel Greiff, wissenschaftlicher Leiter der Pisa-Studie in Deutschland

Besonders alarmierend sei, dass sich dieser Negativtrend bereits seit etwa 2015 beobachten lasse. Rund ein Fünftel der Jugendlichen erreicht in allen drei Bereichen keine ausreichende Basiskompetenz. In Lesen und Mathe verfehlt etwa ein Drittel die Mindeststandards, in den Naturwissenschaften etwa ein Viertel.

Entwicklung deutscher Pisa-Ergebnisse

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Experte: Defizite bei grundlegenden Alltagsfähigkeiten

Dabei gehe es nicht um besonders anspruchsvolle Aufgaben, betont Greiff: "Wir meinen eben nicht komplizierte Gedichtsinterpretationen oder Integralrechnung oder sonstige Raketenwissenschaften." Gemeint seien grundlegende Fähigkeiten, die im Alltag benötigt werden, etwa Informationen aus einer Behördenmail zu entnehmen oder einfache finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Wie groß der Leistungsverlust ist, zeigt ein Blick auf die Naturwissenschaften: Vor gut zehn Jahren lag Deutschland dort noch deutlich über 500 Punkten. Heute sind es 486 Punkte. Da 20 bis 30 Pisa-Punkte etwa einem Lernjahr entsprechen, sei der Rückgang erheblich.

Das, was die Jugendlichen heute mit 15 Jahren können, das konnten sie vor zehn Jahren schon mit 13 Jahren.

Prof. Dr. Samuel Greiff, wissenschaftlicher Leiter der Pisa-Studie in Deutschland

Der Vergleich sei vereinfacht, verdeutliche aber die Größenordnung der Entwicklung.

Soziale Herkunft beeinflusst Bildungserfolg

In kaum einem anderen Land hängt der Bildungserfolg laut der Studie so stark von der sozialen Herkunft ab wie in Deutschland: Nur zwei Prozent der Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien schaffen es in den leistungsstarken Bereich, während es bei Jugendlichen aus sozioökonomisch privilegierten Familien rund 25 Prozent sind.

Soziale Herkunft und Kompetenzen (Pisa-Studie)

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Schulbetreuung

Der Chancenmonitor des Münchner Ifo-Instituts untersucht die Bildungschancen von Kindern. Entscheidend für einen erfolgreichen Schulweg sind Herkunft, soziales Umfeld und das Einkommen der Eltern.

28.04.2026 | 1:57 min

Länder wie Kanada oder Norwegen zeigten, dass hohe Leistungen und mehr Bildungsgerechtigkeit gleichzeitig möglich seien, erklärt Greiff.

Bildungsexperte: Frühförderung ausbauen

Als wichtigen Ansatz sieht der Bildungsforscher eine frühere Förderung. Deutschland warte häufig zu lange, bis Unterstützungsbedarf erkannt werde. Vor allem Sprachförderung bereits im Kita-Alter sei entscheidend, da die Unterrichtssprache die Grundlage für späteres Lernen bilde.

Kinderstiefel stehen in einem Kindergarten in einem Regal.

Der Entwurf des neuen Kita-Gesetzes sieht vor, dass alle Kinder in Deutschland im Alter von vier Jahren nach einheitlichen Standards auf Sprache und Entwicklung getestet werden sollen.

02.09.2026 | 1:35 min

Trotz der schwachen Leistungen gibt es auch Lichtblicke. Rund drei Viertel der Jugendlichen fühlen sich an ihrer Schule wohl und berichten von einer hohen Zugehörigkeit. Außerdem zeigen deutsche Schüler im Bereich digitaler Kompetenzen durchaus Stärken.

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Über dieses Thema berichtete ZDFheute in dem Beitrag "Pisa-Studie 2025: Wie Schüler in Deutschland abschneiden" am 08.09.2025 um 09:30 Uhr.

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