Chancenmonitor:Einkommen, Herkunft, Geschlecht: Wer geht aufs Gymnasium?
von Luisa Billmayer
Ob ein Kind aufs Gymnasium geht, hängt stark vom Elternhaus ab, etwa von Bildungsstatus und Einkommen. Eine Studie zeigt außerdem: Mädchen gehen häufiger aufs Gymnasium als Jungen.
Der Chancenmonitor wird vorgestellt - eins der Themen, die am Dienstag wichtig werden.
28.04.2026 | 0:51 minWer geht aufs Gymnasium - und wer nicht? Bei Mädchen aus reicheren Haushalten, deren Eltern Abitur haben, ist die Chance groß, bei Jungen aus ärmeren, bildungsfernen Familien gering. Das ifo-Institut und die Hilfsorganisation "Ein Herz für Kinder" der "Bild"-Zeitung haben im Chancenmonitor untersucht, wie hoch die Wahrscheinlichkeit, ein Gymnasium zu besuchen, für unterschiedliche Gruppen ist.
Berücksichtigt wurden dabei mehrere Merkmale: Haben die Eltern Abitur? Wie hoch ist das monatliche Haushaltsnettoeinkommen? Haben die Eltern Migrationshintergrund? Sind Mutter oder Vater alleinerziehend? Ist das Kind ein Junge oder Mädchen?
Im Schnitt gehen 40,1 Prozent der Kinder aufs Gymnasium
Deutschlandweit besuchen 40,1 Prozent der 10- bis 18-Jährigen ein Gymnasium oder haben das Abitur bereits bestanden. Deutlich höher ist der Anteil bei Kindern, deren Eltern beide Abitur haben.
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Auch das Einkommen spielt eine entscheidende Rolle: Kinder aus reicheren Haushalten besuchen deutlich häufiger ein Gymnasium als Kinder aus ärmeren Familien.
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Sind die Mutter oder der Vater alleinerziehend, ist es etwas unwahrscheinlicher, dass ein Kind aufs Gymnasium geht. Doch die Unterschiede sind deutlich kleiner als bei den Kategorien Einkommen und Bildungsstatus der Eltern.
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Welche Rolle spielen Migrationshintergrund und Geschlecht?
Der Chancenmonitor hat zudem untersucht, welche Rolle der Migrationshintergrund spielt. Kinder, deren Eltern einen Migrationshintergrund haben, liegen beim Gymnasialbesuch leicht unter dem Durchschnitt.
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Mehr als ein Drittel der Schüler in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Mehrsprachigkeit ist eine Stärke - aber auch eine Herausforderung für das Bildungssystem.
19.11.2025 | 1:44 minZudem zeigt der Chancenmonitor, dass Mädchen etwas häufiger ein Gymnasium besuchen als Jungen. Über alle untersuchten Gruppen hinweg gehen Mädchen häufiger aufs Gymnasium als Jungen.
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Besonders groß werden die Unterschiede, wenn mehrere Merkmale kombiniert betrachtet werden: Mädchen aus reicheren Haushalten mit Migrationshintergrund, deren Eltern beide Abitur haben, aber nicht alleinerziehend sind, erreichen mit 82,4 Prozent die höchste Wahrscheinlichkeit für einen Gymnasialbesuch im Chancenmonitor.
Chancen-Ungerechtigkeit wird bei Kombination der Merkmale extrem
Am seltensten aufs Gymnasium gehen hingegen Jungen aus ärmeren Haushalten, deren Eltern weder Abitur noch Migrationshintergrund haben und nicht alleinerziehend sind. Nur 14 Prozent dieser Kinder besuchen ein Gymnasium.
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Es ist sehr beunruhigend, wie groß die Unterschiede sind. Diese Differenz von fast 70 Prozentpunkten zwischen der am meisten und der am wenigsten benachteiligten Gruppe ist einfach enorm groß.
Vera Freundl, Bildungsforscherin am ifo-Institut
Tippen Sie durch folgende Grafik, um zu sehen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit, ein Gymnasium zu besuchen, ist, wenn mehrere Merkmale kombiniert werden. Jeder Punkt steht für eine Gruppe. Zum Beispiel: Mädchen aus reicheren Haushalten mit Migrationshintergrund, deren Eltern beide Abitur haben, aber nicht alleinerziehend sind.
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Die Grafik zeigt: Wenn die Eltern kein Abitur haben, liegt die Wahrscheinlichkeit, aufs Gymnasium zu gehen, meist unter 40 Prozent. Auch wenn das Einkommen der Eltern höher ist.
Bildung bleibt oft ein Privileg von Gebildeten. Um das zu ändern, hilft der Verein "Arbeiterkind" Schülern aus Arbeiterfamilien, den Schritt an die Uni zu wagen.
19.04.2025 | 5:00 min"Der Zufall der Geburt" beeinflusst den Bildungsweg
"Der 'Accident of Birth' - der Zufall der Geburt - entscheidet, in welche Familie ein Kind hineingeboren wird", sagt Vera Freundl, Bildungsforscherin am ifo-Institut und Co-Autorin des Chancenmonitors. "In einer chancengerechten Welt hätte das keinen Einfluss auf den Lebensweg. Doch die Daten zeigen etwas anderes."
Um Bildungsungleichheit zu verringern, empfiehlt das ifo-Institut unter anderem frühkindliche Bildungsangebote, gute Lehrkräfte an Schulen mit benachteiligten Kindern, kostenfreie Nachhilfe und eine spätere Aufteilung an weiterführende Schulen. Um Jungen besser zu unterstützen, sollte es mehr männliche Erzieher und Lehrer geben, Unterrichtsformen hinsichtlich Geschlechterstereotypen hinterfragt und die Lesekompetenz von Jungen früher gefördert werden.
"Chancengerechtigkeit ist das Prinzip einer fairen Leistungsgesellschaft", erklärt Freundl. "Diese großen Unterschiede, die der Chancenmonitor zeigt, können wir uns als Gesellschaft nicht leisten."
Redaktion: Kathrin Wolff
Bildungsungleichheit in Deutschland bedeutet, dass nicht alle Kinder die gleichen Chancen haben. Welche Gründe es dafür gibt - einfach erklärt von den logo!-Kindernachrichten.
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