Studie zu Social-Media-Verbot: Mehrheit der Jugendlichen dafür

Studie der Techniker Krankenkasse:Social Media: Mehrheit der Jugendlichen für Verbot

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Mehr als jeder zweite Jugendliche befürwortet ein Social-Media-Verbot. Das zeigt eine Studie der Techniker Krankenkasse. Viele Befragte sehen negative Folgen bei längerer Nutzung.

Ein Teenager guckt auf ein Handy, während er auf einer Matratze liegt.

Viele Jugendliche wünschen sich ein Social-Media-Verbot.

27.08.2026 | 0:26 min

Mehr als die Hälfte der Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren wünscht sich ein Verbot von Social-Media. Das geht aus der Studie "Jugend zwischen Like und Limit" hervor, die im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) durchgeführt wurde:

  • Demnach sprachen sich acht Prozent der Befragten für ein grundsätzliches Verbot für Heranwachsende aus.
  • 47 Prozent waren für ein Verbot bis zu einem gewissen Alter.
  • 39 Prozent lehnten ein Verbot ab.

Social Media: Was junge Menschen stört

Genervt sind junge Leute vor allem von zu viel Werbung (57 Prozent) und Fake News (52 Prozent). Aber auch die beim Daddeln verbrachte Zeit (36 Prozent), Mobbing und Beleidigung (35 Prozent) sowie ungewollte Videos wie Gewaltdarstellungen (31 Prozent) stören die Befragten.

Laut dem TK-Vorstandsvorsitzenden Jens Baas wirkt sich vor allem die intensive Social-Media-Nutzung auf das mentale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen aus. Dazu zählten etwa depressive Verstimmungen, Angststörungen sowie Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper oder Schlafprobleme.

Studie: Häufig oder ständig schlechte Laune durch Social Media

Fast die Hälfte der Jugendlichen (49 Prozent), die mehr als vier Stunden am Tag in den Sozialen Medien unterwegs sind, berichtet den Angaben zufolge von häufiger oder ständiger schlechter Laune. Wer diese Medien maximal zwei Stunden am Tag nutze, sei deutlich weniger (20 Prozent) missgestimmt.

Julia von Weiler | Expertin für digitalen Kinder- und Jugendschutz

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19.08.2026 | 6:10 min

Bei hoher Nutzung steigen laut der Mitteilung zudem Unsicherheitsgefühle und Zweifel, Unzufriedenheit mit sich selbst, Gereiztheit, innere Unruhe sowie Erschöpfung.

Techniker Krankenkasse: Medienkompetenz stärken

Dennoch sprach sich TK-Chef Baas gegen ein pauschales Social-Media-Verbot aus.

Wir leben in einer digitalen Welt - damit Kinder und Jugendliche langfristig gesund mit Social Media umgehen können, ist Medienkompetenz entscheidend.

Jens Baas, TK-Vorstandsvorsitzender

Aber auch die Anbieter müssten in die Pflicht genommen werden, erklärte Baas. Diese sollten jugendgerechte Versionen ihrer Plattformen ohne Werbung und suchtfördernde Algorithmen anbieten.

Lilli Berthold, stellvertretende Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, beobachtet, dass es vielen Jugendlichen nicht gelinge, ihren Social-Media-Konsum zu reduzieren. Ein Verbot sieht sie nur als "letzte Konsequenz". Viel wichtiger sei eine nachhaltige Förderung der Medienkompetenz durch Eltern und Schule.

Nevada Attorney General Aaron Ford speaks about Nevada’s consumer protection settlement with Meta, during a news conference in Las Vegas, Nevada, on August 26, 2026. Meta agreed to pay US states as much as $16.7 billion and to impose sweeping new limits on how teenagers use Facebook and Instagram, according to a court filing on Wednesday that ends a landmark trial underway in California. The proposed settlement, filed in federal court, would resolve claims by a coalition of 29 US states that Meta deliberately engineered its platforms to hook young users, misled the public about the risks and unlawfully collected data from children under 13.

Meta kauft sich mit einem knapp 17-Milliarden-Dollar-Vergleich von einer US-Klage frei. Mehrere US-Bundesstaaten hatten Meta vorgeworfen, Jugendliche gezielt süchtig zu machen.

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Schüler wünschen sich Lernvideos und Medienscouts

Laut der Umfrage wünschen sich Heranwachsende mehr Unterstützung durch Lernvideos zu den Gefahren von Social Media auf den Plattformen (48 Prozent), speziell geschulte Medienscouts in der Schule (46 Prozent) sowie mehr Austausch mit Eltern (43 Prozent).

42 Prozent sind der Meinung, dass ihnen Social-Media-Workshops oder -Projekte helfen könnten. Nur zwölf Prozent gaben an, ohne solche Angebote klarzukommen.

Für die Online-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut eye square im April und Mai 2026 bundesweit 1.400 junge Leute zwischen zwölf und 17 Jahren befragt. Das entspricht einem repräsentativen Abbild dieser Altersgruppe in Deutschland.

Quelle: kna, dpa
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 27.08.2026 ab 09:00 Uhr in dem Beitrag "Viele Jugendliche für Social-Media-Verbot".
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