Meta zahlt Milliarden-Vergleich im Prozess um Social-Media-Sucht

Machen Instagram & Co. Kinder abhängig?:Prozess um Social-Media-Sucht: Meta zahlt Milliarden-Vergleich

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Machen Facebook und Co. Jugendliche abhängig? In einem Prozess um Social-Media-Sucht hat der Mutterkonzern Meta einer milliardenschweren Vergleichszahlung zugestimmt.

Nevada Attorney General Aaron Ford speaks about Nevada’s consumer protection settlement with Meta, during a news conference in Las Vegas, Nevada, on August 26, 2026. Meta agreed to pay US states as much as $16.7 billion and to impose sweeping new limits on how teenagers use Facebook and Instagram, according to a court filing on Wednesday that ends a landmark trial underway in California. The proposed settlement, filed in federal court, would resolve claims by a coalition of 29 US states that Meta deliberately engineered its platforms to hook young users, misled the public about the risks and unlawfully collected data from children under 13.

Meta kauft sich mit einem knapp 17-Milliarden-Dollar-Vergleich von einer US-Klage frei. Mehrere US-Bundesstaaten hatten Meta vorgeworfen, Jugendliche gezielt süchtig zu machen.

26.08.2026 | 2:40 min

In dem wegweisenden Prozess um die Gefahren sozialer Medien für Kinder hat sich der Facebook-Mutterkonzern Meta mit den klagenden US-Bundesstaaten auf einen Vergleich geeinigt. Wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, zahlt Meta bis zu 16,68 Milliarden Dollar an die Staaten.

Zudem verpflichtet sich das Unternehmen von Gründer Mark Zuckerberg zu weitreichenden Änderungen beim Jugendschutz. Die Einigung bewahrt Meta vor unkalkulierbaren finanziellen Risiken.

Macht Meta Jugendliche abhängig?

Eine Gruppe mehrerer US-Bundesstaaten wirft Meta vor, seine Plattformen Facebook und Instagram gezielt so gestaltet zu haben, dass sie junge Nutzer abhängig machen. Dies fördere Angstzustände, Depressionen und sogar Suizide. Zudem beschuldigen 29 Staaten das Unternehmen, illegal persönliche Daten von Kindern gesammelt zu haben.

Bei Meta gilt ein Mindestalter von 13 Jahren für die Social-Media-Nutzung. Laut Kritikern ließ sich dieses in der Vergangenheit jedoch relativ einfach umgehen.

Schaltgespräch Dunja Hayali mit Martin AndreeSchaltgespräch Dunja Hayali mit Martin Andree

Der Vergleich sei ein Paradigmenwechsel, so Medienwissenschaftler Martin Andree. Denn Techkonzerne seien in der Vergangenheit "weitestgehend rechtsimmun" gewesen.

26.08.2026 | 6:22 min

Vor dem Prozess hatten die Kläger Meta zufolge bis zu 1,4 Billionen Dollar gefordert, während die Bundesstaaten selbst eine Summe von rund 200 Milliarden Dollar ins Spiel gebracht hatten.

Die Einigung erfolgte während eines bereits laufenden, vielbeachteten Prozesses vor einem Bundesgericht in Kalifornien. Die Hauptverhandlung hatte erst in der vergangenen Woche begonnen. In den Unterlagen heißt es, der Vergleich stelle kein Schuldeingeständnis durch Meta dar.

Vergleich zwingt Meta zu drastischen Änderungen

Nach Angaben des kalifornischen Justizministers Rob Bonta zwingt der Vergleich Meta zu drastischen Änderungen im Umgang mit Minderjährigen. Für Nutzer unter 18 Jahren gilt in den USA künftig ein standardmäßiges Zeitlimit von zwei Stunden pro Tag sowie eine Zugangssperre zwischen Mitternacht und 06:00 Uhr. Beides kann nur von den Eltern aufgehoben werden.

Die Minderjährigen sollen außerdem nicht mehr einsehen können, wie viele Menschen einen Beitrag mit einem Like markiert haben, und keinen Zugang zu Schönheitsfiltern mehr bekommen.

Julia von Weiler | Expertin für digitalen Kinder- und Jugendschutz

29 US-Bundesstaaten klagten gegen Meta: Social Media mache süchtig. Meta wies das zurück. Psychologin Julia von Weiler erklärt: "Es geht darum, unsere Aufmerksamkeit zu binden und das funktioniert".

19.08.2026 | 6:10 min

Sollten sich andere Plattformen ähnlichen Regeln unterwerfen, sinkt das tägliche Limit für Meta-Nutzer sogar auf eine Stunde. Zudem werden Benachrichtigungen an Minderjährige zwischen 22:00 und 07:00 Uhr sowie während der Schulzeit blockiert.

Meta muss Funktionsweise seiner Netzwerke anpassen

Darüber hinaus greift der Vergleich in die Funktionsweise der Netzwerke ein: Meta muss Jugendlichen künftig die Option eines nicht-personalisierten Feeds anbieten und auf 90 Prozent der Meldungen über potenziell schädliche Inhalte binnen sechs Stunden reagieren.

Meta erklärte in einem Blogbeitrag, man baue auf den langjährigen Bemühungen des Unternehmens auf, Eltern zu stärken und Jugendliche zu unterstützen. Gemeinsam mit den Generalstaatsanwälten wolle man einen neuen Branchenstandard setzen, um Jugendlichen auf den Meta-Plattformen eine sichere Erfahrung zu ermöglichen.

Social Media

"Ich will Veränderung und Rechenschaft", sagte Annalees Vater nach dem Suizid seiner Tochter. Die Eltern werfen Meta vor, Jugendliche gezielt an soziale Medien zu binden. Der Konzern weist das zurück.

19.08.2026 | 2:36 min

Der Konzern wird zudem verpflichtet, seine Altersüberprüfung zu verbessern, um Kinder unter 13 Jahren zu identifizieren und von den Plattformen sowie von altersbeschränkten Inhalten fernzuhalten. Eltern sollen zusätzliche Instrumente erhalten, um ihre Kinder online zu schützen. Meta wird zudem gerichtlich untersagt, irreführende Aussagen über seine Sicherheitsfunktionen zu treffen.

Klagen auch gegen weitere Konzerne

Neben Meta sehen sich auch die Google-Mutter Alphabet, der Tiktok-Eigentümer Bytedance und Snap mit Tausenden weiteren Klagen von Bundesstaaten, Schulbezirken und Privatpersonen konfrontiert. Diese werden unter anderem gebündelt vor einer Bundesrichterin in Oakland verhandelt. In Nashville läuft seit Juli ein weiterer Prozess.

Einen ersten Fall eines Schulbezirks in Kentucky hatten die vier Technologiekonzerne bereits gegen eine Zahlung von insgesamt 27 Millionen Dollar beigelegt.

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Quelle: Reuters, KNA, AFP
Über dieses Thema berichtete das ZDF mehrfach, unter anderem am 07.08.2026 um 07:30 Uhr bei heute Xpress und in den heute-Nachrichten am 26.08.2026 ab 17:00 Uhr.
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