567 Millionen Dollar :Ungenügender Kinderschutz: Meta zu Millionenstrafe verurteilt
Wegen der Gefährdung der psychischen Gesundheit von Kindern ist der Facebook- und Instagram-Mutterkonzern Meta zu einer Millionenstrafe verurteilt worden. Ein weiterer Rückschlag.
Meta sieht sich mit einer Vielzahl von Klagen tausender Familien konfrontiert, die ihre Kinder durch soziale Medien geschädigt sehen.
Quelle: AFPEin Gericht im US-Bundesstaat New Mexico hat den Facebook- und Instagram-Mutterkonzern Meta zu Zahlungen in Höhe von 567 Millionen US-Dollar verpflichtet. Das Unternehmen soll damit für psychische Schäden und Sicherheitsrisiken von Kindern durch die Nutzung seiner Plattformen aufkommen. Richter Bryan Biedscheid entschied am Donnerstag (Ortszeit), dass 420 Millionen Dollar für Behandlungsangebote für junge Menschen eingesetzt werden sollen. Der Rest soll in den kommenden fünf Jahren in Aufklärung, Prävention, Untersuchungen und weitere Maßnahmen fließen.
Laut einer EU-Untersuchung stellen Soziale Medien große Suchtgefahr für Kinder und Jugendliche dar. Die Kommission fordert Änderungen auf den Plattformen. Reagiert Meta nicht, droht ein Bußgeld.
10.07.2026 | 0:29 minZivilrechtliche Strafe bereits im März
Die neue Zahlung kommt zu einer bereits im März verhängten zivilrechtlichen Strafe von 375 Millionen Dollar hinzu. Damals hatten Geschworene entschieden, dass Meta die psychische Gesundheit von Kindern wissentlich geschädigt und Informationen über sexuelle Ausbeutung von Kindern auf seinen Plattformen verschwiegen habe.
Neue Vorgaben für Facebook und Instagram In der zweiten Phase des Verfahrens hatten die Staatsanwälte grundlegende Änderungen bei Meta gefordert. Dazu gehörten Einschränkungen süchtig machender Funktionen, bessere Alterskontrollen sowie Maßnahmen gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern.
Das Gericht verpflichtete Meta, auf Facebook und Instagram regelmäßig Hinweise und Informationsseiten zu Schutzfunktionen, empfohlenen Einstellungen und Meldemöglichkeiten für unangemessene Kommentare einzublenden. Die Maßnahmen sowie eine Aufklärungskampagne in New Mexico sollen vom Bundesstaat überprüft werden.
Eine verpflichtende Altersüberprüfung für Kinder unter 13 Jahren untersagte das Gericht wegen bundesweiter Datenschutzregeln. Der sogenannte Children's Online Privacy Protection Act (COPPA) verhindert, dass Meta Kinder zur Abgabe persönlicher Daten auffordert oder sie zu diesem Zweck online überwacht.
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28.04.2023 | 2:05 minMeta kündigt Berufung an
Insgesamt belaufen sich Metas Zahlungen in dem Verfahren damit auf 942 Millionen Dollar. Das entspricht nur einem kleinen Teil des Jahresgewinns des Konzerns, der 2025 bei rund 60 Milliarden Dollar lag. Anleger reagierten im nachbörslichen Handel am Donnerstag kaum auf die Entscheidung; die Meta-Aktie gab um weniger als ein halbes Prozent nach.
Trotzdem ist das Urteil ein weiterer Rückschlag für Meta. Der Konzern sieht sich mit einer Vielzahl von Klagen tausender Familien konfrontiert, die ihre Kinder durch soziale Medien geschädigt sehen. Der Generalstaatsanwalt von New Mexico, Raúl Torrez, sagte, das Urteil sende eine klare Botschaft: Unternehmen müssten zur Verantwortung gezogen werden, wenn ihre Produkte Kinder wissentlich Risiken aussetzten. Meta kündigte Berufung an.
"Wir arbeiten hart daran, Menschen auf unseren Plattformen zu schützen und haben die Herausforderungen beim Erkennen und Entfernen schädlicher Inhalte und missbräuchlicher Nutzer transparent gemacht", erklärte das Unternehmen. Meta sei weiterhin überzeugt, Jugendliche online zu schützen.
Im US-Prozess um das Suchtpotenzial von sozialen Medien gibt es ein Urteil: Die Tech-Konzerne Meta und Google müssen ein Buß- und Schmerzensgeld von insgesamt sechs Millionen Dollar zahlen.
26.03.2026 | 1:47 minWeitere Verfahren gegen Meta
Meta bereitet sich unterdessen auf einen weiteren Prozess in Kalifornien vor. Ende des Monats soll vor einem Bundesgericht in Oakland ein Verfahren beginnen, in dem sich der Konzern den Klagen der ersten vier von insgesamt 29 US-Bundesstaaten stellen muss. Diese werfen Meta vor, mit bewusst suchtfördernden Funktionen auf Instagram und Facebook zur Krise der psychischen Gesundheit junger Menschen beigetragen zu haben.
Acht Bundesstaaten haben eigene Verfahren eingeleitet. Zudem verklagten Familien von vier Jugendlichen, die durch Suizid starben, Meta und andere Social-Media-Plattformen wie TikTok und YouTube. Sie machen jahrelange schädliche Auswirkungen der Plattformnutzung für den Tod ihrer Kinder verantwortlich.
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