Freizeit der Deutschen wird digitaler – aber nicht länger

Freizeit-Monitor 2026:So hat sich das Freizeitverhalten der Deutschen verändert

von Annette Yang

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Die meisten Menschen in Deutschland verbringen ihre Freizeit mit Musik, Gaming und auf Social Media. Wie viel die Deutschen frei haben, bleibt seit Jahrzehnten fast unverändert.

strickzubehoer

Seit 40 Jahren veröffentlicht die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen jedes Jahr den Freizeit-Monitor. Ein guter Anlass, um einen Vergleich zwischen 1986 und heute zu ziehen.

25.08.2026 | 2:01 min

Internet, Smartphone und Social Media beschäftigen die Deutschen in ihrer Freizeit stärker als noch vor zehn Jahren. Gleichzeitig suchen sie nach Erholung, Gesprächen und Bewegung als Ausgleich zur Arbeit. Das zeigt der "Freizeit-Monitor 2026" der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen.

Für die Untersuchung wurden im Juli und August 2026 mehr als 3.000 Menschen ab 18 Jahren zu mehr als 100 Freizeitaktivitäten befragt. Besonders häufig genutzt werden laut der Studie digitale Angebote: Denn sie lassen sich flexibel in den Tag integrieren und jederzeit nutzen.

Mediennutzung im Zehnjahresvergleich

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"Erstmalig haben wir abgefragt, wie viele Menschen Künstliche Intelligenz nutzen und wir haben festgestellt, dass zwei von fünf sie mindestens einmal die Woche anwenden. Das scheint in der Freizeitnutzung der Bundesbürger angekommen zu sein. Das ist eine der Neuheiten", so Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der "Stiftung für Zukunftsfragen".

Musik, Gaming und Social Media gewinnen

Deutlich zeigt sich der Wandel im Vergleich der letzten zehn Jahre: Musik hören gehörte 2016 bei 52 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Woche zur Freizeit, 2026 sind es 82 Prozent - also 30 Prozent mehr. Auch Gaming und Social Media legten deutlich zu.

Halo

"Star Wars Zero Company" verbindet rundenbasierte Taktik mit dynamischer Action und flapsigem Humor. Zudem kehrt der Xbox-Klassiker "Halo" nach 25 Jahren als Remake "Campaign Evolved" zurück.

17.08.2026 | 3:00 min

Klassische, lineare Medien verlieren dagegen an Bedeutung. Besonders stark büßt die Beschäftigung mit Zeitungen und Zeitschriften ein. Auch Fernsehen und Radio werden seltener genutzt als vor zehn Jahren.

Entspanntes Nichtstun statt aufwendiger Erholung

Vielen Menschen ist es wichtig, sich persönlich auszutauschen. Auch Spaziergänge, Natur und Sport bleiben für viele ein willkommener Ausgleich.

Bei kulturellen Aktivitäten gibt es Veränderungen: Besuche von Freizeit- und Vergnügungsparks, Museen und Kunstausstellungen, Zoos und Tierparks sowie Konzerte und Festivals haben im Vergleich zu 2016 zugenommen. Clubs und Volksfeste verlieren dagegen an Zuspruch.

Hände vor dem gekneteten Schriftzug "Große Gefühle"

Es geht um "große Gefühle" bei der Mitmach-Ausstellung für Kinder im Dresdner Hygiene-Museum - Eine spielerische Entdeckungsreise durch Wut, Angst , Freude, Ekel oder Trauer.

29.07.2026 | 2:00 min

Freie Zeit wird nicht mehr

Konstant ist die Menge der verfügbaren Freizeit. Seit 1988 schwankt das Zeitbudget an einem normalen Werktag nur um 28 Minuten. 2026 kommen die Befragten auf durchschnittlich 3,56 Stunden Freizeit.

Damit hat die Digitalisierung nicht dazu geführt, dass die Menschen mehr freie Zeit gewinnen. Technische Erleichterungen im Haushalt, schnellere Kommunikation und automatisierte Arbeitsprozesse haben zwar Zeit eingespart, doch zur gleichen Zeit sind neue Beschäftigungen entstanden. Zudem verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, während die ständige Erreichbarkeit zusätzliche Zeit beanspruchen kann.

Humanoide Roboter sollen im Haushalt unterstützen.

Bei Pekings Welt-Roboter-Spielen messen sich erstmalig menschenähnliche Roboter in Aufgaben im Haushalt. Bis 2035 sollen in allen Lebensbereichen in China intelligente Systeme eingesetzt werden.

22.08.2026 | 1:12 min

Junge Frauen und Männer mit unterschiedlichen Interessen in der Freizeit

Bei den 18- bis 34-Jährigen ähneln sich die Freizeit-Aktivitäten: Internet, Musik, Social Media, Besorgungen, Chillen und Sport gehören für junge Frauen und Männer zum Alltag. Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt beobachtet zudem: "Manche Klischees werden bestätigt: Männer sind eher am Zocken, Frauen eher im sozialen Bereich unterwegs." Und:

Es gibt große Unterschiede im Alter: Mittlerweile gibt es mehr junge Frauen, die sich der Handarbeit widmen, als ältere.

Dr. Ulrich Reinhardt, Zukunftsforscher

18 Prozent der unter 35-Jährigen stricken oder nähen regelmäßig - das ist mehr als doppelt so viele wie bei den über 65-Jährigen.

Julia von Weiler | Expertin für digitalen Kinder- und Jugendschutz

29 US-Bundesstaaten klagen gegen Meta: Social Media mache süchtig. Meta weist das zurück. Psychologin Julia von Weiler erklärt: "Es geht darum, unsere Aufmerksamkeit zu binden und das funktioniert".

19.08.2026 | 6:10 min

Die Freizeit soll für die meisten Menschen verschiedene Bedürfnisse befriedigen: ständige digitale Verfügbarkeit, den Wunsch nach Ruhe und Erholung und aktive Beschäftigung. Reinhardt: "Freizeit ist das, was uns gut tut. Insofern werden viele Aktivitäten konstant bleiben: einfach chillen, nichts tun, faulenzen, sich unterhalten lassen, sich informieren."

Ich glaube aber auch an eine Renaissance des Sozialen: Lieber wollen wir doch unsere Freizeit mit anderen verbringen als allein.

Dr. Ulrich Reinhardt

Annette Yang ist Redakteurin im ZDF-Studio in Hamburg.

Smart Glasses

Smart Glasses sind neu, haben integrierte Kameras. Sie bieten Funktionen wie Ortshinweise, können aber auch unbemerkte Aufnahmen ermöglichen. Immer häufiger tauchen Bilder in den sozialen Medien auf.

21.08.2026 | 2:52 min

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Über dieses Thema berichtet das ZDF-Mittagsmagazin am 25.08.2026 ab 12 Uhr.

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