Autofahrerin erfasst Schülergruppe:Unfall in Dinslaken: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung
Zwei Schüler sterben in Dinslaken, als eine Frau mit ihrem Auto in eine Gruppe von Zwölfjährigen fährt. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.
Ein Pkw hat drei radelnde Kinder erfasst, zwei von ihnen starben. Gegen die Fahrerin wird nun ermittelt.
27.05.2026 | 1:30 minGegen die 47-jährige Autofahrerin, die am Mittwochmorgen in Dinslaken mit ihrem Wagen in eine Gruppe von Schülern gefahren ist, wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Das hat die zuständige Staatsanwaltschaft Duisburg mitgeteilt. Die genaue Unfallursache und der konkrete Ablauf seien weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Die Autofahrerin war am Mittwochmorgen aus zunächst ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und hatte anschließend drei zwölfjährige Radfahrer erfasst. Zwei Kinder erlagen später ihren schweren Verletzungen. Der dritte Junge wurde leicht verletzt und musste nicht im Krankenhaus behandelt werden.
Medizinisches Problem der Autofahrerin?
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war gegen die Beschuldigte bereits im Jahr 2025 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs geführt worden. Hintergrund war ein Verkehrsunfall im Mai 2025, bei dem die Frau einen plötzlich auftretenden, nicht vorhersehbaren Ohnmachtsanfall erlitten hatte. Das Verfahren wurde damals mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt.
2025 sind laut Statistischem Bundesamt 462 Radfahrer im Straßenverkehr ums Leben gekommen - 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr.
27.04.2026 | 0:21 minInfolge des ersten Unfalls wurde der Frau ein sogenannter Ereignisrekorder zur Aufzeichnung der Herzaktivität eingesetzt. Die dort gespeicherten Daten würden ausgewertet, hieß es. Zudem wurde das Fahrzeug beschlagnahmt. Ein Sachverständiger wurde mit der Rekonstruktion des Unfallgeschehens beauftragt.
Die Frau sei am Mittwoch nicht vernehmungsfähig gewesen, sagte die zuständige Staatsanwältin. Ob man im Laufe des Tages mit ihr sprechen könne, müsse geprüft werden. Die Behörde habe ein Unfallgutachten zum Ablauf der Kollision in Auftrag gegeben. Dabei gehe es unter anderem auch darum, ob die Frau in der Tempo-30-Zone vor der Schule zu schnell unterwegs war.
Schweigeminute in Dinslaken am Freitag
Am Gymnasium der drei verunglückten Jungen, an der Grundschule, vor der der Unfall passiert war, und in der ganzen Stadt herrschte am Tag nach dem tragischen Unfall große Betroffenheit. Viele Menschen legten an der Unfallstelle Kerzen, Blumen und Teddybären ab.
Am Freitag soll es um 9.15 Uhr eine stadtweite Schweigeminute im Gedenken an die beiden verstorbenen Jungen geben, wie die Stadt mitteilte.
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