Yad Vashem plant erste Außenstellen in München und Leipzig

Holocaust-Gedenkstätte:Yad Vashem plant erste Außenstellen in München und Leipzig

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In München soll ein Bildungszentrum der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen, in Leipzig eine Dependance. Es sind die ersten Außenstellen im Ausland.

Die deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) am Karolinenplatz 4. In dem Gebäude am Karolinenplatz soll ein Bildungszentrum der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen.

Ein Bildungszentrum der Gedenkstätte Yad Vashem soll am Karolinenplatz in München entstehen.

Quelle: dpa

Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem will ein neues Bildungszentrum in München eröffnen. Der Standort sei wegen seiner strategisch günstigen Lage und seiner Bildungslandschaft ideal, teilte die Gedenkstätte am Donnerstag mit. "In Verbindung mit Yad Vashems Expertise in den Bereichen Erinnerung, Dokumentation und Vermittlung soll das Zentrum eine möglichst große pädagogische Reichweite und Wirkung erzielen." Das Bildungszentrum soll demnach in drei Jahren öffnen.

Zudem soll es eine kleinere Dependance in Leipzig geben. Das dortige Angebot soll sich speziell an Pädagoginnen und Pädagogen in der gesamten Region sowie in deren Nachbarländern richten. Die beiden Einrichtungen werden die ersten Außenstellen außerhalb von Israel sein.

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Der Vorsitzende von Yad Vashem, Dani Dayan, erklärte:

Da wir uns immer weiter von der Ära der Zeitzeugenberichte entfernen, ist eine historisch fundierte Holocaust-Bildung wichtiger denn je.

Dani Dayan, Vorsitzender Yad Vashem

Die Wahl München - einst Geburtsstätte der NSDAP - habe eine tiefe symbolische Bedeutung, sagte Dayan.

Yad Vashem: Erinnerungsarbeit verstärken

Yad Vashem will mit dem Bildungszentrum eigenen Angaben zufolge "sein weltweites Engagement in der Holocaust-Bildung und Erinnerungsarbeit verstärken". Die Gedenkstätte erklärte: "Dies geschieht in einer Zeit, in der weltweit verzerrte Darstellungen der Geschichte des Holocaust zunehmen und der Antisemitismus sich weiter ausbreitet."

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Ziel der Einrichtung sei es auch, den Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland und Europa weiter zu stärken, erklärte Bundesbildungsministerin Karin Prien.

Das Wissen über das, was war, ist wichtig, um das Übel in der Zukunft zu verhindern.

Karin Prien, Bundesbildungsministerin

"Dabei wissen gerade junge Menschen in Deutschland zu wenig über die Shoah und die systematische Ermordung von Millionen Juden im Nationalsozialismus", sagte die CDU-Politikerin.

Der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antisemitismus, Felix Klein, sagte der "Rheinischen Post": "Dass Yad Vashem hier in Deutschland sein erstes Zentrum außerhalb Israels errichten will, zeigt das große Vertrauen, das in Israel uns gegenüber besteht."

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Erster Vorstoß vor drei Jahren

Yad Vashem mit Sitz in Jerusalem ist die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt. Die Idee für das Bildungszentrum in Deutschland war erstmals 2023 bei einem Treffen zwischen dem Vorsitzenden Dayan und dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz vorgebracht worden. Die schwarz-rote Koalition hatte das Projekt ebenfalls unterstützt. Neben Leipzig und München hatten sich auch Köln und Düsseldorf als mögliche Standorte beworben.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begrüßte die Entscheidung. Jüdisches Leben gehöre fest zu Bayern, das zu seiner geschichtlichen Verantwortung stehe. "Bayern wird für Yad Vashem ein gutes Zuhause sein."

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erklärte, Teil des neuen Holocaust-Bildungszentrums zu sein, sei für Sachsen eine große Ehre und zugleich Verpflichtung. Leipzig könne auch eine "Brücke nach Osteuropa" sein.

Die internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem wurde 1953 in Israel gegründet. Der Name setzt sich aus den hebräischen Worten für Denkmal (Yad) und Namen (Shem) zusammen. Sie versteht sich als "lebendiges Denkmal des jüdischen Volkes für den Holocaust". Ihre Aufgaben sind Erinnerung, Dokumentation, Forschung und Bildung. Dazu sammelt Yad Vashem unter anderem Zeugnisse, Dokumente und Namen der ermordeten Jüdinnen und Juden. Die Gedenkstätte ehrt zudem nichtjüdische Retterinnen und Retter als "Gerechte unter den Völkern".

Yad Vashem liegt auf dem Berg des Gedenkens in Jerusalem und besteht aus Museen, Schulungszentren, Bibliotheken und Denkmälern. In der "Halle der Namen" wird der sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden des nationalsozialistischen Völkermords gedacht.

Wegen der Sicherheitslage infolge des Gaza-Kriegs haben im Jahr 2025 nur 291.000 Menschen Yad Vashem besucht. Im Jahr 2019, vor der Corona-Pandemie und dem Gaza-Krieg, waren es über eine Million.

Quelle: epd


Quelle: epd, dpa, KNA
Über dieses Thema berichtete unter anderem heute in Deutschland am 28.05.2026 ab 14 Uhr.

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