Türkei: Achtklässler schießt auf Mitschüler - neun Tote

Gewalttat im Südosten des Landes:Türkei: Achtklässler schießt an Schule um sich - neun Tote

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Ein Achtklässler hat an seiner Schule in der Südost-Türkei mindestens neun Menschen getötet. Weitere 13 Menschen seien verletzt worden, teilte der türkische Innenminister mit.

Ersthelfer verladen nach einem Amoklauf am 15.04.2026 in Kahramanmaras in der Türkei einen Leichensack in einen Krankenwagen.

Der "heute Xpress"-Bericht von 15 Uhr: An einer Schule im Südosten der Türkei wurden mehrere Menschen getötet.

15.04.2026 | 0:21 min

Bei einem Schusswaffenangriff in einer Schule im Bezirk Onikisuba im Südosten der Türkei sind mindestens neun Menschen getötet worden.

Ein Achtklässler hatte an seiner Schule in der Provinz Kahramanmarasum um sich geschossen. Acht Schüler und ein Lehrer seien tot, und es gebe 13 Verletzte, teilte der türkische Innenminister Mustafa Ciftci mit. Sechs werden demnach auf der Intensivstation behandelt. Der Minister sprach von einem "Massaker".

Es handelte sich hierbei ausschließlich um einen persönlichen Angriff durch einen unserer Schüler, nicht um einen Terroranschlag.

Mustafa Ciftci, türkischer Innenminister

Es ist der zweite derartige Vorfall in Folge an einer Schule in der Türkei, wo Angriffe mit Schusswaffen bislang selten waren. Ob Ciftci den ebenfalls gestorbenen Angreifer bei dieser Zahl der Toten einbezog, blieb zunächst unklar. Zuvor hatte der Provinzgouverneur Mükerrem Ünlüer mitgeteilt, dass auch der Angreifer tot sei.

Gouverneur: Angreifer nutzte Waffen seines Vaters

In seinem Rucksack habe der 14-jährige Schüler fünf Waffen und sieben Magazine mit in die Schule gebracht, sagte der Gouverneur. Ihm zufolge nahm der Jugendliche die Schusswaffen mutmaßlich seinem Vater ab, einem pensionierten Polizisten. In zwei Klassenräumen habe er wahllos um sich geschossen. Das Motiv des Täters war zunächst noch unklar.

Fernsehbilder zeigten Krankenwagen sowie ein Großaufgebot der Polizei. An der Schule waren weinende Eltern zu sehen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drückte sein Beileid aus. Die gesamte Türkei sei erschüttert, schrieb er auf X.

X-Post des türkischen Präsidenten Erdogan

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Die Schule werde in einem Zweischichtensystem betrieben, erklärte Innenminister Ciftci. Das bedeutet, dass eine Gruppe an Schülerinnen und Schülern am Vormittag und eine Gruppe am Nachmittag unterrichtet wird. Der Vorfall ereignete sich demnach gegen 13.30 Uhr Ortszeit - genau zu dem Zeitpunkt, als die Schüler der Vormittagsschicht den Unterricht beendeten. Der Angreifer gehörte selbst zur Nachmittagsgruppe.

Fünftklässlerin schildert Angriff, Eltern festgenommen

Eine Fünftklässlerin, die im Krankenhaus behandelt wird, schilderte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu eine chaotische Situation: "Ich bin mit Todesangst aus dem Fenster gesprungen", sagte sie. Der Schulleiter habe sie aufgefangen. "Wir wussten nicht, was gerade passiert. Jeder sprang in Panik aus dem Fenster." Sie habe sich ein Bein gebrochen.

Der Vater und die Mutter des Angreifers seien festgenommen worden, berichtete Anadolu. Die Generalstaatsanwaltschaft habe Ermittlungen eingeleitet. Im Rahmen dieser Ermittlungen sei ein Veröffentlichungsverbot bezüglich des Vorfalls verhängt worden, hieß es von der türkischen Rundfunkbehörde Rtük. Nach Angaben des Innenministers bleibt die Schule zunächst für zwei Tage geschlossen.

Provinz Sanliurfa: Bereits am Dienstag Schüsse an Schule

Bereits am Dienstag waren an einem Gymnasium in der südöstlichen Stadt Sanliurfa - nicht weit entfernt von Kahramanmaras - Schüsse gefallen. 16 Menschen wurden dabei verletzt, darunter zehn Schüler. Der Angreifer war dort nach Angaben des Innenministeriums ein ehemaliger Schüler der Schule. Er habe sich das Leben genommen.

In der Türkei gelten strenge Waffengesetze. Der Besitz einer Schusswaffe erfordert eine Registrierung und einen Waffenschein inklusive Nachweis der psychologischen Eignung sowie eine Überprüfung auf mögliche Vorstrafen. Auf illegalen Waffenbesitz stehen strenge Strafen. Laut den Schätzungen einer türkischen Stiftung sind in der Türkei allerdings dennoch zahlreiche Schusswaffen im Umlauf, die meisten davon illegal. Oppositionsführer Ögzür Özel forderte nun schärfere Sicherheitsvorkehrungen an Schulen im Land.

Quelle: AFP, dpa, Reuters
Über das Thema berichtete heute Xpress am 15.04.2026 um 15 Uhr.
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