Gedenken am zehnten Jahrestag:Germanwings-Absturz: "Unermesslicher Schmerz"
Zehn Jahre nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine auf dem Weg nach Düsseldorf wird heute mit Blumen und Gebeten an die Opfer erinnert. Der Schock sitzt noch immer tief.
Cremefarbene Rosen, Glockengeläut und Gebete: Zehn Jahre nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf ist bei Gedenkfeiern an die vielen Toten erinnert worden.
In Haltern am See am Nordrand des Ruhrgebiets kamen mehrere Hundert Menschen auf dem Schulhof des Joseph-König-Gymnasiums zusammen. 16 Jugendliche und zwei Lehrerinnen der Schule waren damals auf dem Rückweg von einem Spanienaustausch an Bord der Unglücksmaschine.
Es war eine der größten Katastrophen der europäischen Luftfahrtgeschichte: 150 Menschen starben am 24. März 2015 bei dem Absturz in den französischen Alpen. Nach Überzeugung der Ermittler führte der psychisch kranke Co-Pilot den Absturz absichtlich herbei, um sich das Leben zu nehmen.
Rosen erinnern an die Spanisch-Gruppe
Auf dem Schulhof des Gymnasiums legten Schülerinnen und Schüler am zehnten Jahrestag cremefarbene Rosen nieder. Eine Gedenkstelle erinnert an die Absturzopfer aus der Schulgemeinschaft. 18 japanische Zierkirschen wurden für sie am Schulhof gepflanzt - bald werden sie wieder blühen. Um 10.41 Uhr wurde es ganz still auf dem Schulhof und in der gesamten Stadt. Es ist die Zeit, zu der die Germanwings-Maschine zerschellte.
Die Mitschüler von damals haben das Gymnasium längst verlassen, die heutigen Schüler haben die Trauer an der Schule vor zehn Jahren noch gar nicht mitbekommen. Trotzdem bleibe das Gedenken für das Gymnasium wichtig, sagte Schulleiter Christian Krahl.
Wir wollen denen, die bis heute unendlich traurig sind, nahe sein.
Christian Krahl, Schulleiter
Dass die Jugendlichen und ihre Lehrerinnen vor zehn Jahren so plötzlich aus dem Leben gerissen wurden, habe auch eine Botschaft an die Schülerinnen und Schüler heute, sagte Pastoralreferentin Stephanie Rüsweg. "Die Zeit, die dir gegeben ist, ist ein Geschenk", betonte sie. "Sagt noch heute euren Liebsten, dass ihr sie liebt. Nehmt euch Zeit für eure Freunde, gerade weil unsere Zeit so durchgetaktet und begrenzt ist", gab sie den Schülern mit auf den Weg. "So siegt das Leben über den Tod. So siegt die Liebe über den Tod."
Halterns Bürgermeister: "Wir vergessen Euch nicht"
Auf dem städtischen Friedhof von Haltern, wo ein symbolisches Klassenzimmer an die Gruppe erinnert und einige der Jugendlichen begraben liegen, wurden am Jahrestag Kränze niedergelegt. "Wir vergessen Euch nicht", sagte Halterns Bürgermeister Andreas Stegemann. Der Germanwings-Absturz gehöre dauerhaft zur Geschichte der Stadt. Am Abend ist ein Gedenkgottesdienst in der St. Sixtus-Kirche geplant.
NRW-Schulministerin: "Unermesslich großer Schmerz"
Durch ihren Tod sei "unermesslich großer Schmerz über die Schulgemeinschaft" hereingebrochen, sagte die nordrhein-westfälische Schulministerin Dorothee Feller (CDU) im Vorfeld des Jahrestags. Das Erinnern an die Opfer sei für die Schule auch heute noch wichtig.
So erleben auch viele Schülerinnen und Schüler von heute, die die Gestorbenen nicht gekannt haben, welche Kraft Liebe, Freundschaft und Zugewandtheit entfalten können.
Dorothee Feller, NRW-Schulministerin
Familienangehörige reisen zum Absturzort in Frankreich
Viele Familienangehörige der Absturzopfer sind zum Jahrestag gemeinsam an den Absturzort in der Nähe von Le Vernet in den französischen Alpen gereist. Es ist für viele weiterhin der Ort, an dem sie sich den Verstorbenen am nächsten fühlen. Dort erinnert eine fünf Meter große goldene Sonnenkugel an die Opfer. Sie besteht aus 149 Elementen - der Copilot wurde bewusst nicht berücksichtigt.
Auch an den Flughäfen in Düsseldorf und Barcelona waren Gedenkfeiern geplant. Im sogenannten Raum der Stille liegt ein Kondolenzbuch aus, in dem Mitarbeitende und Reisende ihre Anteilnahme ausdrücken können.
Es gibt Hilfe, auch in scheinbar ausweglosen Situationen. "Ich weiß nicht mehr weiter", "Ich kann nicht mehr": Wenn Ihre Gedanken darum kreisen, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie unbedingt, mit jemandem darüber zu sprechen - egal, ob Familie, Freunde oder Menschen, die sich auf diese Themen spezialisiert haben.
Schnelle Hilfe: Telefonseelsorge (0800 111 0 111), Nummer gegen Kummer (116 111), im Notfall Polizei (110) oder Rettungsdienst (112) anrufen!
Die Gesellschaft für Suizidprävention führt eine Übersicht der Angebote auf ihrer Webseite www.suizidprophylaxe.de.
Lass Dir helfen - Freunde fürs Leben ist ein Verein, der Jugendliche und junge Erwachsene über die Themen Suizid und seelische Gesundheit aufklärt.
Info-Telefon der Deutschen Depressionshilfe (0800 33 44 533) - im Netz unter: www.deutsche-depressionshilfe.de
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