Merz zur Attacke auf CSD: "Angriff auf unsere Gesellschaft"

Reaktionen nach Attacke auf CSD:Merz: "Angriff auf unsere Gesellschaft"

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Es herrscht fassungsloses Entsetzen nach der Attacke auf den CSD in Berlin. Kanzler Merz und Politiker aller Parteien verurteilen die Tat. Prominente zeigen sich auch kämpferisch.

Friedrich Merz gibt eine Pressestaement zum Attentäter auf den CSD in Berlin. Im Hintergrund ist dei Mauer einer Kirche zu sehen.

Kanzler Friedrich Merz äußert sich zur Attacke auf den CSD und spricht allen Betroffenen sein Mitgefühl aus. Man wolle sich nicht einschüchtern lassen und Konsequenzen ziehen.

26.07.2026 | 2:56 min

Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag auf den Christopher Street Day in Berlin zeigen sich Spitzenvertreter aus Politik und Gesellschaft entsetzt und fordern eine entschiedene Reaktion des Staates.

Merz: "Lassen uns nicht einschüchtern"

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach auf X von einer "abscheulichen Tat" und einem "Angriff auf unsere Gesellschaft". Sie werde mit aller Härte verfolgt.

Solche Taten hätten nur einen Zweck, nämlich die Gesellschaft zu spalten und ihr Offenheit und Freiheit zu nehmen. "Lassen Sie sich, lassen wir uns nicht einschüchtern", sagte Merz später vor einer Trauerandacht in der Marienkirche am Berliner Alexanderplatz. Über Konsequenzen werde mit Entschlossenheit und Besonnenheit entschieden.

Söder verurteilt Anschlag und fordert entschiedenes Handeln

CSU-Chef Markus Söder sagte im ZDF-Sommerinterview, dieser "feige Anschlag" dürfe "auf keinen Fall ungesühnt bleiben". Es müsse "alles dafür getan werden", die Umstände aufzuklären.

Berlin direkt - Sommerinterview 2026 - Markus Söder, CSU-Vorsitzender, im Gespräch mit Wulf Schmiese

CSU-Chef Markus Söder verurteilt im ZDF-Sommerinterview den Anschlag auf den CSD in Berlin. "Das tut uns allen weh und schockt uns", sagt er.

26.07.2026 | 0:58 min

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich erschüttert: "Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben."

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einer "feigen, abscheulichen Attacke auf friedlich feiernde Menschen".

Den Angaben zufolge gehen die Sicherheitsbehörden von einem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag aus. Eine Frau starb bei der Attacke, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Der CSU-Politiker bot den Landesbehörden Unterstützung an.

People mourn in front of the Brandenburg Gate after taking part in a mourning march near the scene where a vehicle was driven into a crowd beside the Christopher Street Day (CSD) parade route in Berlin.

Ein mutmaßlicher Islamist raste in Berlin in CSD-Besucher und griff Menschen mit einer Machete an. Eine Person starb, 29 wurden verletzt. Der Täter wurde erschossen.

26.07.2026 | 2:38 min

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner ordnete Trauerbeflaggung auf halbmast am Bundestag an. "Wer Menschen attackiert, die für Freiheit, gleiche Rechte und Vielfalt einstehen, greift die Grundlage unseres demokratischen Gemeinwesens an, der tritt die Menschenwürde mit Füßen", sagte Klöckner.

Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte (SPD) sprach von einem Angriff "gegen die Freiheit von uns allen, gegen unsere Werte und unser friedliches Zusammenleben".

Dunja Hayali und Carsten Behrendt

Der mutmaßliche Attentäter von Berlin wurde in einer Kleingartenkolonie erschossen. Laut Polizei stürmte er mit einer Stichwaffe auf Beamte zu, so ZDF-Reporter Carsten Behrendt.

26.07.2026 | 3:17 min

SPD-Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil nannte die Attacke einen "Angriff auf unsere Gesellschaft", der ihn sehr bestürze.

Jetzt braucht es eine lückenlose Aufklärung der Tat und eine konsequente Bestrafung. Der CSD steht für das Recht jedes Menschen, frei und selbstbestimmt zu leben. Dieses Recht und diese Freiheit werden wir verteidigen.

Lars Klingbeil, Vizekanzler

Der CDU-Spitzenkandidat für die bevorstehende Abgeordnetenhauswahl in Berlin, Stefan Evers, schrieb auf der Plattform X: "Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz."

Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD), schrieb bei Instagram: "Wenn die Feinde unserer Freiheit Hass und Gewalt säen, werden sie keine Angst ernten, sondern mehr Zusammenhalt, mehr Vielfalt und mehr Sichtbarkeit." Im ZDF spezial sagte sie: "Ich habe sehr viele Menschen heute trauern sehen, aber auch sich halten sehen, ganz viel Zusammenhalt gesehen in der Community."

Dunja Hayali und Peter Neumann

Der CSD-Attentäter hätte keine Bewährung bekommen sollen, sagt Terrorismusexperte Peter Neumann. Um solche Taten zu verhindern, brauche es harte Strafen, aber auch Prävention.

26.07.2026 | 5:08 min

Auch aus den anderen Parteien zeigten sich viele Politiker bestürzt und drückten den Betroffenen und Familien ihr Mitgefühl aus.

Prominente zeigen sich entsetzt - und kämpferisch

Auch viele Prominente äußerten sich entsetzt - aber auch kämpferisch. Sängerin Sarah Connor, die auf der Abschlusskundgebung am Samstag am Brandenburger Tor aufgetreten war, drückte den Betroffenen und Angehörigen ihr Beileid aus. "Ekelhaft und sinnlos diese Tat!", erklärte sie bei Instagram, betonte aber: "Ich würde jederzeit wieder auftreten und ich hoffe, wir machen das im nächsten Jahr wieder genauso!!!! Noch lauter, noch bunter!"

Rapperin Ikkimel, die am Freitag beim "Demokratieabend" des Berliner CSD am Brandenburger Tor aufgetreten war, schrieb in ihrer Instagram-Story: "Liebe ist NIEMALS der Fehler, ANGST UND HASS niemals eine Antwort". Sie hoffe, dass viele Menschen jetzt realisierten, wie wichtig es sei, zusammenzuhalten - "jetzt noch mehr als sonst". Wenigstens Berlin solle ein sicherer Ort sein, so die 29-Jährige. "Bitte bitte bleibt stark. Ich werde immer für uns einstehen."

Anschlag in Berlin
:Nach CSD-Angriff: Rufe nach schärferem Strafrecht

Eine Tote, mehrere Verletzte: Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag beim CSD in Berlin werden Rufe nach rechtlichen Konsequenzen laut. Alle News im Liveblog.
Ein Polizeibeamter geht an den Wohnblöcken vorbei, in denen  in der Nacht eine Wohnung durchsucht wurde.
Liveblog
Quelle: dpa, epd, kna
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 26.07.2026 ab 00:30 Uhr sowie um 09:22 Uhr und in der ZDFheute live ab 10 Uhr.

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