Entscheidungen in der Leichtathletik:Ansah sprintet zum Titel - nach Wirbel um Dopingtest
Owen Ansah verteidigt seinen Titel, Jolina Ernst siegt im Heim-Stadion. Favoriten-Erfolg im Speerwerfen und Sieger mit Missgeschicken. Leichtathletik-Ergebnisse im Überblick.
Deutschlands Sprintstar Owen Ansah läuft bei der Deutschen Meisterschaft zum Titel. Über seinem Rennen schwebt der Wirbel um seinen nicht abgegeben Doping-Test.
25.07.2026 | 7:30 minOwen Ansah ist trotz des Wirbels um seinen nicht abgegebenen Dopingtest bei der Leichtathletik-DM in Wattenscheid ganz souverän erneut zum Titel über 100 Meter gesprintet. Der Hamburger hat gar an seinem deutschen Rekord gekratzt. Ansah gewann im Lohrheidestadion in glatten 10,00 Sekunden und blieb nur zwei Hundertstel über seiner Bestmarke (9,98) aus dem Juni.
Ansah könnte Sperre drohen
Ansah wurde im ausverkauften Stadion mit sattem Applaus begrüßt. Er ließ sich zumindest auf den ersten Blick nicht anmerken, dass ihm eine mehrjährige Sperre droht. "Dieses Jahr habe ich extra hart trainiert, um solche Zeiten hierherzubringen", sagte Ansah nach dem Rennen im ZDF.
Ich wollte zeigen, dass ich der schnellste Deutsche bin. Und das habe ich gut geschafft.
Owen Ansah
Die DM ist der letzte Härtetest vor den Europameisterschaften in Birmingham (10. bis 16. August), für die Ansah nominiert werden dürfte. Eine Entscheidung in seinem Fall ist bis dahin nicht zu erwarten. Da kein positiver Test von ihm vorliegt, ist Ansah vorläufig nicht gesperrt.
Die neue ZDF-Leichtathletik-Expertin Lisa Mayer äußert sich zum Fall Owen Ansah. Der Sprintstar selbst spricht über sein Siegrennen bei den Deutschen Meisterschaften.
25.07.2026 | 2:53 minJolina Ernst gelingt Heimsieg
Bei den Frauen siegte Jolina Ernst im 100-Meter-Lauf mit 11,26 Sekunden vor Emma Goretzka aus Berlin, die ebenfalls mit 11,26 Sekunden gestoppt wurde, aber wenige Tausendstel langsamer war.
Jolina Ernst freut sich über ihren Sieg im heimischen Stadion in Wattenscheid.
Quelle: IMAGO / Philipp StevensDie 22-jährige Siegerin Ernst kommt aus Wattenscheid und gewinnt ausgerechnet zu Hause ihren ersten Meistertitel bei den Frauen. Mit 11,26 Sekunden lief sie genau im richtigen Moment persönliche Bestzeit. Nach dem Rennen sagte sie überglücklich im ZDF:
Ich kann das gar nicht glauben. Ich glaube, das war das Stadion. Meine Freunde und Familie, die hier überall verteilt sind und zuschauen.
Jolina Ernst
Lückenkemper verpasst siebten Meistertitel
Die einstige Europameisterin Gina Lückenkemper verpasste ihren siebten Titel und wurde in 11,29 Sekunden nur Dritte. Die Jahresschnellste Rebekka Haase belegte Platz vier. Lückenkemper wurde nach eigenen Worten vor einigen Wochen durch einen Zeckenbiss in den Hinterkopf für einige Zeit ausgebremst.
Das hat mich echt zerstört.
Gina Lückenkemper
Da Lückenkemper auch eine Absage für die Meisterschaften erwogen hatte, war sie letztlich glücklich mit der Bronzemedaille.
Die Höhepunkte kompakt zusammengefasst mit Leichtathletik, Triathlon, Geräteturnen, BMX, Beachvolleyball, Breaking, 3x3-Basketball, Speed-Klettern und mehr.
25.07.2026 | 9:30 minSpeer: Weber zieht mit Rekordhalter Wolfermann gleich
Im Speerwerfen geht die Siegesserie von Julian Weber aus Mainz weiter. Der 31-Jährige wird mit 82,60 Metern zum sechsten Mal in Folge Deutscher Meister und zieht mit Legende Klaus Wolfermann gleich. Der Olympiasieger von München 1972 war zwischen 1969 und 1974 sechsmal nacheinander bundesdeutscher Meister.
In der Wechselzone stand Luis Rühl beim Triathlon-Mixed-Wettbewerb ohne Schuhe da. Konkurrent Scott Koslick hatte sie versehentlich angezogen. Beide erklären die Situation im ZDF-Interview.
23.07.2026 | 1:43 minSiege trotz Missgeschick bei Hindernislauf und Hochsprung
Der Titel über 3.000 Meter Hindernis ging zum siebten Mal an den Dresdner Karl Bebendorf, obwohl er gut vier Runden vor Schluss ohne Fremdeinwirkung stolperte und stürzte.
Ich bin schnell wieder aufgestanden, und dann gab es nur noch eine Richtung.
Karl Bebendorf
Der Sieger im Hochsprung, Tobias Potye, erlitt eine Platzwunde.
Quelle: IMAGO / Beautiful SportsPotye ist trotz der Platzwunde zum sechsten Mal in Folge deutscher Meister im Hochsprung. Der einstige EM-Zweite prallte bei einem Fehlversuch über 2,19 Meter an einen der Ständer, die die Latte halten, und konnte nicht weitermachen. Dem Münchener genügten 2,15 Meter für den Titel vor dem höhengleichen Falk Wendrich.
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