Waldbrände: 67.000 Evakuierte in Frankreich - Notstand in Spanien

Verheerende Waldbrände:67.000 Evakuierte in Frankreich - Notstand in Spanien

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Schwere Waldbrände in Südeuropa: Spanien ruft den "Notstand nationaler Tragweite" aus, Frankreich evakuiert Zehntausende Menschen. Hitze und Winde erschweren die Löscharbeiten.

Frankreich, Lacanau: Strandbesucher sitzen am Strand von Moutchic in Lacanau im Südwesten Frankreichs, während Rauchwolken von einem Waldbrand in den Himmel aufsteigen

In Spanien und Frankreich breiten sich weiter schwere Waldbrände aus. Während Madrid den Notstand ausruft, werden an der französischen Atlantikküste Zehntausende Menschen in Sicherheit gebracht.

24.07.2026 | 1:28 min

Die Waldbrand-Situation in Frankreich und Spanien nimmt immer dramatischere Dimensionen an: Während bei Madrid und in einer anderen spanischen Region der Notstand ausgerufen wurde, mussten an der französischen Atlantikküste Zehntausende weitere Touristen und Einwohner vorsorglich ihre Quartiere und Häuser räumen. In beiden Ländern sprechen die Behörden von ungünstigen Wetterbedingungen, die die Löscharbeiten erschweren.

Frankreich: Zehntausende Menschen evakuiert

Wegen der sich weiter unkontrolliert ausdehnenden Waldbrände an Frankreichs Atlantikküste wurden inzwischen insgesamt rund 67.000 Menschen evakuiert. An der auch bei deutschen Touristen beliebten Küste bei Bordeaux mussten weitere 24.000 Menschen zehn am Becken von Arcachon gelegene Orte verlassen, wie die Präfektin des Departements Gironde, Sophie Brocas, am Freitagnachmittag sagte.

Rund 20.000 Menschen waren zuvor bereits vor allem von Campingplätzen und aus Ferienanlagen evakuiert worden. Von Cap Ferret aus wurden für die Evakuierung seit dem Morgen auch Schiffe eingesetzt.

Feuerwehrleute versuchen in der Nähe von Le Porge im Südwesten Frankreichs mit einem Waldbrandlöschfahrzeug, die brennenden Bäume zu löschen.

Rauch liegt in der Luft, der Himmel ist orange-rot. In Frankreich ist die Natur nach drei Hitzewellen so trocken, dass jeder Funke, Waldbrände auslösen kann. Die Feuerwehr ist ständig im Einsatz.

24.07.2026 | 2:41 min

Das Feuer habe sich inzwischen auf 12.500 Hektar Fläche ausgedehnt - das ist eine Fläche knapp so groß wie Paris. 80 Gebäude wurden von den Flammen beschädigt, davon 50 komplett zerstört, wie auch ein Campingplatz. Mehr als 1.000 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Unterstützt würden sie von einer großen Zahl an Löschflugzeugen. Bislang kam von der Bevölkerung niemand zu Schaden. allerdings wurden mehr als 40 Feuerwehrleute überwiegend leicht verletzt.

Wegen eines weiteren Brandes an der Atlantikküste südlich von Bordeaux im Bereich des Ortes Biscarrosse mussten unterdessen 23.000 Menschen evakuiert werden. Dort hatte ein Lieferwagen auf einer durch einen Wald führenden Landstraße wahrscheinlich wegen eines technischen Defekts Feuer gefangen. 100 Häuser wurden durch den Brand beschädigt, 700 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Dramatische Szenen gab es auch bei einem Reitgestüt in Biscarrosse: Wie auf Videobildern der Zeitung "Le Figaro" zu sehen war, wurden die Pferde aus ihren Stallungen gelassen, damit sie sich über die Straße galoppierend vor dem heranrückenden Brand retten konnten.

Eindämmung der Brände in Frankreich bleibt schwierig

Die Lage zur Eindämmung und Bekämpfung der Brände blieb unterdessen schwierig. Es wurden erneut Temperaturen von bis zu 39 Grad in der Region erwartet. Wie die Präfektur des Départements Landes mit Blick auf den Brand in Biscarrosse am Morgen mitteilte, sei das Feuer noch nicht unter Kontrolle. Es wehe Wind und die Lage bleibe weiterhin sehr unbeständig und ungünstig.

Unterstützung bei den Löscharbeiten erhält Frankreich nun auch über den Hilfsmechanismus der Europäischen Union. Wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, kämen zur Unterstützung unter anderem zwei Löschflugzeuge aus Kroatien sowie Hubschrauber aus Tschechien und der Slowakei. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bot Frankreich Unterstützung an.

waldbrandgefahr durch brennende zigarette

In der Provence ist man Waldbrände gewohnt, versucht ihnen effektiv vorzubeugen. Etwa mit freiwilligen Teams, die patrouillieren und kleine Feuer direkt melden, damit sofort gelöscht werden kann.

24.07.2026 | 2:15 min

Die Waldbrände treffen Frankreich in diesem Sommer besonders hart. Wie Innenminister Laurent Nuñez sagte, seien in diesem Jahr bislang bereits 50.000 Hektar Fläche von Waldbränden betroffen worden, dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Spanien ruft Notstand wegen Bränden aus

Spanien hat wegen der Brände für die Umgebung der Hauptstadt Madrid sowie die nahegelegene Provinz Ávila derweil den Notstand ausgerufen. Das Innenministerium kündigte in der Nacht die Entsendung weiterer Kräfte zur Bekämpfung der Flammen an. Das operative Kommando übernahm eine militärische Kriseneinheit, die direkt bei der Regierung angesiedelt ist. Zudem steht mit der Ausrufung eines "Notstands von nationaler Tragweite" mehr Geld zur Verfügung.

Vögel fliegen durch dichte Rauchwolken über eine Ziegenherde während eines Waldbrandes.

Die spanische Regierung ruft wegen schwerer Waldbrände den Notstand für Madrid und die Provinz Ávila aus. Auch in Südfrankreich verschärft sich die Lage, Frankreich bittet EU-Staaten um Hilfe.

24.07.2026 | 1:30 min

Nach einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Senders RTVE ist dies das erste Mal, dass wegen Waldbränden ein solcher Notstand erklärt wird. Wegen der Brände mussten inzwischen mehr als 20.000 Menschen ihre Häuser verlassen, die meisten davon im Großraum Madrid. In der Region Ávila wurden etwa 1.500 Anwohnerinnen und Anwohner evakuiert. In mehreren Gemeinden bedrohten die Flammen sogar das Zentrum.

Wetterlage in Spanien "besonders ungünstig"

Viele warten in Notunterkünften, bei Angehörigen oder Freunden darauf, dass sie zurückkönnen. Befürchtet wird, dass noch mehr Menschen evakuiert werden müssen, weil die Feuer nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden können. Das Innenministerium warnte für Freitag vor "besonders ungünstigen" Wetterbedingungen: Starke Windböen könnten die Brände weiter anfachen. Insgesamt sind in Spanien dieses Jahr bereits mehr als 125.000 Hektar Land verbrannt.

EU-Angaben zufolge wurden Canadair-Flugzeuge nach Spanien geschickt. Spanien hatte wie Frankreich über den Katastrophenschutzmechanismus der EU vier Löschflugzeuge zur Bekämpfung der Brände angefordert.

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Über dieses Thema berichteten unter anderem die heute-Nachrichten am 24.07.2026 ab 17:00 und 19.00 Uhr.

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