Update am Abend: Kalte Wohnungen in Berlin und Maduro vor Gericht

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Update am Abend:Kalte Wohnungen in Berlin und Maduro vor Gericht

von Jan Schneider

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ZDFheute Update - Jan Schneider


Guten Abend,

im Berliner Südwesten sitzen immer noch Zehntausende Menschen in kalten und dunklen Wohnungen. Nach dem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke sind in Stadtteilen wie Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde viele Wohnungen weiterhin ohne Strom. Zwar konnten inzwischen rund 14.000 Haushalte wieder ans Netz angeschlossen werden - für etwa 30.000 dürfte es aber noch bis Donnerstag dauern.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner spricht von einer "enormen Belastung" für die Betroffenen und kündigt Konsequenzen an. Die Täter seien professionell vorgegangen, sagte Wegner im ZDF-Morgenmagazin.

Das ist kein Spaß - hier spielt man bewusst mit dem Leben von Menschen.

Kai Wegner, Berlins Regierender Bürgermeister

Der Schutz der Strominfrastruktur der Hauptstadt müsse überprüft werden. 99 Prozent der Stromleitungen in Berlin seien bereits unter der Erde, ein Prozent der Leitungen verliefen aber noch oberirdisch.

Wegner: Stromanschlag professionell geplant

05.01.2026 | 5:43 min

Unterstützung für die Betroffenen kommt von Hilfsorganisationen, Nachbarn und dem Technischen Hilfswerk. Pflegeheime, Kitas und wichtige Einrichtungen werden mit Notstrom versorgt. Das Bundesinnenministerium wies dabei darauf hin, dass es nicht an Notstromgeneratoren fehle. In Sozialen Medien war das Gerücht aufgekommen, es fehle an Generatoren, da diese in die Ukraine geschickt worden seien.

Abseits solcher Vermutungen ist die Solidarität in der Hauptstadt groß: Viele Berlinerinnen und Berliner helfen einander mit warmen Unterkünften, Essen oder Informationen. Parallel laufen die Ermittlungen nach den Tätern auf Hochtouren - auch mit Unterstützung des Bundes.

Wie in Venezuela eine "Neuordnung der Welt" getestet wird

Auf der internationalen Bühne sind die Blicke weiter auf Venezuela und die US-Regierung gerichtet. Heute Abend um 18 Uhr soll der von den USA gefangen genommene venezolanische Präsident Nicolás Maduro vor einem New Yorker Gericht zu einer ersten Anhörung vorgeführt werden. Während die Trump-Administration im Galopp Fakten schafft, hadern viele Staaten noch damit, wie sie auf die US-Aktion reagieren sollen und wollen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron übt eine eher vorsichtige Kritik am Vorgehen der USA: Frankreich habe "die angewandte Methode weder unterstützt noch gebilligt", sagte Macron nach den Worten der Regierungssprecherin Maud Bregeon in Paris. "Wir verteidigen das Völkerrecht und die Freiheit der Völker", habe Macron während der Kabinettssitzung hinzugefügt.

Die Grafik zeigt eine Karte von Venezuela und amerikanisches Militär vor der Küste

Deutlich schärfer fällt die Kritik von Völkerrechtlern aus. Christoph Safferling etwa spricht von einem klaren Bruch der UN-Charta. Die militärische Festnahme Maduros verletze die territoriale Souveränität und politische Unabhängigkeit Venezuelas, ein Recht auf Selbstverteidigung liege erkennbar nicht vor. Der Professor für internationales Strafrecht fordert von der EU einen unmissverständlichen Protest. Bleibe dieser aus, drohe ein gefährlicher Präzedenzfall - auch für andere Mächte wie Russland oder China.

Safferling: "nicht im Sinne des Völkerrechts"

Der US-Militäreinsatz in Venezuela sei ein Verstoß gegen die im Völkerrecht festgelegte "territoriale Souveränität und politische Unabhängigkeit", sagt der Völkerrechtler Christoph Safferling.

05.01.2026 | 5:32 min

In Brüssel ringt man derweil um eine gemeinsame Linie. 26 EU-Staaten riefen zur Zurückhaltung auf, vermieden aber eine klare rechtliche Einordnung. EU-Parlamentsvizepräsidentin Katarina Barley warnte im ZDF vor einer "Neuordnung der Welt", in der große Staaten wieder offen Einflusssphären abstecken. Europa müsse jetzt Geschlossenheit zeigen und Partner suchen, die an der regelbasierten Ordnung festhalten.

Barley-Gespraech-Venezuela

05.01.2026 | 5:00 min

Während Washington weiter Tempo macht und in Caracas eine Übergangsregierung Gesprächsbereitschaft signalisiert, bleibt offen, wie es politisch weitergeht. Für viele Beobachter entscheidet sich in Venezuela nicht nur die Zukunft eines Landes - sondern auch, wie belastbar das internationale Recht noch ist.

Um 19:30 Uhr blickt auch ZDFheute live nach Venezuela: Was ist von den Drohungen gegen Kolumbien, Kuba und Grönland zu halten, strebt die USA einen Imperialismus an und welche Rolle spielen dabei Europa und Deutschland? Mit dabei ist Roderich Kiesewetter, Obmann der Union im Auswärtigen Ausschuss.

Was heute im Ukraine-Krieg passiert ist

Die russische Armee hat nach ukrainischen Angaben Charkiw im Nordosten des Landes mit Raketen angegriffen. Die Energieinfrastruktur sei "sehr schwer" beschädigt worden, teilt der Bürgermeister mit. Bei Angriffen auf Kiew soll ein Mann getötet worden sein, es gab mehrere Verletzte.

Drei ukrainische Männer räumen in einem zerstörten Gebäude Schutt weg, nasser Untergrund und eine Schubkarre sind zu sehen. Recht dunkle Szenerie.

05.01.2026 | 0:27 min

Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Weitere Schlagzeilen

Zahl des Tages

31,6 Milliarden Euro. So viel Geld könnte deutschen Städten und Gemeinden bis Ende 2026 in den Kassen fehlen. Das geht aus einer Schätzung nach Daten des Statistischen Bundesamtes und des Bundesfinanzministeriums hervor. Viele Kommunen befinden sich im "dramatischen Abwärtsstrudel", betont der Städte- und Gemeindebund in seiner Jahresauftakt-Bilanz.

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Streaming-Tipps für den Feierabend

Sie nennt sich selbst die "Cryptoqueen" und betrügt Menschen weltweit um Milliarden. 2017 verschwindet Ruja Ignatova spurlos. Die sechsteilige True-Crime-Serie "Take the Money and Run" erzählt ihre Geschichte. (Sechs Folgen á 45 min)

"Take the Money and Run - One Dream": Ruja Ignatova (Nilam Farooq) steht in einem glitzernden Kleid und auffälligem Schmuck im Vordergrund, ihr Blick ist konzentriert nach vorne gerichtet. Hinter ihr stehen Elva Gunnarsdottir (Tina Balthazar) und Jonas Kurth (László Branko Breiding).

11.01.2026 | 46:18 min

Vom Nerd zum Tech-Oligarchen: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gehört zu den mächtigsten Menschen der Welt. Die ZDFinfo-Doku "Mark Zuckerberg - Tech-Genie auf Trump-Kurs" zeigt den Imagewandel des einst schüchternen Geeks: Er spendet großzügig an den Fonds für die Amtseinführung von Donald Trump, fordert in einem Podcast mehr männliche Energie in Unternehmen und schafft nach einem Besuch in Mar-a-Lago die Faktenchecks von Meta ab. Ist ihm alles recht, um sein Imperium zu retten? (45 min)

Fotomontage zeigt die Facetten des Mark Zuckerberg: Aus einzelnen Streifen älterer und neuerer Fotos setzt sich ein Portrait zusammen.

03.01.2026 | 44:35 min

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