Nach US-Angriff auf Venezuela:EU-Vize Barley sieht die Welt vor einer "Neuordnung"
Nach dem US-Angriff auf Venezuela fordert EU-Vizepräsidentin Katarina Barley mehr Zusammenhalt. Europa müsse sich gegen Machtpolitik behaupten und seine Einheit stärken.
"Wenn jetzt die Regierungen beginnen, Einflusssphären einzuteilen", sei das "nicht im Interesse der deutschen oder europäischen Bevölkerung", so Katarina Barley (SPD) Vizepräsidentin des EU-Parlaments.
05.01.2026 | 5:00 minNach dem US-Militäreinsatz in Venezuela muss die Europäische Union nach Ansicht der Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley (SPD), Verbündete suchen und ihren Zusammenhalt stärken.
US-Präsident Donald Trump gehe es "darum, die Einflusssphäre der USA zu sichern, die westliche Hemisphäre als Einflusssphäre der USA zu definieren", sagte Barley im ZDF-Morgenmagazin.
Bisher hat sich die Bundesregierung nicht klar zum Vorgehen der USA geäußert. Experten sprechen hierbei jedoch von einem Bruch des Völkerrechts.
05.01.2026 | 1:46 minBarley: Es gibt eine "Neuordnung der Welt"
"Das ist das, worum es eigentlich geht", sagte sie mit Verweis auf die US-Militärintervention. Die EU müsse dringend "untereinander und mit unseren Verbündeten" diskutieren, wie sie mit diesem Anspruch umgehe, forderte Barley. Es werde "jetzt eine Neuordnung der Welt geben", warnte sie.
Wenn jetzt die Regierenden der großen Blöcke beginnen, Einflusssphären einzuteilen, dann wird es darum gehen: Wo sind unsere Partnerinnen und Partner?
Katarina Barley, Vizepräsidentin des EU-Parlaments
Wenn das jetzt zwei bis drei große Länder tun würden, dann gebe es "sehr, sehr viele, die damit nicht einverstanden sind, die daran kein Interesse haben". Die EU müsse diese befreundeten Staaten an einen Tisch holen "und sehen, wie wir damit umgehen".
Im Moment gehe es vor allem darum, "die Europäische Union zusammenzuhalten und sie stark zu machen", denn "diese großen Blöcke haben alle das Interesse, die Europäische Union auseinanderzudividieren", warnte Barley.
Nach dem Einsatz des US-Militärs in Venezuela am Samstag berät heute darüber der UN-Sicherheitsrat in einer Sondersitzung. Auch in Venezuela wird das Geschehene noch verarbeitet.
05.01.2026 | 1:40 minEU ruft zur Zurückhaltung auf
Am Sonntag hatten 26 EU-Staaten mit Ausnahme Ungarns eine gemeinsame Erklärung zu Venezuela veröffentlicht. Darin riefen sie "alle Akteure zur Ruhe und Zurückhaltung auf", um eine Eskalation zu vermeiden.
"Die Achtung des Willens des venezolanischen Volkes bleibt der einzige Weg für Venezuela, die Demokratie wiederherzustellen und die aktuelle Krise beizulegen", hieß es in der Erklärung.
Aktuelle Entwicklungen zur Lage in Venezuela finden Sie in unserem Liveblog:
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