Venezuelas bisheriger Staatschef:Maduro plädiert vor New Yorker Gericht auf nicht schuldig
Nicolás Maduro hat vor einem New Yorker Gericht seine Unschuld beteuert. Er sei ein "anständiger Mensch". Die US-Regierung wirft ihm "Drogenterrorismus" vor.
Der venezolanische Präsident Maduro wurde am Samstag bei einem Militäreinsatz der USA in Venezuela gefangen genommen. Nun weist er vor einem Gericht in New York alle Anschuldigungen zurück.
05.01.2026 | 1:48 minUnter weltweiter Beobachtung hat sich der von US-Spezialkräften gefangengenommene venezolanische Präsident Nicolás Maduro vor einem Gericht in New York für "nicht schuldig" erklärt. Der 63-Jährige wurde in Gefängniskleidung zu seiner ersten Anhörung vorgeführt. Auf Spanisch sagte er, er sei "entführt" worden.
"Ich bin nicht schuldig", sagte Maduro im Stehen laut Übersetzer, wie eine dpa-Reporterin aus dem Gerichtsgebäude berichtete.
In einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats haben China und Russland die Freilassung Maduros gefordert und die USA kritisiert. Die venezolanische Polizei fahndet derweil nach Unterstützern.
06.01.2026 | 0:30 minIch bin ein anständiger Mensch, ich bin immer noch der Präsident meines Landes.
Nicolás Maduro, gefangengenommener venezolanischer Präsident
Richter Alvin Hellerstein unterbrach ihn zwischenzeitig und mahnte, es gebe die Zeit und den Ort dafür, sich ausführlicher zu äußern. Gefragt worden war Maduro nur nach seiner Identität.
In Venezuela wurde heute die Vizepräsidentin als neue Regierungschefin vereidigt. Außerhalb des Landes wächst währenddessen die Sorge um die zukünftige Stabilität des Völkerrechts.
06.01.2026 | 2:31 minMaduro in Venezuela festgenommen und außer Landes gebracht
Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores waren am Wochenende von US-Soldaten in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gefangen genommen worden und in eine Haftanstalt in New York gebracht. Ihm werden vier Anklagepunkte vorgeworfen, unter anderem "Verschwörung zum Drogenterrorismus".
Er soll sein aus Sicht der USA illegal erlangtes Amt dafür genutzt haben, dass Tausende Tonnen Kokain in die USA transportiert werden konnten. Maduro habe für sich selbst daraus Vorteile gezogen. Er soll sich dafür mit Drogenhändlern verbündet haben.
Maduros Entführung sei völkerrechtswidrig - doch das sei "kein dicker Punkt", meint der Politikwissenschaftler Herfried Münkler. Seit dem Ukraine-Konflikt sei Regelbruch "eine Prämienleistung".
06.01.2026 | 6:52 minAuch Maduros ebenfalls angeklagte Frau sagte, sie sei "komplett" unschuldig. Die Strafverteidiger des Paares sprachen von gesundheitlichen Problemen Maduros sowie von Verletzungen, die Flores erlitten habe, ohne genau ins Detail zu gehen.
Eine Freilassung gegen Kaution werde "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht angestrebt, sagte Maduros Anwalt. Die nächste Anhörung wurde auf den 17. März terminiert. Richter Alvin Hellerstein sagte, es sei sein Job, dass es zu einem fairen Prozess komme.
Die Reaktion der Bundesregierung auf den Militäreinsatz der USA bleibt zurückhaltend. Die Opposition kritisiert das Verhalten deutlich.
05.01.2026 | 1:45 minDemonstranten vor dem Bundesgericht
Auf der Straße vor dem Bundesgericht hatten sich vor der gut 30-minütigen Anhörung Dutzende Demonstranten versammelt - sowohl Unterstützer Maduros als auch solche von US-Präsident Donald Trump, der den Angriff auf das südamerikanische Land und die Verschleppung des Präsidenten als einen Coup für sich verbucht hatte.
Maduro war in den USA schon einmal 2020 unter anderem wegen Drogenhandels angeklagt worden. Nun gibt es eine aktualisierte Anklage. Mitangeklagt in New York ist auch Maduros Sohn, der weiter in Venezuela ist. Zudem richten sich die Vorwürfe gegen den aktuellen sowie den früheren Innenminister.
Nach dem US‑Angriff auf Venezuela droht Trump weiteren Staaten und bekräftigt seine Gebietsansprüche auf die dänische Insel Grönland. Plant Trump eine neue Weltordnung? Analyse bei ZDFheute live.
05.01.2026 | 42:02 minRodríguez als geschäftsführende Präsidentin Venezuelas vereidigt
Unterdessen ist die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als geschäftsführende Präsidentin vereidigt worden. Sie legte ihren Amtseid in der Nationalversammlung in der Hauptstadt Caracas ab. Sie tue dies "im Namen aller Venezolaner", sagte die 56-Jährige. Rodríguez verurteilte erneut die "Entführung" Maduros und seiner Ehefrau, die von den USA als "Geiseln" festgehalten würden.
Rodríguez war nach Maduros Gefangennahme vom Obersten Gericht Venezuelas für zunächst 90 Tage zur Interimspräsidentin ernannt worden. Die Maduro nahestehende Armee des Landes stellte sich am Sonntag hinter Rodríguez.
Bundeskanzler Friedrich Merz möchte sich zum Militäreinsatz der USA in Venezuela nicht ganz klar äußern. ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann ordnet ein.
05.01.2026 | 1:13 minDie US-Regierung erklärte sich grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit der langjährigen Maduro-Vertrauten bereit, drohte ihr aber zugleich massiv: "Wenn sie nicht das Richtige tut, wird sie einen sehr hohen Preis zahlen müssen, wahrscheinlich einen höheren als Maduro", sagte Trump am Sonntag. Er verlangte von Rodríguez "totalen Zugang", unter anderem zum Erdöl des Landes.
Am späten Sonntagabend zeigte Rodríguez erstmals die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Washington. Nach ihrer ersten Kabinettssitzung drängte sie auf eine "ausgewogene und respektvolle" Beziehung zwischen den USA und Venezuela.
Aktuelle Meldung zu dem Angriff der USA auf Venezuela finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:
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