Drogenhandel, Migranten und Öl:USA und Venezuela: Das sind die Konfliktpunkte
Festnahme Maduros, Sanktionen und alte Feindschaften: Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela sind seit Jahren zerrüttet. Ein Überblick über die zentralen Konflikte.
Menschen nehmen am 3. Januar 2026 in Washington, D.C., vor dem Weißen Haus an einem Protest gegen den US-Einsatz in Venezuela teil.
Quelle: epaDemokratie
Die USA erkennen Maduro ebenso wie andere westliche Länder nicht als legitimen Präsidenten von Venezuela an. Nach der gewaltsamen Unterdrückung der Opposition nach seiner ersten Wahl im Jahr 2013 hatten die USA bereits hochrangige Vertreter des Landes wegen Verletzung der Menschenrechte sanktioniert. Maduros Wiederwahl 2018 wurde als "unrechtmäßig" eingestuft ebenso wie die im Jahr 2024, deren Sieg die Opposition beansprucht.
Zwischen 2019 und 2023 hat Washington, gefolgt von rund 60 anderen Ländern, den Oppositionellen Juan Guaidó als "Übergangspräsidenten" anerkannt, was einen Bruch der diplomatischen Beziehungen zu Caracas zur Folge hatte.
Zuletzt hatte die Opposition in Venezuela die rechtsgerichtete Politikerin María Corina Machado, die im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, zu ihrer Führungsfigur gemacht. Machado war nach Maduros umstrittener Wiederwahl 2024 im Land untergetaucht.
Was bedeutet die Festnahme für das Völkerrecht? ZDFheute live ordnet ein.
04.01.2026 | 58:56 minVorwurf der Einmischung
Venezuela hat den USA wiederholt vorgeworfen, sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen. Schon 2019 warf Maduro nach einem versuchten Militäraufstand den USA vor, sie hätten einen "faschistischen Putsch" angezettelt. Ein Jahr später warf er Trump während dessen erster Amtszeit vor, ein versuchtes bewaffnetes Eindringen über das Meer angeleitet zu haben.
Trump wolle die neue Regierung in Venezuela handverlesen um dort anschließend gute Geschäfte zu machen, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen aus Washington.
03.01.2026 | 1:21 minIm Oktober warnte er vor einem "Putsch" der CIA, nachdem Trump gesagt hatte, er habe seine Zustimmung zu Aktionen des US-Geheimdienstes in Venezuela gegeben.
US-Ölembargo
Venezuela hat die größten Erdölreserven der Welt. Mit dem Ziel, Venezuela wirtschaftlich abzuwürgen und Maduro von der Macht zu entfernen, verhängte Washington schon 2019 ein Ölembargo gegen das Land. Öl machte davor 96 Prozent des Sozialprodukts des Landes aus - und drei Viertel der Öleinnahmen kamen von amerikanischen Kunden.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Seither verkauft Venezuela sein Öl auf dem Schwarzmarkt zu deutlich niedrigeren Preisen als am Weltmarkt, insbesondere an China. In den vergangenen Wochen hatte Washington eine "Totalblockade" der venezolanischen Öltanker angekündigt und mehrere Schiffe beschlagnahmt.
Von 3,5 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2008 ging die Ölproduktion in Venezuela laut der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) auf derzeit unter eine Million zurück - wegen der US-Sanktionen und wegen der maroden Förderanlagen.
Der Sturz Maduros sorgt bei Venezolanern in den USA für Kritik, doch nicht bei allen. Während die einen Angriffe auf ihre Heimat kritisieren, feiern andere das Ende des Diktators.
04.01.2026 | 1:13 minVorwurf des Drogenhandels
Im März 2020 wurde Maduro in den USA wegen "Drogen-Terrorismus" angeklagt und Washington setzte eine Belohnung von 15 Millionen Dollar für seine Ergreifung aus. Anfang 2025 wurde das Kopfgeld auf 25 Millionen aufgestockt, im August dann auf 50 Millionen Dollar.
Trump wolle die neue Regierung in Venezuela handverlesen um dort anschließend gute Geschäfte zu machen, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen aus Washington.
03.01.2026 | 1:21 minDanach schickten die USA zahlreiche Kriegsschiffe und den größten US-Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" mit dutzenden Kampfjets in die Karibik und begannen mit Angriffen auf angebliche Drogenboote, bei denen bisher mehr als hundert Menschen getötet wurden. Beweise, dass es sich tatsächlich um Drogenschmuggler handelte, wurden nicht vorgelegt.
Washington wirft Maduro vor, er leite den Drogenhandel für das "Kartell der Sonnen", dessen Existenz zahlreichen Experten zufolge ebenfalls erst noch bewiesen werden muss. Maduro weist alle Anschuldigungen zurück und wirft seinerseits den USA vor, sie wollten nur das Öl seines Landes unter ihre Kontrolle bringen. Anders als das Nachbarland Kolumbien produziert Venezuela keine Drogen im großen Stil, gilt aber als Transitland.
Armut trotz Ölreichtum: Das Leben in Venezuela war schon vor dem Sturz Maduros durch die USA schwer. Die Situation trieb viele Menschen zur Flucht – unter anderem in die EU.
03.01.2026 | 1:20 minMigranten
In seinem harten Vorgehen gegen irreguläre Einwanderung aus Mittel- und Südamerika wirft Trump der Regierung in Caracas vor, für die Ankunft einer großen Zahl venezolanischer Migranten verantwortlich zu sein. Trump erhob den Vorwurf, dass "Hunderttausende Häftlinge aus Gefängnissen" sowie "Insassen psychiatrischer Krankenhäuser" von Venezuela in Richtung USA "gedrängt" worden seien.
Nach Angaben der UNO sind seit 2014 rund acht Millionen Venezolaner wegen der Wirtschafts- und Politikkrise aus dem Land geflüchtet - rund ein Viertel der Bevölkerung. Die meisten flohen demnach in lateinamerikanische Länder, andere in die USA.Trump entzog den venezolanischen Migranten dieses Jahr ihren besonderen Schutzstatus, Tausende wurden abgeschoben. Im Frühjahr hatten die USA mehr als 250 Venezolaner in ein berüchtigtes Gefängnis nach El Salvador abgeschoben - ohne Beweise und Prozess.
Mehr zu Venezuela
- FAQ
Profitieren Konzerne von Trumps Plänen?:Venezuelas Ölreserven: Was die USA jetzt vorhaben
von Nils Metzger und Katharina Schustermit Video1:21 Venezuela:Gestürzter Präsident: Wer ist Nicolás Maduro?
mit Video3:21- Interview
US-Einsatz in Venezuela:Lange: Trump will "geopolitisches Signal" senden
mit Video4:30 - FAQ
Militäreinsatz in Venezuela:CIA-Maulwurf und Drohnen: So fassten die USA Maduro
mit Video0:24