Vom Busfahrer zum Diktator: Der Weg von Nicolás Maduro

Venezuela:Gestürzter Präsident: Wer ist Nicolás Maduro?

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Die mehr als zwölfjährige Herrschaft des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ist abrupt beendet worden. Wer ist der ehemalige Staatschef des südamerikanischen Landes?

Männer beobachten, wie Rauch von einem Dock aufsteigt, nachdem im Hafen von La Guaira, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen zu hören waren.

Trump will wohl die Macht der USA in Amerika ausdehnen – doch das ist nicht der einzige Grund für den Angriff. Unklar ist derweil, wer Venezuela von nun an führt.

03.01.2026 | 3:21 min

Nicolás Maduro war früher Busfahrer, bis er eines Tages Präsident von Venezuela wurde. Als sozialistischer Staatschef leitete er den Zerfall der Demokratie und der Wirtschaft in seinem Land. Am Samstag wurde er bei einem US-Angriff auf die Hauptstadt Caracas gefangen genommen und gestürzt.

US-Justizministerin Pam Bondi kündigte an, dass Maduro und seine Frau Cilia Flores nach einer Anklage im Bundesstaat New York vor Gericht kämen.

Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez spricht bei der Vorstellung des Haushalts für das Haushaltsjahr 2026 im Nationalen Legislativkongress in Caracas.

In Venezuela hat Vizepräsidentin Rodriguez die Landesführung übernommen. Laut US-Präsident Trump hat sie den USA die Zusammenarbeit versichert, im Staatsfernsehen kündigt sie Widerstand an.

04.01.2026 | 0:25 min

Maduro: USA größte Gefahr für Venezuela

Der Sturz Maduros folgte auf eine monatelange Druckkampagne der USA, ein Land, das Maduro wie sein Amtsvorgänger Hugo Chávez als größte Gefahr für Venezuela darstellte.

Maduro trug in den vergangenen Monaten zu Spekulationen bei, wonach die Regierung von US-Präsident Donald Trump einen Angriff auf Venezuela und eine Invasion plane, um die sogenannte sozialistische Revolution zu beenden, die Maduros Mentor Chávez 1999 eingeleitet hatte.

Die Grafik zeigt eine Karte von Venezuela und amerikanisches Militär vor der Küste

Vom Busfahrer zum Präsidenten

Seine politische Karriere begann Maduro vor 40 Jahren. 1986 reiste er nach Kuba, wo er seine Ideologie formte. Nach der Rückkehr nach Venezuela arbeitete er für das Verkehrssystem der Hauptstadt Caracas als Busfahrer.

Er wurde zeitnah zu einem Gewerkschaftsführer. Der venezolanische Geheimdienst der 1990er Jahre stufte Maduro als linken Radikalen mit engen Beziehungen zur kubanischen Regierung ein.

Nicolás Maduro während einer Kundgebung zum Jahrestag der Schlacht von Santa Ines in Caracas.

Die USA haben Venezuela angegriffen und Staatschef Nicolás Maduro festgenommen.

Quelle: ddp

Nach dem Ausscheiden aus seinem Busfahrer-Job schloss sich Maduro der politischen Bewegung von Chávez an. Chávez war 1994 begnadigt worden, nachdem er Jahre zuvor einen gescheiterten blutigen Militärputsch angeführt hatte. Nach dem Amtsantritt von Chávez als Präsident arbeitete sich Maduro innerhalb der Regierungspartei hoch, wurde Parlamentspräsident und später Außenminister.

Chávez ernannte Maduro in seiner letzten Ansprache an die Nation vor seinem Tod 2013 zu seinem Nachfolger. Er rief seine Unterstützer auf, im Falle seines Todes für Maduro zu stimmen.

Venezolaner feiern, dass der venezolanische Präsident Maduro gefangen genommen und aus Venezuela ausgeflogen wurde.

Wie geht es weiter in Venezuela?

03.01.2026 | 15:01 min

Maduros Präsidentschaft war von Krisen geprägt

Noch im gleichen Jahr siegte Maduro ganz knapp bei der Präsidentschaftswahl. Bei den Wählern war er nie so beliebt wie Chávez.

Seine Präsidentschaft war von einer komplexen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Krise geprägt, in deren Zuge Millionen von Menschen in die Armut rutschten, mehr als 7,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner ihre Heimat verließen und Tausende Personen, in denen die Regierung Gegner sah, ins Gefängnis geschickt wurden. In der Haft wurden viele gefoltert - manche auf Anordnung Maduros hin.

Lateinamerika-Experte Wolfgang Muno per Video zugeschaltet aus seinem Büro. Er trägt ein schwarzes Headset und im Hintergrund stehen voll Bücherregale.

Sollte Venezuela nicht mit den USA kooperieren, sind weitere Luftanschläge auf ranghohe Venezolaner möglich, sagt Lateinamerika-Experte Wolfgang Muno.

04.01.2026 | 16:24 min

Die venezolanische Opposition rief zu Straßenprotesten in Caracas und anderen Städten auf. Sicherheitskräfte drängten Demonstranten zurück, es gab Dutzende Tote, mehrere weitere Dutzend Personen wurden verhaftet.

Menschen stehen vor einem Supermarkt in Caracas, Venezuela, am 3. Januar 2026 Schlange. US-Präsident Trump gab bekannt, dass US-Streitkräfte den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seine Frau während einer Reihe groß angelegter Angriffe auf Caracas am 3. Januar 2026 erfolgreich gefangen genommen haben.

Armut trotz Ölreichtum: Das Leben in Venezuela war schon vor dem Sturz Maduros durch die USA schwer. Die Situation trieb viele Menschen zur Flucht – unter anderem in die EU.

03.01.2026 | 1:20 min

Ein Zeichen gegen Maduros repressive Politik

Maduro, ein Salsa-Liebhaber mit einem Hang zur Theatralik, bezeichnete Oppositionspolitiker oft als "faschistische Dämonen". Er war stolz darauf, dem Druck der USA zu widerstehen. Seine Anhänger feierten ihn als Helden, der in der Tradition des Kubaners Fidel Castro der Weltmacht USA die Stirn bot.

Eine wichtige Rolle an seiner Seite spielte stets seine Frau Cilia Flores, die als "erste Kämpferin" bezeichnet wurde und zahlreiche hohe Ämter bekleidete.

Nicolas Maduro und seine Frau Cilia Flores

Nicolas Maduro und seine Frau Cilia Flores

Quelle: afp

Zuletzt hatte Maduro im Januar 2025 nach einer international als Betrug verurteilten Wahl eine dritte Amtszeit angetreten. Tausende Menschen, die gegen die Ausrufung seines Sieges protestierten, wurden inhaftiert.

Die Verleihung des Friedensnobelpreises 2025 an die Oppositionsführerin María Corina Machado setzt ein Zeichen gegen diese repressive Politik.

Quelle: AP, Reuters
Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, etwa heute journal am 03.01.2026 ab 21:58 Uhr, heute Xpress am 03.01.2026 um 09:28 Uhr sowie ZDFheute live um 11 Uhr.

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