Venezuelas Präsident festgenommen: Wer könnte auf Maduro folgen?

Venezuelas Präsident festgenommen:Wer könnte auf Maduro folgen?

|

Venezuelas Präsident Maduro wurde von den USA festgenommen - und laut Trump außer Landes gebracht. Welche Nachfolger könnten an die Spitze der Regierung rücken? Ein Überblick.

US-Präsident Trump und Präsident Maduro sind vor einer Weltkarte zu sehen, auf der Venezuela und die USA farblich hervorgehoben sind.

In Venezuelas Hauptstadt Caracas ist es in der Nacht zu Explosionen gekommen. Medienberichten zufolge bestätigen die USA einen Militäreinsatz. ZDFheute live ordnet die aktuelle Lage ein.

03.01.2026 | 56:53 min

Nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA droht ein Machtvakuum. Wer wird die Staatsgewalt in Venezuela nun übernehmen?

Vizepräsidentin Delcy Rodríguez

Der Verfassung zufolge müsste Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Führung des südamerikanischen Landes übernehmen. Die 56-Jährige steht für die Kontinuität des "Sozialismus des 21. Jahrhunderts". Die Juristin und erfahrene Diplomatin gilt als eine der loyalsten Figuren in Maduros Machtzentrum. Als Außenministerin (2014-2017) prägte Rodríguez den konfrontativen Kurs gegen die USA, den sie als Vizepräsidentin fortsetzte.

Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodriguez

Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodriguez - eine der loyalsten Figuren in Maduros Machtzentrum. (Archivbild)

Quelle: AFP

Während Maduro in US-Gewahrsam ist, muss sie die Reaktion auf die Angriffe koordinieren, die Milizen aktivieren und die Verbindung zu Verbündeten wie Russland, China und dem Iran halten.

Doch ohne Maduro fehlt der Führung die Schlüsselfigur, die bislang die entscheidenden Machtpole - das Militär und die sozialistische Regierungspartei - zusammengehalten hat. Es muss sich zeigen, ob Rodríguez das Land im Ausnahmezustand führen kann - und wohin.

Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela.

In Venezuelas Hauptstadt Caracas hat es mehrere Explosionen gegeben. Es sollen unter anderem Militärbasen betroffen sein. In Teilen der Stadt ist der Strom ausgefallen.

03.01.2026 | 0:35 min

Gewählter Präsident im Exil: Edmundo González

Die USA, aber auch die EU und mehrere lateinamerikanische Staaten sehen den inzwischen im spanischen Exil lebenden Edmundo González Urrutia als eigentlichen gewählten Präsidenten Venezuelas an. Als sich Maduro nach der von Betrugsvorwürfen begleiteten Präsidentenwahl 2024 trotzdem für eine dritte Amtszeit vereidigen ließ, verließ González das Land.

Der 76-Jährige ist trotz seines Sieges ein politischer Außenseiter ohne eigene Machtbasis. Der frühere Diplomat trat erst an, nachdem die populäre Oppositionsführerin María Corina Machado ausgeschlossen worden war.

Edmundo Gonzalez

Edmundo Gonzalez: Der 76-Jährige wird unter anderem von den USA und der EU als legitimer Präsident Venezuelas betrachtet. (Archivbild)

Quelle: epa

González wurde als moderater Kandidat positioniert, der für einen Übergang stehen soll und international als akzeptabel gilt. Im inneren Machtgefüge Venezuelas hat González allerdings schlechte Karten. Er hat weder Einfluss auf staatliche Institutionen noch auf Militär und Sicherheitsapparate, die über den Machterhalt entscheiden.

ZDF Korrespondent Theveßen im Videocall aus Washington.

Laut eines US-Senators sei Venezuelas Präsident Maduro gefangen genommen worden und soll wegen angeblichem Drogenschmuggel vor Gericht gestellt werden, berichtet ZDF-Korrespondent Theveßen.

03.01.2026 | 6:02 min

Oppositionsführerin María Corina Machado

Die wichtigste Oppositionspolitikerin ist María Corina Machado, die treibende Kraft hinter dem Wahlkampf von González wurde, nachdem sie ausgeschlossen worden war. Die 58-Jährige gilt als schärfste politische Gegnerin der autoritären linken Führung in Venezuela. Für ihren Einsatz "für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zur Demokratie" in Venezuela erhielt sie in diesem Jahr den Friedensnobelpreis.

Eine klare Distanzierung von US-Drohungen ließ Machado jedoch vermissen. Auf die Frage, ob sie eine militärische Intervention der Vereinigten Staaten begrüßen würde, erklärte sie bei einer Pressekonferenz, Venezuela erlebe bereits einen Einmarsch. Sie verwies dabei auf russische und iranische Kräfte sowie auf Kartelle und warf Präsident Maduro vor, das Land zum kriminellen Zentrum Amerikas gemacht habe. Den internationalen Druck auf Maduro und dessen Einnahmequellen begrüßte sie ausdrücklich.

María Corina Machado

María Corina Machado - sie ist die wichtigste Oppositionspolitikerin in Venezuela.

Quelle: dpa

Machado lebte über ein Jahr im Untergrund und reiste unter strenger Geheimhaltung zur Entgegennahme des Nobelpreises nach Oslo aus. Wo sie sich derzeit aufhält, ist unbekannt. Nach ihrer Ausreise hatte sie angekündigt, nach Venezuela zurückzukehren. Ob sie dort politisch handlungsfähig wäre, bleibt angesichts des Drucks durch Sicherheitskräfte und Justiz offen.

SGS vom 03.01.2026 mit Elmar Theveßen zur Lage in Venezuela und der Festnahme von Maduro.

Die USA haben mehrere Ziele in Venezuela angegriffen. Seit wann die US-Regierung einen Regierungswechsel in Venezuela anstrebt, schätzt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen in Washington ein.

03.01.2026 | 3:30 min

Verteidigungsminister Vladimir Padrino López

Verteidigungsminister Vladimir Padrino López gilt als wichtiger Akteur im venezolanischen Machtgefüge. Neben dem Militär kontrolliert der 62-Jährige auch Schlüsselbereiche der Wirtschaft und Verwaltung, darunter Häfen, die Lebensmittelverteilung und staatliche Programme. Damit ist er nicht nur Garant für die Loyalität der Armee, sondern ein entscheidender Pfeiler der Stabilität der Regierung. Unter Maduro wurde er zum starken Mann des Militärs, ohne das in Venezuela kein Präsident regieren kann.

Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino Lopez

Verteidigungsminister Vladimir Padrino López: Unter Maduro wurde er zum starken Mann des Militärs. (Archivbild)

Quelle: AFP

Auch Vizepräsidentin Rodríguez bräuchte dessen Rückhalt. Beobachter halten es daher für möglich, dass Padrino als Königsmacher das letzte Wort haben und etwa Innenminister Diosdado Cabello oder sich selbst an die Spitze einer Übergangsregierung setzen könnte. Ohne seine Zustimmung ist ein Machtwechsel in Venezuela praktisch ausgeschlossen.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten mehrere ZDF-Sendungen, u.a. die ZDFheute live am 03.01.2026 ab 11:10 Uhr.

Mehr zu Venezuela

  1. Explosionen in Caracas: Rauch über Flughafen

    Staatschef wird nach New York gebracht:USA greifen Venezuela an und nehmen Maduro gefangen

    mit Video3:21

  2. Das von der Pressestelle des Pentagons zur Verfügung gestellte Bild zeigt den Flugzeugträger USS Gerald R. Ford (CVN 78) bei seiner Ankunft auf den US-Virgin Islands. Vor dem Hintergrund der Spannungen mit Venezuela hatte US-Präsident Trump mitgeteilt, dass er den Luftraum über dem südamerikanischen Land für geschlossen erklärt.

    Drohungen des US-Präsidenten:Was hat Trump in Venezuela vor?

    mit Video1:29

  3. Der venezolanische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Samuel Moncada (Mitte, rechts), spricht während einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates.

  4. Donald Trump hält eine Rede.