Venezuela: Rückblick auf US-Interventionen in Lateinamerika

Angriff auf Venezuela:So haben die USA schon früher in Lateinamerika interveniert

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Operation Condor, Hilfe für Diktaturen: Der Angriff auf Venezuela steht in einer langen Reihe von US-Interventionen in Lateinamerika. Auch in Panama wurde ein Machthaber gestürzt.

Polizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center in New York Wache. Mehrere uniformierte Einsatzkräfte sichern den Eingang des Gefängnisses.

Nach seiner Gefangennahme bei einem US-Militäreinsatz ist der venezolanische Präsident Maduro in einer Haftanstalt in New York angekommen. Laut US-Medien soll er in Kürze vor Gericht erscheinen.

04.01.2026 | 0:23 min

Die US-Angriffe in Venezuela und die Mitteilung über die Gefangennahme des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro reihen sich ein in eine lange Geschichte militärischer und geheimdienstlicher Interventionen der USA in Lateinamerika.

Die Grafik zeigt eine Karte von Venezuela und amerikanisches Militär vor der Küste


Interventionen prägten Region nachhaltig

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben die Vereinigten Staaten wiederholt in ihrem sogenannten Hinterhof in die inneren Angelegenheiten lateinamerikanischer Staaten eingegriffen, meist mit dem erklärten Ziel, US-Interessen zu schützen oder kommunistische Einflüsse einzudämmen.

Diese Interventionen haben die politische Landschaft der Region nachhaltig geprägt und zu erheblichen Spannungen geführt.

Männer beobachten, wie Rauch von einem Dock aufsteigt, nachdem im Hafen von La Guaira, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen zu hören waren.

Trump will wohl die Macht der USA in Amerika ausdehnen – doch das ist nicht der einzige Grund für den Angriff.

03.01.2026 | 3:21 min

Kalter Krieg: US-Geheimdienste unterstützten Staatsstreiche

In den Jahrzehnten des Kalten Krieges intensivierten sich die US-Einmischungen in Lateinamerika deutlich. Die CIA und andere US-Geheimdienste unterstützten Staatsstreiche gegen demokratisch gewählte Regierungen, die als zu links oder US-kritisch galten, wie etwa Chiles Präsident Salvador Allende, der 1973 vom Militär unter General Augusto Pinochet gestürzt wurde.

General Augusto Finochet und Präsident Salvador Allende am 23. August 1973.

General Augusto Pinochet (l.) und Chiles Präsident Salvador Allende am 23. August 1973. Nur drei Wochen später starb Allende während eines Putsches unter der Führung Pinochets.

Quelle: AP
Schaltgespräch mit Nico Lange

Mit dem Angriff auf Venezuela wolle Trump zeigen, dass die westliche Hemisphäre unter seiner Kontrolle liege, so Politikwissenschaftler Lange. Für Putin sei das Grund zur Sorge.

03.01.2026 | 4:30 min

Auch die argentinische Junta wurde nach ihrem Putsch 1976 von den USA unterstützt. Bezeichnend war auch die sogenannte Operation Condor der 1970er bis 1980er Jahre.

Südamerikanische Diktaturen unter anderem in Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Bolivien und Brasilien koordinierten dabei mit aktiver Unterstützung der USA die Verfolgung, Folter und Ermordung politischer Gegner, vor allem Linke, Gewerkschafter und Intellektueller über Ländergrenzen hinweg.

Schaltgespräch mit Elmar Theveßen

Trump wolle die neue Regierung in Venezuela handverlesen um dort anschließend gute Geschäfte zu machen, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen aus Washington.

03.01.2026 | 1:21 min

Panama 1990: Noriega von US-Truppen entmachtet

Eine Gefangennahme wie die von Maduro jetzt gab es auch schon auf den Tag genau vor 36 Jahren. Am 3. Januar 1990 ergab sich Panamas Machthaber Manuel Antonio Noriega amerikanischen Truppen, die das mittelamerikanische Land Ende 1989 angegriffen hatten.

Archivfoto vom 4. Januar 1990: Manuel Noriega wird an Bord eines C-130-Transportflugzeugs beobachtet, während Beamte der US-Drogenbekämpfungsbehörde ihm Ketten um die Taille legen.

4. Januar 1990: Manuel Noriega an Bord eines C-130-Transportflugzeugs. Beamte der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA legen ihn in Ketten.

Quelle: AP

1992 wurde er in den USA unter anderem wegen Drogenhandels verurteilt und saß bis zu seinem Tod 2017 hinter Gittern.

Unterstützung für US-freundliche Regime

Gleichzeitig wurden autoritäre, aber US-freundliche Regime mit militärischer und wirtschaftlicher Hilfe vor allem in Mittelamerika unterstützt, wie etwa in Guatemala oder El Salvador.

Die USA rechtfertigten diese Eingriffe oft mit dem Kampf gegen den Kommunismus oder der Bekämpfung des Drogenhandels.

Ein Tanker mit Ladung aus Venezuela, der von den USA festgesetzt wurde

US-Präsident Trump hat seine Drohung wahrgemacht und Venezuelas Staatschef in einer Spezialoperation festgenommen. Geht es wirklich um Drogen oder vielmehr um wirtschaftliche Interessen?

03.01.2026 | 2:13 min

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, etwa heute journal am 03.01.2026 ab 21:58 Uhr, heute Xpress am 03.01.2026 um 09:28 Uhr sowie ZDFheute live um 11 Uhr.

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