Volleyballer starten in Nations League:Massimo Botti: Neuer Trainer, frischer Wind
von Ullrich Kroemer
Der neue Bundestrainer Massimo Botti kann sein Team gleich zu Beginn seiner Amtszeit gegen die besten Nationen der Welt genau kennenlernen. ZDFsportstudio überträgt im Livestream.
Im Sommer wird das ZDF wieder die Heimat der Volleyball-Nations-League. Alle Spiele der deutschen Teams werden live auf sportstudio.de zu sehen sein.
27.05.2026 | 0:25 minMit jeder Menge Schwung und Energie hat Massimo Botti seinen neuen Job als Bundestrainer der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft der Männer angetreten. Der 53 Jahre alte Italiener stieß wegen Verpflichtungen mit seinem polnischen Spitzenklub Asseco Resovia Rzeszów erst Mitte Mai zum Team. Doch seine Mischung aus Lockerheit und Fokus verfing schnell bei den Nationalspielern. Das kommt auch in den Worten von Kapitän und Zuspieler Jan Zimmermann zum Ausdruck:
Massimo bringt frischen Wind mit. Ein neuer Trainer bedeutet für alle eine neue Chance und natürlich auch ein neues System.
DVV-Kapitän Jan Zimmermann
"Wir sind noch in der Phase des Kennenlernens, aber die bisherigen Eindrücke sind sehr positiv. Wir fühlen uns wohl", so Jan Zimmermann.
Mannschaft nach Olympia-Aus lange Zeit im Blues
Sein Vorgänger Michal Winiarski hatte im vergangenen Jahr ebenso ausgelaugt gewirkt wie die gesamte Mannschaft. Nachdem der Pole das Team zu den Olympischen Spielen nach Paris und auf ein ungeahntes Leistungslevel geführt hatte, befand sich die Mannschaft nach dem dramatischen Aus im Viertelfinale gegen Frankreich ein Jahr lang im Blues.
Die WM auf den Philippinen war für Deutschlands Volleyballer frühzeitig vorbei. Das Team um Kapitän Georg Grozer verpasste nach der Niederlage gegen Slowenien die angepeilte K.o.-Runde.
18.09.2025 | 1:06 minErfahrene Spieler pausierten oder waren nicht voll bereit, ihre beste Leistung abzuliefern. Jüngere konnten sich noch nicht optimal integrieren. Letztlich verpassten die DVV-Männer sowohl die Teilnahme am Final Eight der VNL als auch die K.o.-Runde bei der Weltmeisterschaft.
Härtetests gegen die Topnationen im Livestream
Nachdem Winiarski mit Verweis auf private Angelegenheiten und zu hohe Belastung als National- und Vereinstrainer erschöpft um Auflösung seines Vertrages gebeten hatte, übernimmt nun also Botti die Mission, die deutsche Auswahl so zu entwickeln, dass sie zu neuen Höhenflügen ansetzen kann und auch 2028 bei Olympia dabei ist.
Die erste Woche in der VNL taugt als hervorragender Test dafür, wie groß die Lücke zu den Topteams aktuell ist. Nach dem 3:2-Auftaktsieg gegen Kanada warten mit Weltmeister Italien (Do., 22 Uhr), dem Olympia-Dritten USA (Fr., 22 Uhr) und Olympiasieger Frankreich (So., 17 Uhr) drei der besten fünf Teams der Welt auf Bottis Auswahl. Alle Partien werden im ZDF-Livestream übertragen.
Die Volleyball-Bundesliga steht vor dem nächsten Sprung. Erstmals gehen 15 Teams an den Start. Auch das Zuschauerinteresse wächst.
15.10.2025 | 1:39 min"Wir werden ein paar Probleme haben, weil wir als Team erst eine Identität entwickeln müssen und noch lange nicht fehlerfrei sind", sagte Botti. "Aber ich bin gespannt zu sehen, ob meine Spieler in der Lage sind, auch dann im Spiel zu bleiben, wenn die Probleme beginnen. Am Ende dieser Woche sehen wir, ob wir schon bereit sind, auch ein paar gute Ergebnisse zu liefern."
Bundestrainer Botti: "Ich hasse Perfektion"
Botti nahm gleich zu Beginn den Druck von den Schultern seiner Athleten und verteilte diesen auf den gesamten Kader. Im Antrittsinterview mit dem Fachorgan "Volleyball-Magazin" sagte er:
Ich hasse Perfektion. Das ist mein Mantra. Nach Perfektion zu streben, ist ein großer Fehler. Ich bin ganz sicher nicht perfekt. Und ich bin mir sicher, dass meine Spieler nicht perfekt sein werden.
Bundestrainer Massimo Botti
Es sei sinnlos, danach zu streben, denn das sei nur eine hypothetische Sache. Vielmehr gehe es darum, "Fehler zu akzeptieren und zu versuchen, sie gemeinsam als Team zu kaschieren. Wenn wir dazu in der Lage sind, werden wir auf höchstem Niveau mithalten können." Ein Appell an Teamgeist und Leidensfähigkeit füreinander.
Diese Attitüde zeigt sich auch an einzelnen Personalien. Ruben Schott, immerhin Kapitän des Deutschen Meisters BR Volleys, stellt sich in den Dienst der Mannschaft, verzichtet auf seine Rolle als Außenangreifer und ist als zweiter Libero mit nach Kanada geflogen, um Annahme und Abwehr zu stärken. Jeder, fordert Botti, müsse in Abwesenheit des Topscorers Georg Grozer, der erst in der dritten VNL-Woche zum Team stößt, mehr Verantwortung übernehmen. Es scheint, als habe Botti bereits die richtigen Hebel dafür gefunden.
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