ZDF-Experte zur Tour de France:Simon Geschke: Lipowitz "kann den Titel angreifen"
von Benno Krieger
ZDF-Experte Simon Geschke spricht im Aktuellen Sportstudio über das Potential von Lipowitz, die nächtlichen Dopingkontrollen und hat einen Vorschlag zur Hitzeprävention.
Die 113. Tour de France ist fast Geschichte. ZDF-Radsport-Experte Simon Geschke über das immer schnellere Tempo, Dominator Tadej Pogacar und den deutschen Hoffnungsträger Florian Lipowitz.
25.07.2026 | 11:05 minZDF-Experte Simon Geschke traut dem bei der Tour de France verletzt ausgeschiedenen Florian Lipowitz noch einiges zu. "Florian ist in einem Bereich in seiner Karriere, wo er stärker werden wird", sagte der Ex-Profi im Aktuellen Sportstudio.
Auch Tadej Pogacar werde irgendwann schwächer. Lipowitz könne daher in Zukunft "den Titel angreifen", so Geschke. Im vergangenen Jahr fuhr Lipowitz bei seiner ersten Tour de France als Dritter direkt aufs Podium.
Im Einzelfahren rutscht Florian Lipowitz das Vorderrad weg - und er rauscht gegen eine Absperrung: Aus bei der Tour de France.
21.07.2026 | 0:49 minStürze von Lipowitz und Vingegaard keine Ausnahmen
Die Stürze des zweifachen Tour-de-France-Siegers Jonas Vingegaard und von Lipowitz haben die nächtlichen Dopingkontrollen bei der Frankreich-Rundfahrt in den Vordergrund gerückt.
Lipowitz wurde am Tag vor seinem Sturz am späten Abend und Vingegaard gar in der Nacht kontrolliert. Beide sind danach in einer Kurve weggerutscht und haben sich das Schlüsselbein gebrochen. Geschke räumt jedoch ein, dass die Anzahl der Stürze nicht besonders hoch sei. "Es gab definitiv nicht mehr Stürze als sonst", sagte der Wahl-Freiburger.
Dass so ein Schlüsselbein bricht ist leider an der Tagesordnung bei der Tour.
Simon Geschke
Geschke befürwortet nächtliche Kontrollen
Dopingkontrollen wurden bei der Tour de France dieses Jahr vermehrt nachts durchgeführt. Ein möglicher Grund: Bestimmte Substanzen in Mikrodosis, die die Regeneration fördern, können am nächsten Morgen nicht mehr nachgewiesen werden.
Extrem heftige Stürze von Topfahrern, extreme Hitze und in Tadej Pogacar ein alles überragender Dominator. Am Sonntag endet die 113. Auflage der Tour de France.
25.07.2026 | 2:50 minFür Geschke sind die nächtlichen Kontrollen daher eine Lösung, denn der Radsport habe aufgrund der vergangenen Dopingskandale "ein Glaubwürdigkeitsproblem", erklärte Geschke im Aktuellen Sportstudio. Solche Kontrollen schließen die "letzte kleine Grauzone", so der Ex-Profi.
Es gibt keine Zeitfenster mehr, um irgendetwas zu machen.
Simon Geschke
Aufgrund der strengen Kontrollen gibt es für Geschke "aktuell keinen glaubwürdigeren Sport" als den Radsport.
ZDF-Experte über "Jahrhunderttalent" Pogacar
An der Spitze dieses Sports steht eindeutig Tadej Pogacar, der kurz davor ist die Tour de France zum fünften Mal zu gewinnen. Für Geschke ist der Slowene ein "Jahrhunderttalent", da er praktisch keine Schwächen habe. "Es gibt niemanden der eine so komplette Bandbreite an Qualitäten hat."
Zudem habe Pogacar aus seinen zweiten Plätzen bei der Tour de France hinter Jonas Vingegaard 2022 und 2023 gelernt und verfüge nun über die nötige Erfahrung - zusätzlich zu seinem großen Talent. Pogacar werde nun schon "höher gehandelt" als Radsport-Legende Eddy Merckx der bisher als der erfolgreichste Radfahrer aller Zeiten galt.
Für John Degenkolb ist es die elfte Tour de France seiner Karriere. Der 37-Jährige über die Bedingungen, sein persönliches Ziel und die Dominanz des Tadej Pogacar.
13.07.2026 | 3:12 minDie Hitze war ein großes Problem bei der diesjährigen Tour de France. Die neunte Etappe wurde wegen extremer Hitze um 30 Kilometer verkürzt. Die Schlussetappe nach Paris auf den berühmten Champs-Elysees wird gar von 133 auf 89 Kilometer verkürzt aufgrund der starken Waldbrände in Frankreich. Zuvor wurde noch eine Tour-de-France-Etappe verkürzt.
Laut Geschke mehrten sich in den letzten Jahren starke klimatische Belastungen bei den jeweiligen Straßenradrennen. Während es bei der Tour de France und der Vuelta a España zu "extremer Hitze" kam, seien beim Giro d’Italia im Mai zuletzt Schneefälle ein Problem gewesen.
Es wäre viel damit getan, den ganzen Kalender vier Wochen nach hinten zu verlegen.
Simon Geschke
Eine solche Verschiebung würde zumindest die Schneegefahr für den Giro und die Hitzegefahr für die Vuelta, die im August und September stattfindet, reduzieren. Die Tour de France jedoch könnte auch im August noch von extremer Hitze betroffen sein.
Die legendärste Bergankunft des Radsports: Wenn die Fahrer die 21 Kehren nach Alpe d'heuz hochfahren, rasten Hunderttausende Fans regelrecht aus.
25.07.2026 | 0:56 minDie Schwierigkeit bei früheren Etappenstarts
Frühere Etappenstarts seien für Geschke allerdings keine wirkliche Option. Da die meisten Etappen in der Regel um die fünf Stunden gehen, könne man der Mittagshitze nicht wirklich entkommen, so der Ex-Profi.
Gegen frühere Startzeiten spricht auch, dass nachmittags tendenziell mehr Menschen an der Strecke und zu Hause vor den Bildschirmen sitzen. Fest steht jedoch, die Tour-Organisatoren werden sich mit den Folgen der Hitze mehr auseinandersetzen müssen.
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