Tour de France: Start 2029 in Deutschland vor Durchbruch

Tour-Chef für Berlin als Startpunkt:Tour-Start 2029 in Deutschland vor Durchbruch

von Stephan Klemm

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Eine deutsche Initiative bemüht sich darum, den Auftakt der Tour de France 2029 nach Berlin zu holen. Unterstützung gibt es vom Kanzler und von Tour-Chef Prudhomme.

Tour-de-France-Start in Deutschland?

Der 40. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer ist starkes Argument für den Tour-de-France-Start 2029 in Deutschland.

Quelle: AFP

Die Bemühungen des Vereins Grand Départ Allemagne (GDA), den Start der Tour de France 2029 nach Deutschland zu holen, stehen vor einem Durchbruch. Tour-Direktor Christian Prudhomme erklärte gegenüber ZDFheute, dass diese Bewerbung "großartig" sei und dass er ihr "sehr aufgeschlossen gegenüber" stehe.

Im Zentrum der Anfrage steht die Stadt Berlin. Dort soll nach den Vorstellungen des GDA am ersten Tag der Frankreich-Rundfahrt 2029 ein kurzes Zeitfahren stattfinden, das am Brandenburger Tor und damit in der Nähe der französischen Botschaft enden soll.

Interesse am Tour-Start bereits eingereicht

Am vergangenen Dienstag hat der GDA, der mit dem deutschen Radsportverband German Cycling eine Kooperation eingegangen ist, in Abstimmung mit der Sportverwaltung des Senats eine Interessenbekundung beim Tour-Veranstalter Amaury Sport Organisation (ASO) eingereicht.

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Die offizielle Übergabe der Unterlagen an ASO-Vertreter soll in der letzten Juli-Woche in Berlin stattfinden. Ein möglicher Ort dafür ist die französische Botschaft am Pariser Platz. Das illustriert die politische Komponente, die diese Bewerbung mittlerweile besitzt.

GDA bestens vernetzt im Kanzleramt

Der GDA ist bestens bis ins Kanzleramt vernetzt. Dem Vernehmen nach soll Bundeskanzler Friedrich Merz, überzeugt von der Sache, einen die Initiative Grand Départ 2029 in Deutschland unterstützenden Brief an Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron geschrieben haben. Der wiederum habe dieses Schreiben mit Nachdruck bei der ASO hinterlassen.

Diesen Vorgang wollte eine Regierungssprecherin nicht bestätigen, weil persönliche Gespräche oder Korrespondenz des Bundeskanzlers mit anderen Staats- und Regierungschefs der Vertraulichkeit unterlägen.

Tour-Chef Prudhomme habe "großes Interesse"

Gleichwohl bestätigte die Sprecherin, "dass die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein, in Korrespondenz mit ihrer französischen Amtskollegin, Marina Ferrari, um politische Unterstützung der deutschen Bewerbung anlässlich des 40. Jahrestags der Überwindung der deutschen und europäischen Teilung sowie im Sinne der deutsch-französischen Freundschaft geworben hat". Ferrari habe Schenderleins Anschreiben "wohlwollend zur Kenntnis genommen und an den französischen Tour-Organisator weitergeleitet".

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Die ASO beantwortete eine entsprechende Anfrage von ZDFheute mit dem Verweis darauf, dass "alle Fragen zu künftigen Ausgaben, deren Grand Départ noch nicht bekannt gegeben wurde, während der Tour 2026 nicht behandelt" würden. Gleichwohl verwies die Amaury-Gruppe darauf, dass Prudhomme "großes Interesse an dieser Bewerbung bekundet hat".

Jubiläum des Mauerfalls als Schlüsselpunkt

Der GDA plant nach dem kurzen Zeitfahren in Berlin auf einer Strecke von rund zehn Kilometern mit drei weiteren Etappen, die durch Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen führen sollen. Ursprünglich strebten die GDA-Organisatoren das Jahr 2030 als Termin für den Grand Départ in Deutschland an. Anlass sollten 40 Jahre Wiedervereinigung sein.

Prudhomme verwies aber im Gespräch mit ZDFheute darauf, dass für ihn der Fall der Berliner Mauer 1989 das prägende Ereignis der Wiedervereinigung sei. Er plädiere daher für 2029 als Termin - zum 40. Jahrestag "dieses historischen Ereignisses". Und zwar mit der Hauptstadt als Schlüsselpunkt der Bewerbung.

Berlin ist in den Planungen gesetzt

Berlin hatte der GDA zuvor nicht in seinen Planungen vorgesehen. Prudhommes Credo lautet: "Der Fall der Mauer ist ein sehr starkes Symbol für Europa. Und Europa beginnt für mich mit der deutsch-französischen Freundschaft."

Dazu sagt Andreas Prokop vom GDA: "Wir haben die Einlassungen des Tour-Direktors sehr wohl verstanden und sie selbstredend aufgenommen." Berlin sei für 2029 gesetzt. Prokop betont: "Wir sehen unsere Bewerbung als eine für ganz Deutschland an, auch wenn sie in Berlin und im Osten des Landes umgesetzt würde."

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 08.07.2026 ab 05:30 Uhr.

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