Tour de France: Lipowitz will aufs Podium

Analyse

Kampf ums Podium bei Tour de France:Die größten Konkurrenten von Florian Lipowitz

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von Benno Krieger

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Florian Lipowitz will bei der Tour de France erneut aufs Podium. Warum sein größter Konkurrent nicht Teamkollege Evenepoel und Youngster Seixas, sondern ein Edelhelfer sein könnte.

Radsport

2025 stand Florian Lipowitz (r.) neben Pogacar und Vingegaard auf dem Podium der Tour de France.

Quelle: Witters

Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard bringen im Radsport seit Jahren konstant Höchstleistungen und sind pünktlich in Topform. Die ersten zwei Plätze scheinen vergeben. Die vielleicht spannendere Frage ist, wer Dritter wird bei der Tour de France. Florian Lipowitz ist nach seinem Sieg bei der Slowenien-Rundfahrt motiviert, Platz drei zu verteidigen, hat aber starke Konkurrenz.

Tadej Pogacar und Florian Lipowitz am 02.05.26
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Isaac Del Toro (UAE Emirates)

In manchen Favoritenlisten taucht der 22-jährige Mexikaner gar nicht auf, weil er in Pogacars Team Edelhelfer ist. Dabei hat Del Toro dieses Jahr drei World-Tour-Rennen gewonnen, darunter die Tour-Generalprobe in der Auvergne. Wenn Pogacar die Tour so dominiert wie in den letzten beiden Jahren, wird Del Toro Freiheiten bekommen und könnte der aussichtsreichste Kandidat fürs Podium sein.

Wie realistisch das ist, bewies Adam Yates, der als Pogacars Teamkollege 2023 bei der Tour de France Dritter wurde. Letztes Jahr beim Giro d´Italia trug Del Toro bereits lange das Führungstrikot und wurde Zweiter.

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Remco Evenepoel (RedBull Bora Hansgrohe)

Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel hat für die Tour ein Höhentrainingslager auf Teneriffa absolviert und dort 425 Watt als Spitzenwert getreten. Eine Leistung, die im Radsport als Weltklasse gilt und die Evenepoels Chancen aufs Podium steigen lässt.

Trotzdem hat der Belgier im Vergleich zu Pogacar, Vingegaard, Lipowitz und vielleicht auch Del Toro Defizite an langen Anstiegen. Das zeigte sich neben der Tour de France letztes Jahr, als Evenepoel entkräftet aufgab, auch bei der Katalonien-Rundfahrt Ende März. Die Frage ist, wie sehr er sich am Berg verbessert hat, denn im flachen Gelände ist er als bester Zeitfahrer der Welt immer gefährlich und ein Kandidat für Gelb zu Beginn der Tour.

Von links: Primoz Roglic aus Slowenien, Gal Glover und Remco Evenepoel aus Belgien während des Straßenrennens der Elite-Männer bei den Straßenrad-Weltmeisterschaften in Kigali, Ruanda, am 28.09.2025.

Bei der Rad-WM in Ruanda hat Evenepoel im Zeitfahren Pogacar klar geschlagen und wurde im Straßenrennen Zweiter.

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Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team)

Der 19-jährige Franzose wird im Mutterland der Tour bereits als Heilsbringer gefeiert, der für den ersten französischen Gesamtsieg bei der Rundfahrt nach Bernard Hinault 1985 sorgen soll. Zweifelsohne ist Seixas ein Supertalent. Er hat die Baskenland-Rundfahrt gewonnen, die Algarve-Rundfahrt vor Lipowitz beendet und konnte als einziger Pogacars Attacke bei Lüttich-Bastogne-Lüttich zeitweise mitgehen.

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Das alles ist für einen 19-Jährigen bemerkenswert, aber die Tour de France entscheidet sich in der Regel in der dritten Woche und da hat Seixas noch keine Erfahrungswerte. Seine längste Rundfahrt war die achttägige Tour Auvergne.

Dort musste er am letzten Tag nach einem Sturz mit Schürfwunden aufgeben. Er hat seitdem wieder längere Einheiten auf dem Rad absolviert, dennoch wäre ein Podestplatz bei seiner Tour-Prämiere eine Überraschung.

Juan Ayuso (Lidl-Trek)

Nach Alleingängen bei der Vuelta a España 2025 hat Juan Ayuso Pogacars Starteam UAE im Streit verlassen und ist zu Lidl-Trek gewechselt. Jetzt ist er erstmals Kapitän bei der Tour de France und die Erwartungen an den 23-jährigen Spanier sind groß.

Er hat tolle Anlagen, konnte seine Leistung aber zu selten konstant abrufen. Bei Paris - Nizza und der Baskenland-Rundfahrt musste er dieses Jahr vorzeitig aufgeben, immerhin wurde er bei der Tour Auvergne Dritter. Mit Skjelmose und Gee als starken Helfern an seiner Seite kann er sich, wenn er nicht in der dritten Woche einbricht Hoffnungen auf einen Top-5-Platz machen.

Außenseiter: Halland Johannessen und Arensmann

Die nötige Konstanz wiederum bringt Tobias Halland Johannessen mit. Der Norweger ist dieses Jahr bei drei World-Tour-Rundfahrten unter die Top 5 gefahren und war letztes Jahr bei der Tour de France bereits Sechster. Der 26-jährige kennt sein Limit gut und hat bei Uno-X Mobility das ganze Team hinter sich.

Im Blick behalten sollte man auch Thymen Arensmann. Der Niederländer gewann letztes Jahr bei der Tour zwei schwere Bergetappen und beendete den Giro d'Italia im Mai auf Rang 4. Auch wenn sein Manager Geraint Thomas ihn nicht als Gesamtklassementfahrer sieht, könnte er am Ende sehr wohl in die Top 10 oder gar Top 5 fahren.

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Quelle: Reuters

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Sendebezug: Über dieses Thema berichtete das ZDF im Beitrag "Tour de France: Auf der Suche nach dem Überflieger" am 01.07.2026 um 18:12 Uhr.

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