Schwimm-DM in Berlin:Lukas Märtens: Mit Köpfchen und Kontrolle an die Weltspitze
von Johannes Fischer
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Lukas Märtens erlebt ein Wochenende zwischen Sieg und knapper Niederlage. Der Olympiasieger zeigt dabei vor allem eines: Kontrolle über das eigene Rennen - und über sich selbst.
Lukas Märtens holt in Berlin den Titel über seine Paradestrecke 400-Meter-Freistil.
Quelle: dpa17 Hundertstelsekunden fehlten Lukas Märtens am Ende zu seiner zweiten Goldmedaille bei diesen Deutschen Meisterschaften. Über 800-Meter-Freistil verlor der Olympiasieger in Berlin ein packendes Duell mit Sven Schwarz: Eine Niederlage, die im Vorfeld durchaus einkalkuliert war, schließlich sind die 400 Meter sein bevorzugtes Terrain.
Die Final-Entscheidungen am zweiten Tag der Schwimm-DM in Berlin im Re-live. Kommentar: Volker Grube
24.04.2026 | 71:05 minMit Oliver Klemet und dem erst 19-jährigen Johannes Liebmann, der kürzlich sogar den Europarekord verbesserte, fehlten zudem zwei weitere Weltklasseschwimmer über 800 Meter. Damit zeigt sich auf dieser Strecke inzwischen ein Niveau, das in Europa nahezu konkurrenzlos ist: Mehrere deutsche Athleten bewegen sich konstant auf internationaler Spitze und treiben sich gegenseitig in Zeiten, die längst auch im Weltmaßstab relevant sind.
Lukas Märtens setzt auf Kontrolle statt Zufall
Von Frust war bei Märtens nach dem Rennen entsprechend nichts zu sehen. Er wirkte zwar deutlich erschöpft - was nach einem intensiven Trainingsblock in der Höhe und zwei 400-Meter-Rennen innerhalb zweier Tage kaum überrascht -, zugleich aber zufrieden mit seiner Leistung. Auch bei der Siegerehrung zeigte er sich gelöst und nahm das Ergebnis sichtbar ohne Ärger an.
Es passt zu einem Athleten, der seine Karriere längst über Kontrolle definiert. Schon am Vortag hatte Märtens über 400-Meter-Freistil gewonnen - souverän, mit klarem Abstand zur Konkurrenz. Direkt danach eine kleine Geste, die viel über sein Mindset verrät: Ein Tippen mit dem Finger an die Stirn - Leistung beginnt im Kopf, nicht im Anschlag.
Diese Haltung zieht sich durch seine gesamte Entwicklung. In einem Interview mit "teamdeutschland.de" beschrieb Märtens einmal, dass große Ergebnisse bei ihm oft erst zeitverzögert wirklich ankommen - selbst ein Weltrekord oder ein Olympiasieg sei zunächst eher Überraschung als unmittelbare Selbstbestätigung. Entscheidend sei nicht der einzelne Moment, sondern der Prozess dahinter.
Lukas Märtens über Mentalität und Training
Auch mental hat sich sein Blick auf Leistung geschärft. Das Vertrauen in den eigenen Körper sei ein zentraler Faktor geworden, sagt er. Nach früheren gesundheitlichen Problemen habe er gelernt, wie sehr körperliche Stabilität auch mentale Sicherheit erzeugt. Zweifel seien im Spitzensport "Gift für den Kopf", betont er - deshalb sei dieses Vertrauen inzwischen ein wesentlicher Teil seiner Leistungsfähigkeit.
Lukas Märtens ist Olympiasieger, Weltmeister, Europameister, Weltrekordler - und wirkt trotzdem selten wie jemand, der sich darüber definiert. Eher wie jemand, der seine Erfolge einordnet, statt sie auszustellen.
Die Final-Entscheidungen am ersten Tag der Schwimm-DM in Berlin im Re-live. Kommentar: Volker Grube
23.04.2026 | 77:58 minSein Alltag bleibt dabei auffallend unaufgeregt. Nach dem Training gehört auch ein Döner dazu, genauso wie freie Nachmittage oder kurze Phasen, in denen der Sport nicht im Mittelpunkt steht. Keine Inszenierung, eher Routine - ein Gegenpol zur Weltklasse im Becken.
Training in Magdeburg trotz schwieriger Bedingungen
Trainiert wird er in Magdeburg unter Bundestrainer Bernd Berhahn, in einer Trainingsgruppe, die seit Jahren das deutsche Schwimmen prägt. Aktuell allerdings unter erschwerten Bedingungen: Die Elbeschwimmhalle ist teilweise gesperrt, Trainings- und Krafteinheiten müssen auf mehrere Orte verteilt werden. "Es frisst Zeit und ein paar Nerven", hatte Märtens im Vorfeld gesagt - ohne daraus ein Thema zu machen.
Bei der deutschen Meisterschaft im Schwimmen sind mehrere Stars am Start. Doch es geht um viel mehr als um die deutschen Meistertitel.
19.04.2026 | 0:53 minUnd genau diese Mischung erklärt seinen Auftritt in Berlin am besten: Viel Leistung, wenig äußere Reibung. Selbst nach einer knappen Niederlage bleibt er bei sich, ordnet das Ergebnis ein und wirkt innerlich gefestigt. Kein sichtbares Hadern, kein Bruch im Auftreten. Eher ein weiterer Schritt in einer Karriere, die weniger von einzelnen Momenten lebt als von der ruhigen Konstanz auf höchstem Niveau.
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Das ZDF berichtete über die Deutschen Meisterschaften in Berlin unter anderem in seinem Livestream am 24. April ab 18 Uhr.
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