Pressekonferenz mit Gianni Infantino:WM-Auftakt: FIFA-Boss fordert Gelassenheit von Fußball-Fans
von Tobias Bluhm
Vor dem WM-Auftakt hat FIFA-Präsident Infantino die hohen Ticketpreise verteidigt. Er rief zu mehr Gelassenheit auf - und versprach das "größte Ereignis der Menschheitsgeschichte".
FIFA-Präsident Gianni Infantino ist in Mexiko-Stadt und gab dort am Mittwoch eine Pressekonferenz. Das Event im Relive (Originalton).
10.06.2026 | 69:06 minSpätestens seit einer Pressekonferenz vor der Fußball-WM in Katar 2022 ("Today, I feel ...") sind die Medienauftritte von FIFA-Präsident Gianni Infantino berüchtigt. Und so war die Aufmerksamkeit groß, als der schweizerisch-italienische Manager am Mittwoch zu einer Veranstaltung in Mexiko-Stadt einlud.
Zwar blieben große Kontroversen anders als vor vier Jahren aus - dennoch präsentierte sich Infantino gewohnt streitbar und offensiv. Unter anderem verteidigte er die hohen Ticketpreise für die Weltmeisterschaft, die bei durchschnittlich 500 US-Dollar für reguläre Sitzplätze liegen.
Wenn wir etwas falsch machen, dann macht jeder in Nordamerika etwas falsch.
FIFA-Präsident Gianni Infantino über die Ticketpreise bei der WM 2026
"Es ist nicht so, dass jemand aufwacht und die Preise festlegt", sagte er. Erst nach Kritik bot die FIFA nationalen Verbänden eine kleine Anzahl von Tickets für 60 US-Dollar an. Laut dem 56-Jährigen sei der Ticketpreis mit anderen US-Sportarten während ihrer Playoffs vergleichbar.
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Infantino lobt FIFA für Investitionen in Fußball-Förderung
"Bevor wir 6,5 Millionen Tickets verkauft haben, haben wir uns mit den besten Anwälten abgesprochen", betonte Infantino, der unter dem Dröhnen der überlasteten Klimaanlage immer wieder zwischen Englisch, Spanisch und Französisch wechselte.
"Jeder Dollar, den wir generieren, fließt zurück in den Fußball." Wer investiere schon beispielsweise im Südsudan, fragte er und gab gleich die Antwort: "Wir tun es." Und das dank der Erträge.
Der Countdown läuft, aber WM-Euphorie will nicht aufkommen. Unter anderem sind die hohen Ticketpreise verantwortlich. Zudem sind die USA auch keine traditionelle Fußball-Nation.
09.06.2026 | 2:33 minFIFA-Chef: Machtlos bei verweigerter Einreise von Schiedsrichter
Seinem ausdrücklichen Wunsch, bevorzugt Fragen zu sportlichen Angelegenheiten zu beantworten, kamen nur wenige Medien nach. Stattdessen konfrontierte ihn unter anderem die "BBC" mit kritischen Nachfragen zum somalischen Schiedsrichter Omar Artan, dem Anfang der Woche die Einreise in die USA verweigert wurde.
Artans Fall sei "bedauerlich", so Infantino, der im selben Atemzug jedoch Fans riet: Manchmal sei es "gut, sich zu beruhigen und sich zu entspannen".
Dem somalischen WM-Schiedsrichter Artan wurde die Einreise in die USA verweigert. Politologe Ohnesorge warnt vor Imageschäden und betont: "Das sind nicht Trumps Veranstaltungen."
10.06.2026 | 16:51 minDie FIFA könne Regierungen nicht vorschreiben, wen sie in ihre Länder einreisen lässt. "Es ist unglücklich, was dem Schiedsrichter aus Somalia widerfahren ist. Auch hier gilt: Wir haben nicht alles im Griff. Wir versuchen es, wir werden darüber sprechen, wir werden uns beraten, wir werden sehen." Im Fall von Artan scheint dieses Vorhaben zunächst gescheitert zu sein.
Wir müssen respektieren, dass wir nicht die Könige der Welt sind. Wir sind eine Sportorganisation.
FIFA-Präsident Gianni Infantino
Indessen verteidigte der FIFA-Chef seine enge Beziehung zu Donald Trump. Ohne das Engagement und die Einbindung des US-Präsidenten "wäre es meiner Meinung nach schlicht unmöglich gewesen, eine WM in den Vereinigten Staaten zu organisieren."
"Das wohl größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit"
Dann ging Infantino abermals zum Lob und den längst gewohnten Superlativen für die FIFA über. Sie habe es geschafft, die Teilnahme Irans am Turnier zu ermöglichen - und das, während sich die USA im Krieg mit dem Iran befinden. Das iranische Team verlegte sein Hauptquartier von den USA nach Mexiko und wird nur für ihre Spiele in die Vereinigten Staaten einreisen.
Ich weiß nicht, wer sonst unter diesen Umständen hätte sicherstellen können, dass Iran kommen und spielen kann.
FIFA-Präsident Gianni Infantino
Zum Abschluss griff Infantino noch einmal zum großen rhetorischen Besteck. Das Turnier werde "wohl das größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit" sein, sagte er. Und lud herzlich zum Auftaktspiel des Turniers ein. Die Partie zwischen Co-Gastgeber Mexiko und Südafrika überträgt das ZDF am Donnerstag ab 17:05 Uhr live.
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