WM-Testspiele der Nationalmannschaft:Havertz, die stille Variante einer Führungskraft
von Frank Hellmann
Kai Havertz hat eine gefühlte Ewigkeit kein Länderspiel mehr bestritten. Spätestens bei der WM will der Arsenal-Profi wieder vorangehen - am liebsten auch schon in den Testspielen.
Im Verein, beim FC Arsenal, läuft's derzeit prächtig. Daraus will Kai Havertz (Mitte) Kraft fürs Nationalteam schöpfen.
Quelle: Imago / Moritz MüllerAls die sportlichen Fragen zur deutschen Nationalmannschaft weitgehend abgehandelt sind, kann Kai Havertz noch ein privates Anliegen klären. Woher rührt eigentlich die Liebe für Esel?
Kai Havertz - ein Hunde- und Eselfreund
"Das hat im jungen Alter angefangen, für mich persönlich ist Tierschutz ein ganz wichtiges Thema", erzählt der Profi vom FC Arsenal, der nach eigenem Bekunden drei Hunde in England und einen Esel in Deutschland halte. Er freue sich jedes Mal, den Esel zu sehen: "Das sind sehr ruhige Tiere - so wie ich."
Das DFB-Team steht vor zwei wichtigen WM-Tests gegen die Schweiz und Ghana. Was Nagelsmanns Plan ist, verrät ZDF-Moderator Florian Zschiedrich.
25.03.2026 | 2:26 minEs kommt selten vor, dass es bei einem der technisch besten Spieler der DFB-Auswahl so sehr menschelt wie am Mittwoch bei der Presserunde in Herzogenaurach.
Am Donnerstag begibt sich der DFB-Tross nach Basel. Dort steht der erste Härtetest gegen die Schweiz an (Freitag, 20.45 Uhr / RTL). Anschließend geht es in Stuttgart gegen den WM-Teilnehmer Ghana (Montag, 20.45 Uhr / ARD). In beiden Begegnungen dürfte Havertz endlich wieder auf Spielzeit kommen.
Havertz' letztes Länderspiel liegt 16 Monate zurück
Wegen langwieriger Oberschenkel- und Knieverletzungen datiert sein letztes von bislang 55 Länderspielen vom 19. November 2024 in Budapest gegen Ungarn (1:1). "Ich fühle mich sehr gut", versichert der 26-Jährige nun. "Man merkt, dass man ein Jahr raus ist. Ich brauche das eine oder andere Spiel, um auf 100 Prozent zu kommen."
Havertz kennt die Philosophie des Bundestrainers Julian Nagelsmann für die WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA (11. Juni bis 19. Juli) nur aus Telefongesprächen. Immerhin: "Ich war viel mit Julian in Kontakt, der Austausch war immer da."
Havertz einer von sieben aus der Premier League
Beide Seiten wissen aus der Heim-EM 2024, was sie voneinander haben. "Ich war ein Jahr nicht da, aber ich bringe das eine oder andere Spiel an Erfahrung mit", sagt der Offensivallrounder, der sich selbst als leise Führungskraft charakterisiert:
Es weiß jeder, dass ich kein lautstarker Spieler bin, der in der Kabine die großen Ansprachen hält. Ich zähle mich zu den Spielern, die mit Leistung vorneweg gehen.
Kai Havertz, Nationalspieler
Die DFB-Auswahl vereint mittlerweile sieben England-Legionäre, die in der Premier League spielen. Besonderes Augenmerk gilt den Offensivkräften Florian Wirtz (FC Liverpool) und Nick Woltemade (Newcastle United), über die sich auch der vor einem Jahr Vater gewordene Havertz lobend äußert: "Flo spielt Top-Top-Fußball. Für mich ist das einer der besten Spieler, die die Liga hat. Bei Nick ist das genauso. Er war seit Tag eins da, hat Tore und Vorlagen gemacht."
Ich glaube, wir werden von den beiden im Sommer die besten Versionen sehen.
Kai Havertz über Florian Wirtz und Nick Woltemade
Ähnlichkeit zu Nick Woltemade - auch in der Spielweise
Insbesondere der in der WM-Qualifikation aufgeblühte Woltemade ist zum direkten Konkurrenten geworden, was Havertz gar nicht in Abrede stellt: "Wir haben beide dieselbe Statur und ähnliche Ideen, wie man die Position spielen sollte. Wir bringen beide Torgefahr mit."
Das Offensivpuzzle richtig zusammenzusetzen, wird eine knifflige Aufgabe, wobei Havertz sagt: "Ich fühle mich auf allen Positionen sehr wohl. Ich bin ein Spieler, der sehr flexibel ist."
So warf der FC Arsenal Bayer Leverkusen im Champions-League-Achtelfinale raus:
Nach dem engen Hinspiel lässt der FC Arsenal wenig Zweifel am Weiterkommen. Leverkusens Keeper Blaswich hält zunächst stark, dann bringt Eze die Gunners spektakulär in Führung.
18.03.2026 | 2:59 minHavertz' Lehren aus Katar 2022
Generell könne er Kapitän Joshua Kimmich nur zustimmen, dass das große Ganze passen muss. Eines könne er versprechen: "Ich werde die letzten Monate alles geben für den Verein, um mit großem Selbstbewusstsein zur WM zu fahren."
Im besten Falle möchte er mit dem Nationalteam wieder eine "Euphorie ausstrahlen, um hoffentlich das ganze Land hinter sich zu haben".
Einen Fehler werde er nicht begehen: sich in gesellschaftspolitische Themen einzumischen, denn dafür sei er der falsche Ansprechpartner: "Ich kenne noch die Situation aus Katar - wir wissen, was dabei rumgekommen ist. Ich spiele Fußball, um Menschen zu verbinden und glücklich zu machen." Und den Esel nicht vergessen.
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