Leichtathletik-WM 2031 in München:"Riesige Chance" – doch für manche kommt WM zu spät
von Johannes Fischer
Die Leichtathletik-WM 2031 in München elektrisiert Deutschlands Athleten. Sie sehen in der Heim-WM eine große Chance für die Zukunft des deutschen Sports.
Weitspringerin Malaika Mihambo (32) wird die WM 2031 in München nicht mehr als aktive Athletin begleiten, freut sich aber dennoch riesig auf das Ereignis und sieht großes Potenzial für die Leichtathletik.
Quelle: dpaMünchen und die Leichtathletik - das passt. Schon die Europameisterschaften 2022 haben gezeigt, welche Atmosphäre entstehen kann, wenn Deutschlands beste Athleten vor heimischem Publikum antreten. Nun kehrt die große Leichtathletik zurück: 2031 findet die Weltmeisterschaft im Münchner Olympiastadion statt. Bei den deutschen Athleten sorgt die Nachricht für Vorfreude - und für ganz unterschiedliche Gedanken an die eigene Karriere.
Bayern hat für 2028 den Zuschlag für das Finale der Fußball-Champions-League bekommen und außerdem werden 2031 die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Münchner Olympiastadion ausgetragen.
16.09.2026 | 1:51 min"Ich habe mich wirklich sehr gefreut, weil so eine Heim-WM doch etwas ganz, ganz Besonderes ist", sagt Jolanda Kallabis. Die 21 Jahre alte Mittelstreckenläuferin blickt dabei auch auf ihre eigene Entwicklung:
Ich sehe das vom Alter her auch als ziemlich optimalen Zeitpunkt in meiner Karriere. In fünf Jahren - ich hoffe, dass ich da auf jeden Fall mit dabei sein werde.
Jolanda Kallabis, Mittelstreckenläuferin
Hummel freut sich, Farken hin- und hergerissen
Hammerwerfer Merlin Hummel, der vor kurzem "Ultimate Champion" wurde, spricht von einem "Gänsehaut-Moment", wenn er an die WM in München denke. Bei der EM 2022 habe man bereits gemerkt, "was da für eine Stimmung aufkommt und zu was für Leistungen die deutschen Athleten dort auch beflügelt werden".
Für manche deutsche Topathleten ist die Frage allerdings nicht nur, wie groß die Vorfreude ist - sondern ob sie 2031 überhaupt noch selbst auf der Bahn stehen.
"Mein persönliches Schicksal ist ein bisschen ein anderes: 2031 bin ich dann schon 32", gibt Robert Farken zu bedenken. "Ich hoffe natürlich, dass ich das noch erlebe." Eine Heim-WM könnte für ihn sogar Einfluss auf die Karriereplanung haben: "Klar wäre es auch ein Anlass, das Karriereende zu verschieben. Man kann natürlich überlegen, ob man nicht vielleicht sogar den ganzen Olympiazyklus mitnimmt."
Nicht für alle kommt München zur richtigen Zeit
Noch komplizierter ist die Situation für Richard Ringer. "Für mich ist es eher eine traurige Nachricht, dass München die WM erst 2031 bekommen hat und nicht 2029", sagt er. Für Marathonläufer sei die Situation besonders bitter, weil ihre Disziplin 2031 nicht mehr zum WM-Programm gehören soll. Ringer formuliert es deshalb drastisch: "Bei der WM 2009 in Berlin war ich noch zu jung und 2031 dann zu alt - beziehungsweise gibt es meine Strecke dann gar nicht mehr."
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27.08.2026 | 9:30 minTrotzdem sieht auch er die Bedeutung des Großereignisses - dann eben aus einer anderen Rolle: "In dem Fall werde ich als Zuschauer dabei sein, es genießen und natürlich die deutschen Hoffnungen verfolgen."
Auch Malaika Mihambo wird die Weltmeisterschaft in München nicht mehr als aktive Athletin erleben - dennoch freut sie sich darauf. "Die Heim-WM wird sich sicherlich in die Reihe der tollen internationalen Wettkämpfe in Deutschland der vergangenen Jahre einreihen", sagt die Weitspringerin. Das werde "für die Leichtathletik sicherlich noch mal Auftrieb geben". Die EM in Birmingham habe gezeigt, "wie viel Talent und Potenzial in der deutschen Leichtathletik-Nationalmannschaft steckt".
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Johanna Martin richtet den Blick ebenfalls über den eigenen Start hinaus. Eine Heim-WM sei eine Chance für die deutschen Athleten, "sich in unserem eigenen Land von ihrer besten Seite zu zeigen und tolle Erfolge zu erzielen". Gleichzeitig könne ein solches Ereignis ein Gemeinschaftsgefühl schaffen: "Das hat immer etwas Besonderes und setzt auf dem Weg dahin noch einmal neue Kräfte frei."
Mika Sosna geht noch einen Schritt weiter. Für den Diskuswerfer geht es bei München 2031 nicht nur um die Leichtathletik. Deutschland habe bereits bewiesen, dass es große Leichtathletik-Veranstaltungen ausrichten könne.
Ich denke, das ist eine riesige Chance nicht nur für die Leichtathletik in Deutschland, sondern allgemein für den deutschen Sport.
Mika Sosna, Diskuswerfer