Said und Malek El Mala vom 1. FC Köln:Gar nicht selten: Brüderpaare in einer Bundesliga-Elf
von Stephan Klemm
Said und Malek El Mala sind das jüngste Beispiel eines Phänomens in der Bundesliga, das es schon oft gab: Brüderpaare in einer Mannschaft. Von Försters, Rummenigges und anderen.
Said El Mala (Köln), Malek El Mala (Köln).
Quelle: ImagoAm vergangenen Sonntag hat El Mala ein Tor für den 1. FC Köln geschossen, es war der Treffer zum 1:1-Endstand bei Union Berlin. El Mala schießt oft Tore für den FC, aber dennoch war dieses Erfolgserlebnis eine Premiere. Denn getroffen hatte an der Alten Försterei nicht der Nationalspieler Said El Mala (20), sondern sein eingewechselter Bruder und Mittelstürmer Malek El Mala (21) bei seinem Bundesliga-Debüt.
Die Freude war sichtbar groß bei den Brüdern, und in Köln fragt sich das notorisch aufgeregte Fan-Umfeld des Klubs vor dem Mittelrhein-Derby am Sonntag gegen Bayer 04 Leverkusen, ob es nun gleich mit noch einem Torjäger namens El Mala rechnen kann.
Was für eine Geschichte: Malek El Mala, der ältere Bruder von Said, feiert im Spiel bei Union Berlin sein Bundesliga-Debüt für Köln. Kurz vor Schluss trifft er zum 1:1-Endstand.
02.11.2026 | 6:11 minEl Mala-Brüder spielen wie einst die Allofs gemeinsam für Köln
Die El Malas, die in einer WG zusammenleben, wechselten 2025 gemeinsam von Viktoria Köln zum FC. Malek El Mala war allerdings zunächst für die U21 des Klubs vorgesehen, die zweite Mannschaft des Vereins. Dort traf er zwar häufig, hatte allerdings immer wieder mit Verletzungsproblemen zu tun, die ihn in seiner Entwicklung zurückwarfen.
Am vergangenen Sonntag aber war Malek El Mala fit, sein Trainer René Wagner hielt den Moment des Bundesliga-Debüts für gekommen. Dafür sprach auch, dass die gesetzten FC-Mittelstürmer Ragnar Ache (Muskelprobleme) und Thijs Dallinga (Kreuzbandriss) derzeit verletzt ausfallen.
Thomas und Klaus Allofs: Gemeinsam für Köln in den 80ern.
Quelle: Witters / Wilfried WittersDer 1. FC Köln hat nun zum zweiten Mal nach Klaus und Thomas Allofs vor 40 Jahren wieder ein Brüderpaar in der Bundesliga aufgeboten. Die Allofs und El Malas sind Teil einer gar nicht so seltenen Entwicklung in der höchsten deutschen Spielklasse: Brüderpaare hat es in allen Epochen der ersten Liga gegeben.
Seeler und Dörfel: Zwei Brüderpaare gleichzeitig beim HSV
Bereits am ersten Spieltag der Bundesliga-Premierensaison spielten am 24. August 1963 Dieter und Uwe Seeler beim 1:1 im Auswärtsmatch bei Preußen Münster für den Hamburger SV. Im Rückspiel, es endete am 11. Januar 1964 mit 5:0 für den HSV, liefen zudem die Brüder Gert (Charly) und Bernd Dörfel erstmals gemeinsam für den HSV auf. Am 8. Februar 1964 und am 13. Februar 1965 standen die Seelers und die Dörfels sogar gemeinsam für den HSV auf dem Platz - diese außergewöhnliche Konstellation von gleich zwei Brüderpaaren in einer Bundesliga-Elf hat es seitdem nicht mehr gegeben.
Wohl aber viele Brüder, die gemeinsam für einen Bundesligisten aufgeboten wurden. Insofern sind die El Malas nur der neueste Fall eines langjährigen Phänomens, für das es einige sehr bekannte Beispiele gibt: Zuletzt etwa die Nmechas - Felix und Lukas - beim VfL Wolfsburg. Die Schlotterbecks - Nico und Keven - in Freiburg. Die Eggesteins - Maximilian und Johannes - im Dress von Werder Bremen. Hinzu kommen bekannte Brüderpaare aus anderen Jahrzehnten wie die Rummenigges - Karl-Heinz und Michael beim FC Bayern, die 1983 und 1984 gemeinsam dort aufliefen.
Förster und Funkel: Brüderpaare mit vielen gemeinsamen Bundesliga-Jahren
Besonders lange zählten Karlheinz und Bernd Förster zum Kader des VfB Stuttgart - es kamen acht Jahre zusammen, von 1978 bis 1986. Beide waren zudem Nationalspieler, gemeinsam wurden sie 1980 Europameister und 1982 Vize-Weltmeister.
Spielten früher gemeinsam für Bayer Leverkusen: Heute trainieren Niko und Robert Kovac den BVB.
Quelle: imagoBekanntheit erlangten außerdem die erfolgreichen Funkel-Brüder Friedhelm und Wolfgang, die sechs Jahre zusammen spielten, in diesem Fall zwischen 1984 und 1990 für Bayer Uerdingen.
Täuber-Brüder als Bundesliga-Spieler, Kovac-Brüder als Trainerduo
Die Familie Täuber stellt sogar drei Brüder, die für Bundesligisten gespielt haben. Doch Klaus (Schalke, Nürnberg, Leverkusen), Jürgen (Nürnberg, Schalke) und Stephan Täuber (ebenfalls Nürnberg und Schalke) liefen nie im Trio gemeinsam in der ersten Liga auf.
Niko und Robert Kovac, die von 1996 bis 1999 bei Bayer Leverkusen beschäftigt waren, haben inzwischen eine weitere Entwicklungsstufe für fußballerische Brüderpaare erklommen: Niko Kovac ist Trainer von Borussia Dortmund, Robert Kovac ist dessen Assistent.