Makkabi Frankfurt: Neues Sportzentrum des Dachverbands

Jüdischer Sport-Dachverband:Neues Makkabi-Zentrum - zwischen Vorfreude, Stolz und Angst

von Susana Santina

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In Frankfurt am Main eröffnet der jüdische Sport-Dachverband Makkabi ein neues Zentrum für Sport und Bildung. Die Verantwortlichen zeigen sich stolz, aber kennen auch Ängste.

Die Makkabi-Fahne ist im Vordergrund zu sehen, ein Fußballfeld ist im Hintergrund.

Der jüdische Sport-Dachverband Makkabi eröffnet in Frankfurt am Main ein neues Zentrum für Sport und Bildung.

13.06.2026 | 2:52 min

Noch wird am Eingang des neuen Makkabi-Zentrums gearbeitet. Alle hier freuen sich auf die feierliche Eröffnung am Sonntag. Allen voran Alon Meyer, der Präsident von Makkabi, dem einzigen jüdischen Sport-Dachverband in Deutschland. Für ihn sei damit ein Herzensprojekt in Erfüllung gegangen, sagt Alon Meyer. "Dass wir in diesen Zeiten des steigenden Antisemitismus solch ein positives Signal aus Frankfurt setzen können, erfüllt mich als Frankfurter, als Deutscher, als Jude, mit abnormalem Stolz."

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Neues Makkabi-Zentrum in Frankfurt

Der neue Makkabi-Campus ist gleich auf den ersten Blick beeindruckend. Er umfasst 24.000 Quadratmeter, mitten in Frankfurt. Ein großer Außenbereich, auf dem sich unter anderem zwei große Fußballplätze und ein kleinerer überdachter befinden, außerdem ein Padel-Court. Im angrenzenden Gebäude befinden sich eine große Sporthalle, Ballett- und Tanzräume sowie mehrere Seminarräume. So soll zum Beispiel Demokratiebildung auf dem Programm stehen.

Makkabi sei eben mehr als ein Sportverein, sagt Alon Meyer. "Wir als Juden mussten unsere Mitglieder schon immer in jeder Hinsicht stärken." Es gebe nur wenige, die keinen Antisemitismus erlebt hätten. Dabei sei man ein offener Verein. 90 Prozent der bundesweit rund 11.000 Mitglieder seien nicht jüdisch. Alle seien hier willkommen, sagt Alon Meyer, wenn sie "demokratische Werte vertreten". Es sei bedenklich, dass bei Spielen selbst Muslime, die für Makkabi spielten, "und dadurch jüdisch gelesen werden, als Scheiß-Juden beschimpft werden".

Charifa B.

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Architektur-Büro Albert Speer übernahm Planung

Eine besondere Bedeutung hat das Projekt auch durch die Planung des Architektur-Büros Albert Speer. Es war Albert Speer Junior, der Sohn des ehemaligen NS-Architekten, der vor seinem Tod das Projekt Makkabi-Campus unterstützt habe, sagt Friedbert Greif. Er ist der Geschäftsführer des Architekturbüros. "Sie sehen den Davidstern in der Fassade, das ist auch eine Idee, die bei uns im Büro entwickelt wurde. Wir sind ein Büro mit einem besonderen Namen, dieser Verantwortung sind wir uns bewusst. Wir wollen zeigen, dass wir offen sind für die Kooperation in unserer Gesellschaft."

Neuer Makkabi-Campus mit hohem Sicherheitskonzept

Bislang trainieren die Frankfurter Makkabi-Spieler auf mehreren öffentlichen Plätzen. Auch der neue Makkabi-Campus soll für alle zugänglich sein, kann aber, wenn es die Sicherheitslage erfordert, komplett abgeriegelt werden, Es gibt überall Kameras, auch im Eingangsbereich. Die Scheiben sind hier aus Panzerglas. Die Sicherheitsmaßnahmen seien mit dem LKA abgestimmt worden, sagt Alon Meyer. Das sei "leider notwendig".

"In dem Moment, wo es im Nahen Osten eskaliert, werden wir als einzig jüdischer Verein in die Gesamthaftung des einzig jüdischen Staates genommen", beklagt Meyer.

Kein einziger von uns kann irgendetwas für die Innen- oder Außenpolitik Israels. Und trotzdem werden wir verantwortlich gemacht.

Alon Meyer, Präsident von Makkabi

Man habe Angst um die Mitglieder. Und auch die hätten eine gewisse Angst. "Dann muss man ihnen die Angst ein Stück weit nehmen. Das können wir mit dieser Anlage."

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In diesen Wochen konnte zum ersten Mal ein Makkabi-Fußball-Team auf dem neuen Campus trainieren. Alle zeigen sich begeistert. Und viele erzählen uns, dass sie sich hier sicherer fühlen. Auch der zwölfjährige Francis hat bereits Antisemitismus bei Spielen erlebt. "Die haben zum Beispiel gesagt, die scheiß Juden sollen nicht hier spielen."

Und der 22-jährige Makkabi-Trainer David fügt hinzu:

Es ist schade, dass wir uns ein so großes Sicherheitskonzept überlegen müssen. Ich glaube, kein anderer Verein muss sich darüber Gedanken machen.

David, Trainer bei Makkabi

Dennoch überwiegt bei Makkabi-Präsident Alon Meyer eindeutig das Positive. Dass ein so großes jüdisches Sportzentrum mitten in Frankfurt entstehen konnte, mache ihm viel Hoffnung.

Über dieses Thema berichtete ZDFheute in dem Beitrag "Neues Makkabi-Zentrum in Frankfurt am Main" am 13.06.2026 um 21:45 Uhr.

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