Anders als die UEFA: So sieht Afrikas Verband die FIFA-Pläne

Infantinos Pläne zur Privatisierung:Anders als die UEFA: So sieht Afrikas Verband die FIFA-Pläne

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Der afrikanische Fußball-Dachverband CAS möchte den umstrittenen FIFA-Plänen zur Privatisierung zustimmen. Aber es gibt auch andere Interessenten - sogar aus Europa.

Patrice Motsepe und Gianni Infantino

FIFA-Präsident Gianni Infantino verteidigt seinen Plan zur Öffnung der Fußball-WM für Investoren. Es sei ein Angebot, ein "Teil eines Beratungsprozesses". UEFA und DFB sind strikt gegen den Plan.

30.07.2026 | 2:25 min

Der afrikanische Fußball-Dachverband CAF steht den in Europa harsch kritisierten Investoren-Plänen von FIFA-Boss Gianni Infantino offen gegenüber. CAF-Präsident Patrice Motsepe werde in der kommenden Woche eine Sitzung des CAF-Exekutivkomitees einberufen, um unter anderem die vorgeschlagene Initiative "FIFA Forward Enterprise" zu bewerten.

Dies ist insofern bedeutsam, als die afrikanischen Nationen innerhalb des Weltverbandes 54 Stimmen besitzen und für die Entscheidung über das geplante Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise (FFE) eine große Rolle spielen. 

CAF: Entschlossen, "Bereitstellung finanzieller und anderer Ressourcen" zu fördern

Der Kontinentalverband forderte seine Mitgliedsverbände dazu auf, die Pläne zu prüfen "und sich im Einklang mit den Vorschriften und festgelegten Verfahren der CAF und der FIFA am Konsultationsprozess zu beteiligen".

Sportökonom Deutscher

Die Zahl der kleinen Verbände in der FIFA ist massiv gestiegen. Die Gewichtung der UEFA reicht bei einer Abstimmung bei Weitem nicht für eine Mehrheit, sagt Sportökonom Deutscher.

29.07.2026 | 16:06 min

In einer Mitteilung heißt es zudem: "Die CAF ist entschlossen, den Dialog und die Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedsverbänden, der FIFA, anderen Fußballkonföderationen und Interessengruppen fortzusetzen, um die Bereitstellung finanzieller und anderer Ressourcen für die Entwicklung und das Wachstum des Fußballs in Afrika und weltweit zu fördern."

UEFA zu den Plänen: "Grenze überschritten"

Die FIFA hatte mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einspielen zu wollen. Übereinstimmenden Berichten zufolge hat der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum Deal gesetzt und im Gegenzug eine Sonderzahlung versprochen.

Infantino

Die Pläne der FIFA zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren alarmieren die UEFA. Der europäische Fußball-Verband droht mit WM-Boykott, die FIFA lockt mit einer hohen Prämie.

29.07.2026 | 1:58 min

"Höhere Zahlungen an die Mitgliedsverbände bedeuten höhere Investitionen in bessere Fußballplätze, stärkere Nationalmannschaften und ebnen den Weg für Jungen und Mädchen überall auf der Welt", sagte er und versprach: "Wir kümmern uns um alle." Die FIFA wolle "das nächste Kap Verde schaffen".

FIFA-Präsident Gianni Infantino, im Hintergrund der WM-Pokal und Geldscheine

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20.06.2026 | 10:27 min

20 Millionen Dollar für ein Ja-Wort

Für seine milliardenschwere Idee begeistern will Infantino die 211 FIFA-Mitgliedsstaaten bis zum 19. September. Dies ist laut Medien die Deadline, bis zu der die Verbände ihre reichlich entlohnte Zustimmung geben können. 

Gelockt wird mit hohen Summen, gleich mit dem Ja-Wort für die Pläne sollen 20 Millionen US-Dollar (17,46 Mio. Euro) abrufbar sein. Außerdem wird mit der Aussicht auf eine nochmals erweiterte WM geködert. 

Einfache Mehrheit genügt Infantino

Neben der Zustimmung des vorab offenbar nicht informierten FIFA-Councils braucht es zur Umsetzung des Vorhabens eine einfache Mehrheit von den Verbänden, 106 Befürworter würden reichen. Dies dürfte trotz der Kritik der Verbände aus Europa, Asien (AFC), Nord- und Mittelamerika sowie Karibik (CONCACAF) machbar sein.

ZDF-Sportreporter Nils Kaben

FIFA-Präsident Infantino versuche, die Mitgliedsverbände mit Geld zu locken, so ZDF-Sportreporter Nils Kaben. Damit wolle Infantino den FIFA-Gewinn nach dem letzten Rekord noch weiter maximieren.

29.07.2026 | 10:25 min

Auch wenn beispielsweise DFB-Präsident Bernd Neuendorf die Pläne als "fatales Zeichen" einstuft, scheint es innerhalb der UEFA keine hundertprozentige Einigkeit zu geben. Er sehe in der Idee "die praktischen Vorteile", sagte David Trunda, Präsident des tschechischen Ligaverbands bei "Sky News":

Natürlich brauchen wir noch weitere Einzelheiten, aber meiner persönlichen Ansicht nach sind die positiven Auswirkungen der Absichten der FIFA erkennbar.

David Trunda, Präsident des tschechischen Ligaverbands

Der tschechische Ligaverband rüffelte Trunda allerdings sogleich und stellte sich hinter die UEFA um Präsident Aleksander Ceferin.

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Quelle: dpa, SID
Über dieses Thema berichtete das ZDF am 28.07.2026 in dem Beitrag "FIFA plant Verkauf von WM-Anteilen".

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