Reaktion auf Infantinos Investoren-Pläne:UEFA-Nationen stimmen geschlossen für möglichen WM-Boykott
Sollte die FIFA tatsächlich WM-Anteile verkaufen, würde das nächste Turnier ohne Europäer stattfinden. Das haben die UEFA-Nationen einstimmig beschlossen.
Fußball-WM ohne Europäer: UEFA-Nationen beschließen Boykott, sollte Infantino Anteile verkaufen
Quelle: dpaDie Europäische Fußball-Union (UEFA) droht im Machtkampf mit FIFA-Präsident Gianni Infantino mit maximaler Eskalation. Auf der Dringlichkeitssitzung aller 55 Nationalverbände am Donnerstagnachmittag wurde ein Boykott aller FIFA-Turniere für den Fall beschlossen, dass Infantino seinen Investoren-Deal durchdrückt. Das teilte die UEFA in einem Statement mit.
Die UEFA und ihre 55 Mitgliedsverbände stehen geschlossen zusammen. Wir lehnen den Vorschlag der FIFA, Eigentumsanteile an der Weltmeisterschaft und anderen FIFA-Wettbewerben auf private Investoren zu übertragen, einstimmig und unmissverständlich ab.
UEFA-Statement
Die Weltmeisterschaft dürfe nicht als "Anlageprodukt behandelt werden. Sie ist eines der größten Vermächtnisse des Fußballs." Die Weltmeisterschaft stehe "nicht zum Verkauf", hieß es weiter.
FIFA-Präsident Gianni Infantino verteidigt seinen Plan zur Öffnung der Fußball-WM für Investoren. Es sei ein Angebot, ein "Teil eines Beratungsprozesses". UEFA und DFB sind strikt gegen den Plan.
30.07.2026 | 2:25 minInfantino soll bereits ein Ultimatum gesetzt haben
Die FIFA und ihr Präsident sind in ihrem Plan, Anteile an der WM zu verkaufen, offensichtlich bereits fortgeschritten. Laut übereinstimmender Medienberichte soll Infantino den Mitgliedsverbänden eine Zustimmungsfrist bis zum 19. September gesetzt haben. Die Verbände werden mit hohen Summen und der Aussicht auf eine nochmals erweiterte WM geködert.
Eine einfache Mehrheit soll ausreichen, um die Vorhaben umzusetzen. Ein Boykott der UEFA könnte Infantinos Pläne massiv ins Wanken bringen.
Neuendorf klar gegen die Pläne
Der heftigen Kritik aus vielen Richtungen hatte sich am Mittwoch auch Bernd Neuendorf angeschlossen. Es sei "ein fatales Zeichen", die Fußball-WM für Investoren zu öffnen.
"Der Fußball lebt von der Akzeptanz der Gesellschaft, wir dürfen ihn nicht zum Spielball von Investoren machen", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in einem Interview mit der Sportschau und dem ZDF. Infantinos Pläne seien "überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig".
DFB-Präsident Neuendorf nennt den geplanten FIFA-Investoren-Deal ein "fatales Zeichen". Das FIFA-Council habe aus der Presse davon erfahren. Er bringt einen WM-Boykott ins Spiel.
29.07.2026 | 8:52 minInfantino verteidigt seine Pläne
Der FIFA-Chef verteidigt sein Vorhaben energisch. Dieses sei "eine Gelegenheit, keine Verpflichtung", sagte Infantino. Er verspreche sich davon die "Erschließung bisher nicht realisierter Werte".
Die "kommerzielle Seite des Fußballs" zu stärken, sei der logische nächste Schritt in der Entwicklung.
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