Stromspar-Check vor Abwesenheit:Wie der Stromverbrauch zuhause im Urlaub gesenkt werden kann
von Jenna Busanny
Ein kurzer Rundgang durch die Wohnung vor dem Urlaub hilft, Energie und Geld zu sparen. Wer nicht benötigte Geräte vom Strom trennt, kann außerdem die Sicherheit zu Hause erhöhen.
Wer in den Urlaub fährt, sollte beim Verlassen der Wohnung elektrische Geräte ausschalten. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gibt Tipps, mit denen sich Strom und bares Geld sparen lässt.
16.07.2026 | 0:52 minKurz vor der Abreise sind die Gedanken oft schon am Urlaubsort - und zu Hause bleiben Geräte zurück, die weiter Strom ziehen. Deshalb lohnt sich ein Stromspar-Check vor dem Urlaub gleich mehrfach: Er kostet nur wenige Minuten, senkt unnötigen Verbrauch während der Abwesenheit und kann nebenbei Risiken reduzieren. "Ob Stand-by-Geräte, Kühl- und Gefrierschrank oder Warmwasser - schon kleine Anpassungen können eine spürbare Wirkung haben", sagt Gerhild Loer, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW).
Der Grund ist oft unsichtbar: Stromverbrauch endet nicht automatisch, nur weil ein Gerät "aus" ist. Viele Geräte laufen im Stand-by-Modus weiter, weil sie auf Signale warten, eine Uhr anzeigen oder dauerhaft mit dem Internet verbunden sind. Martin Steinestel, Referent Energietechnik der Verbraucherzentrale NRW, warnt: "Im Stand-By-Modus sind Geräte dauerhaft in Bereitschaft und dadurch oft unsichtbare Stromfresser."
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05.02.2026 | 6:17 minGeräte im Stand-by-Modus vor der Abreise ausschalten
Wer vor der Abreise einmal durch Küche, Wohnzimmer und Arbeitszimmer geht, findet häufig die Klassiker: Fernseher, Stereoanlage, Spielekonsole, den Saugroboter und Küchengeräte wie Kaffeemaschine und Mikrowelle - die im Stand-by-Betrieb alle Strom ziehen.
Gerade während eines längeren Urlaubs summiert sich dieser sogenannte Stand-by-Verbrauch.
Gerhild Loer, Energieexpertin, Verbraucherzentrale NRW
Damit nicht jedes Gerät einzeln abgesteckt werden muss, können Steckdosenleisten mit Schalter helfen: So lassen sich mehrere Geräte auf einmal vollständig ausschalten oder vom Netz trennen.
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22.10.2025 | 21:15 minMartin Steinestel nennt außerdem Geräte mit Internetkommunikation als schlecht erkennbare Stromfresser. Sein Tipp: "Router, die weiterlaufen müssen, können in den Einstellungen so angepasst werden, dass sie sich abends automatisch in einen Energiespar- oder Nachtmodus versetzen." Bei vielen Geräten lässt sich festlegen, dass das WLAN oder einzelne Funktionen abends heruntergeregelt werden, sobald kein Handy, Laptop oder TV mehr Daten überträgt.
Wer vor der Abreise nicht benötigte Geräte vollständig ausschaltet oder vom Netz trennt, kann nicht nur den Stand-by-Verbrauch senken, sondern auch das Risiko von Schäden reduzieren - etwa bei Gewittern oder technischen Defekten. Bei empfindlicher Elektronik wie TV-Geräten oder Receivern kann es sinnvoll sein, zusätzlich zur Stromverbindung auch die Antennenverbindung zu trennen. Wichtig: Geräte, die aus Sicherheitsgründen laufen müssen, wie Alarmsysteme, sollten natürlich eingeschaltet bleiben.
Laut dem Statistischen Bundesamt konnten sich 2025 21 Prozent der Bevölkerung keinen einwöchigen Urlaub leisten. Das Familienministerium Rheinland-Pfalz fördert das Programm "Familienferien Sommeraktion".
28.07.2026 | 1:51 minKühl- und Gefriergeräte vor dem Urlaub prüfen
Auch bei großen Küchengeräten lohnt sich laut Gerhild Loer ein kurzer Check: Kühlschrank leeren, Gefriergerät bei Bedarf abtauen und eine niedrigere Kühlstufe einstellen. Denn ein eisfreier Gefrierschrank arbeite effizienter und benötige weniger Strom, so die Expertin. Außerdem müsse der Kühlschrank weniger Kühlleistung erbringen, wenn die Tür für längere Zeit geschlossen bleibt. Deswegen reiche in Zeiten der Abwesenheit eine niedrige Kühlstufe.
Wer länger weg ist und den Kühlschrank komplett ausschalten kann, spart zusätzlich Energie. "Wichtig ist dann, die Tür leicht geöffnet zu lassen, um Gerüche und Schimmel zu vermeiden", rät Loer.
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30.07.2026 | 0:44 minWarmwasser und Heizung auch im Sommer im Blick behalten
Beim Warmwasser sieht Martin Steinestel vor allem bei kleinen Geräten Spar-Potenzial: "Kleine 5-Liter-Warmwasserboiler können außerhalb der üblichen Nutzungszeiten ausgeschaltet werden." Gerade vor dem Urlaub lohnt es sich deshalb zu prüfen, ob so ein Gerät wirklich durchlaufen muss, wenn niemand zu Hause ist.
Was viele nicht wissen: Auch im Sommer kann die Heizungsanlage Strom ziehen, etwa wenn die elektrisch betriebene Umwälzpumpe weiterläuft. Gerhild Loer empfiehlt, vor der Abreise den Sommerbetrieb zu aktivieren oder die Einstellungen zu prüfen. Konkret heißt das: Ein kurzer Blick auf die Einstellungen kann reichen, um sicherzustellen, dass während der Abwesenheit nicht unnötig Strom für ungenutzte Technik anfällt.
Wer unsicher ist, sollte die Einstellungen zwar nicht eigenmächtig ändern, aber zumindest kontrollieren, ob eine Automatik für Sommerbetrieb oder Energiesparen aktiv ist und gegebenenfalls einen Fachmann fragen.
Wer es genau wissen will, notiert oder fotografiert vor der Abreise den Stand des Stromzählers. Nach der Rückkehr lässt sich so prüfen, ob während der Urlaubszeit wirklich nur wenig Strom verbraucht wurde. Fällt der Verbrauch höher aus als erwartet, hilft ein Messgerät für den Energieverbrauch: Damit können einzelne Geräte auch über Nacht gemessen und der Ruhestrom ermittelt werden. Solche Geräte gibt es günstig im Handel oder teils als Leihgerät. Unterstützung gibt es außerdem bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale.
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