Die Wissens-Kolumne von NANO und Terra X:Klimaanlage - die wichtigste Wärmepumpe des Sommers?
von Axel Kleidon
Immer mehr Hitzewellen - immer mehr Klimaanlagen. Ausgerechnet sie könnten Teil einer Lösung sein, die Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel verbindet.
Wenn es im Sommer unerträglich heiß wird, hilft ausgerechnet die Technik, die als ein Symbol der Energiewende gilt: die Wärmepumpe. Nur nennen wir sie dann Klimaanlage.
In der Wissens-Kolumne von NANO und Terra X auf ZDFheute beschäftigen sich ZDF-Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten wie Harald Lesch, Mirko Drotschmann und Jasmina Neudecker sowie Gastexpertinnen und Gastexperten jeden Sonntag mit großen Fragen der Wissenschaft - und welche Antworten die Forschung auf die Herausforderungen unserer Zeit bietet.
In vielen Teilen der Welt ist sie längst unverzichtbar. Auch in Deutschland wird sie zunehmend wichtiger, denn mit jeder Hitzewelle wächst der Bedarf von Klimaanlagen für gekühlte Innenräume.
Wie umgehen mit Hitze in Schulen, Krankenhäusern, Pflegeheimen? Ohne Klimaanlagen wird es wohl auch in Deutschland künftig nicht gehen. Doch es gibt auch Skepsis.
16.07.2026 | 2:54 minSo funktionieren Klimaanlagen
Klimaanlagen brauchen Strom, denn sie müssen aktiv Wärme von innen nach draußen bringen und damit einen Temperaturunterschied aufrecht erhalten. Genau wie Kühlschränke sind Klimaanlagen nichts anderes als Wärmepumpen.
Ohne dieses Pumpen würde sich der Temperaturunterschied ausgleichen - das ist elementare Physik. So wie sich auch heißer Kaffee mit der Zeit abkühlen würde.
Das Pumpen kostet Energie. Je kälter der Raum im Vergleich zur Außentemperatur sein soll, desto mehr Strom ist nötig.
Haben wir die Energiekrise überwunden? Kommen wir mit dem Ausbau vom Stromnetz überhaupt hinterher? Und wie sieht es mit dem Strompreis aus?
19.07.2023 | 29:19 minAbwärme - ein Problem?
Doch Klimaanlagen lösen nur ein Problem und erzeugen dabei ein anderes: Was drinnen gekühlt wird, landet als Abwärme draußen. Wird die Technik damit Teil der Lösung - oder Teil des Problems?
Wenn Klimaanlagen Wärme aus Räumen pumpen, kann das ein Problem sein, denn jedes klimatisierte Gebäude gibt zusätzliche Wärme an die Umgebung ab. Besonders in dicht bebauten Städten, wo viele Menschen zusammen leben und entsprechend viel Bedarf an kühlen Räumen haben, kann Abwärme die Hitze vor Ort verstärken.
Hitzetod trotz Schwitzen: Was passiert, wenn die Kühlgrenztemperatur überschritten wird? Und ab wann macht sie die Erde unbewohnbar?
22.07.2020 | 8:06 minDie gute Nachricht: Dieser Effekt lässt sich begrenzen. Je besser Räume gedämmt und gegen die Außentemperaturen isoliert sind, desto mehr reduziert sich bei Hitzewellen der Kühlungsbedarf. So muss die Klimaanlage weniger arbeiten, verbraucht weniger Strom und pumpt weniger Abwärme in die Umwelt.
Weniger Hitze statt mehr Kühlung
Noch einfacher ist es, die unerwünschte Wärme gar nicht erst ins Haus zu lassen - mit Jalousien, Gardinen, Fensterläden oder ähnlichem Sonnenschutz. Wer frühmorgens lüftet, wenn es noch kühl ist, senkt die Raumtemperatur ohne zusätzlichen Energieverbrauch.
Bei Temperaturen über 40 Grad heizen sich gerade Dachwohnungen schnell auf. Welche Möglichkeiten es gibt, Räume auch ohne Klimaanlage spürbar zu kühlen.
09.07.2026 | 4:26 minNichtsdestotrotz ist der Abwärme-Effekt von Klimaanlagen nicht mit der globalen Erwärmung vergleichbar. Die Erwärmung durch Klimaanlagen bleibt lokal dort, wo sie rausgepumpt wird.
Kohlendioxid dagegen (zum Beispiel aus Verbrennerheizungen) ist in der Atmosphäre global verteilt. Es ist keine Wärmequelle, sondern ein atmosphärischer "Dämmstoff", der die Energiebilanz des gesamten Planeten verändert - die Erdoberfläche kühlt schlechter ab und sorgt für zunehmende globale Erwärmung und Hitzewellen.
„Die Technik wird uns retten!“ Doch stimmt das wirklich? Wie können Technik, Psychologie und Mut zu Veränderung ein freundlicheres Klima schaffen?
28.07.2025 | 27:48 minEin Problem - zwei Lösungen
Der unübertreffbare Vorteil von Wärmepumpen ist, dass sie selbst keine Wärme erzeugen, sondern nur transportieren. Damit können sie sowohl effizienter als Öl- oder Gasheizungen im Winter Räume warm halten als auch im Sommer kühle Innenräume schaffen. Die Zukunft der Energiewende könnte also darin liegen, dieselbe Technik für mehrere Zwecke und Ziele zu nutzen.
Welche Alternativen zur teuren Wärmepumpe gibt es? Und wie kann die Wärmewende wirklich gelingen?
16.05.2023 | 26:15 minWährend das Verbrennen fossiler Brennstoffe den Klimawandel befeuert, rechnen sich Investitionen in moderne energiesparende Technologien: zusammen mit Photovoltaik, die während sonnenreicher Hitzewellen viel Strom produzieren kann, verbinden sie Klimaschutz mit der Anpassung an eine heißer werdende Welt.
Heizen für umme: Dänemark heizt günstig und klimafreundlich mit Wärmepumpen und Meerwasser. Auch Deutschland will effizientes Heizen auf ein neues Level bringen - mit einer unterschätzen Technik.
08.07.2025 | 13:06 min
... ist Physiker, leitet eine Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Biogeochemie und lehrt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Meistens forscht er daran, wie die Erde Energie in verschiedenste Formen umwandelt und wo dabei die Grenzen liegen, mit einem Blick auf das ganze Erdsystem. Dies wendet er an, um Klima, Klimawandel und die Rolle des Lebens besser - und einfacher - zu verstehen und abzuschätzen. Das hat auch ganz praktische Bedeutung, für die Folgen des Klimawandels und für die Grenzen von erneuerbaren Energien. Seine Arbeitsgruppe schreibt über die eigene Forschung auch auf dem Blog earthsystem.org.
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