Ostertradition und Tierschutz:Osterfeuer: Wildtiere und Vögel schützen
von Christian Ehrlich
Zum Osterfest gehören traditionell Osterfeuer. Doch die können für Wildtiere zur tödlichen Gefahr werden. Wie sich mit ein paar einfachen Maßnahmen viele Tierleben retten lassen.
In Reisighaufen für Osterfeuer finden viele Wildtiere Schutz. Wer vor dem Anzünden ein paar Dinge beachtet, kann ihr Leben retten.
Quelle: Imago / M. SchwarzIn vielen Teilen Deutschlands flackern Ostern die traditionellen Osterfeuer auf Wiesen und manchmal auch in Gärten. Die Tradition geht auf einen heidnischen Brauch zurück, mit dem der Winter verabschiedet wurde. Für Christen ist das Feuer heute das Symbol des auferstandenen Jesus Christus.
Holz- und Strauchhaufen für Osterfeuer dienen Wildtieren oft als Unterschlupf. Wird das Feuer entzündet, geraten sie in Gefahr. Worauf zu achten ist, erklärt Tierschützer Christian Ehrlich.
31.03.2026 | 9:07 minFür viele Tiere allerdings kann das festliche Feuer zu einer tödlichen Falle werden. Mit ein paar Tricks lässt sich verhindern, dass Kaninchen, Igel oder seltene Frösche auf grausame Weise im Feuer umkommen, während rundherum gefeiert wird. Denn hat sich ein Tier unter dem Haufen aus Zweigen und Ästen versteckt, der dann angezündet wird, gibt es meistens keine Rettung mehr. Die Verbrennungen sind zu schwer und oft liegt zusätzlich eine Rauchgasvergiftung vor.
Reisighaufen sind Lebensräume von Tieren
Für uns Menschen sind die Haufen aus Strauchschnitt nur "Abfallhaufen". Für viele heimische Tiere sind sie viel mehr: Nämlich ein lebenswichtiger Unterschlupf - gerade, wenn Zweige, Laub und Äste schon längere Zeit aufeinandergetürmt waren und es in der Umgebung sonst nur aufgeräumte Gärten gibt. Zudem flüchten Tiere gerade in Kälteperioden gerne in solche "Totholzhaufen".
Jeder kennt den Osterhasen, doch ist es wirklich ein Hase oder eher ein Kaninchen? Worin unterscheiden sich die beiden Tiere genau?
01.04.2026 | 1:44 minNeben Igeln, Nagern oder Kaninchen leben im feuchteren unteren Bereich auch oft seltene Frösche oder Molche. Sogar einige Vögel brüten in solchen Haufen, zum Beispiel Rotkehlchen, Zaunkönige oder Heckenbraunellen. Das Naturschutzgesetz verbietet in diesem Fall übrigens das Verbrennen, da Nester geschützter Tiere - in Deutschland stehen alle Singvögel unter Artenschutz - nicht gestört oder vernichtet werden dürfen.
Osterfeuer gelten rechtlich als "Brauchtumsfeuer", die nicht überall durchgeführt werden dürfen. Das Ordnungsamt kann Auskunft und Genehmigungen erteilen. Oft werden bestimmte Sicherheitsabstände und Brennmaterialien vorgeschrieben. Kommt es zu einem Feuerwehreinsatz, zum Beispiel verursacht durch Rauch, zahlt bei fehlender Genehmigung in den meisten Fällen der Gartenbesitzer.
Todesfälle bei Wildtieren reduzieren
Bei jedem Osterfeuer sterben Tiere, zum Beispiel Insekten, die sich im Holz eingenistet haben. Doch die Zahl der getöteten größeren Wildtiere kann man durch wenige Maßnahmen deutlich reduzieren. Mit einer Schaufel auf den Holzhaufen schlagen ist dabei keine Lösung: Die verschreckten Tiere würden sich nur noch weiter in den Haufen zurückziehen.
Was steckt hinter dem Osterfest? Neben der Auferstehung Christi geht es auch um Bräuche wie Eiersuche und Osterhase.
26.03.2026 | 3:11 minIn zwei Schritten zum tiergerechten Osterfeuer
Schritt 1: Den Haufen vor dem Entzünden umsetzen. Das heißt, man nimmt alle Teile des Haufens hoch und legt sie an einen anderen Ort. So können versteckte Tiere weglaufen und solche, die am Boden sitzen oder dort eine Höhle haben, werden sichtbar. Frösche oder ähnliche Individuen können dann an einen anderen, sicheren Ort gebracht werden. Beim Neu-Aufschichten sollte das Strauchwerk so locker wie möglich gestapelt werden. Liegt es nicht so dicht, ist es für Tiere weniger interessant.
Schritt 2: Das Osterfeuer nur von einer Seite anzünden! So können kurzfristig in den Haufen gelaufene Tiere noch zur anderen Seite fliehen. Dort sollten keine Menschen stehen, sodass es einen klaren "Fluchtkorridor" gibt.
Was tun, wenn man ein hilfloses Wildtier im Garten findet? Tier- und Artenschützer Christian Ehrlich erklärt, was zu beachten ist.
28.04.2025 | 9:56 minAlternativen für den Garten und zum Schutz der Tiere
Für Tiere und Natur wäre es besser, auf ein Osterfeuer zu verzichten und den Holzhaufen an einem ruhigen Ort im Garten einfach abzulagern. Dann haben Gartenbesitzer nicht nur den einen schönen Abend am Feuer, sondern das ganze Jahr über eine deutlich gesteigerte Biodiversität im Garten und können mit etwas Glück viele faszinierende Tiere beobachten.
Ein Vorschlag zur Güte: Die trockene Hälfte des Haufens verbrennen und den ohnehin feuchten Rest, der beim Abbrennen auch zu starkem Rauch führen würde, als Totholzhaufen oder Benjeshecke aufschichten und den Tieren überlassen.
Eine Benjeshecke ist ein Sichtschutz, der aus den Ästen und Zweigen aufgeschichtet wird, indem man die stärkeren Äste senkrecht in den Boden steckt und den feineren Strauchschnitt dazwischen aufstapelt.
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