Tauchfarben für Eier im Test:Öko-Test kritisiert bedenkliche Farbstoffe in Ostereierfarbe
von Florence-Anne Kälble
Ein Highlight in der Osterzeit ist das Eierfärben. Öko-Test hat sich mit den Klassikern, den Tauchfarben, befasst. Das Fazit: Kein Produkt im Test überzeugt auf allen Ebenen.
An Ostern dürfen bunt gefärbte Eier nicht fehlen. Öko-Test hat verschiedene Ostereierfarben zum Selbstfärben geprüft und zeigt, worauf Verbraucher achten sollten.
26.03.2026 | 0:39 minOstern ist ein Familienfest, das für Kinder bereits im Vorfeld Höhepunkte bietet. Einer davon ist das Eierfärben. Die meisten greifen zu sogenannten Tauchfarben, die die gesamte Eierschale einheitlich einfärben. Dazu werden rohe oder gekochte Eier zusammen mit den Tabletten, Stäbchen oder Farblösungen ins Wasser gegeben - meist auch mit etwas Essig. Nach wenigen Minuten können sie mit bunt eingefärbter Schale entnommen werden. Öko-Test hat für die April-Ausgabe sieben Produkte unter die Lupe genommen.
Keines der Produkte überzeugte Öko-Test auf allen Ebenen. Vier Produkte erhielten die Note "gut", eines wurde mit "befriedigend" bewertet und zwei schnitten mit "ausreichend" ab - darunter die Iris-Eierfarben der bekannten Marke Brauns-Heitmann.
Eier natürlich färben
Eier lassen sich zu Ostern auch mit Pflanzenfarbstoffen färben. Die Farben sind weniger leuchtend, dafür aber natürlichen Ursprungs. Rote Bete färbt Eierschalen rot bis lila, Rotkohl bläulich, Zwiebelschalen rot-orange, Karottenschalen gelblich-orange, Spinat hellgrün und Kurkuma gelb.
Für den Farbsud werden drei Handvoll zerkleinertes Gemüse in einem Liter Wasser bei niedriger Hitze bis zu 30 Minuten geköchelt. Danach das Gemüse entfernen, einen Schuss Essig hinzufügen und die ungekochten Eier mindestens zehn Minuten im Sud ziehen lassen. Je länger sie darin baden, desto intensiver wird die Farbe. Für Glanz die Eier anschließend mit wenig Speiseöl einreiben.
In Bayerns ältester Eierfärberei rollen bis zu 34.000 Eier pro Stunde vom Band. Der Familienbetrieb Beham in Ursberg färbt seit 70 Jahren regionale Eier nach altem Rezept.
20.03.2026 | 1:15 minIn der Europäischen Union (EU) regelt die Verordnung über Lebensmittelzusatzstoffe, welche Farbstoffe "für Farbverzierungen der Schalen von Eiern" erlaubt sind. Zwar sind diese für Lebensmittel zugelassen und die meisten gelten als unbedenklich, dennoch gebe es laut Öko-Test auch umstrittene Substanzen.
Azofarbstoffe und Hyperaktivität
In fünf der sieben getesteten Produkte kritisierten die Tester einen oder mehrere der Azofarbstoffe Tartrazin (E102), Gelborange S (E110), Azorubin (E122) und Cochenillerot A (E124) sowie den synthetischen Farbstoff Chinolingelb (E104). Sie stehen unter anderem in der Kritik, weil Studien Hinweise lieferten, dass sie Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen bei Kindern hervorrufen könnten, so die Tester. Unabhängig von der eingesetzten Menge müssen Lebensmittel mit solchen Farbstoffen seit 2010 in der EU den Hinweis "Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" tragen.
Wer es schnell und dennoch selbst gebacken mag, greift gerne mal zur Brotbackmischung. Öko-Test hat 22 der Fertigprodukte getestet und in einigen bedenkliche Inhaltsstoffe gefunden.
03.12.2025 | 4:10 minOstereierfarben sind von dieser Kennzeichnungsregelung jedoch ausgenommen, da sie nur den nicht essbaren Teil des Eis färben. So die Theorie. Im Praxistest hinterließen etliche Farben teilweise deutliche Verfärbungen auf der Oberfläche der Eier, wie Öko-Test feststellte.
Warnhinweis reicht nicht aus
Die Tester wiesen darauf hin, dass sich nicht ausschließen lasse, dass auch zu Hause beim Färben geringe Mengen der Farbstoffe ins Ei gelangen und so von Kindern verzehrt werden. Öko-Test wertete deshalb Produkte, die die entsprechenden kritischen Farbstoffe enthalten, ab.
Auch die Verbraucherzentrale Hessen fordert "ein EU-weites Verbot für den Einsatz von Azofarbstoffen in Lebensmitteln und Lebensmittelfarbstoffen". Nur Warnhinweise halten die Verbraucherschützer für nicht ausreichend.
Kurz vor den Feiertagen werden Eier offenbar knapp. Warum das Angebot sinkt und was das für Verbraucher bedeutet – ein Blick auf die Lage im Handel kurz vor Ostern.
24.03.2026 | 2:30 minBunte Eier auch mit Naturfarben
Azofarbstoffe seien laut Öko-Test nicht notwendig, da Naturfarben zum Einsatz kommen könnten. Die Ökonorm Nawaro Eierfarben auf Basis natürlicher Farbstoffe - Gesamtnote "gut" - färbten die Eier im Test zufriedenstellend. Problematisch sei, dass sich die Farben in Wasser schlechter auflösen. Aber: Die Farbergebnisse entsprächen der Abbildung auf der Verpackung und zeigten so Verbrauchern, was sie erwarte, lobte Öko-Test.
Am schlechtesten schnitten im Praxistest die Heitmann Iris-Eierfarben ab - Gesamtnote "ausreichend". Öko-Test kritisierte die Farbintensität, da diese bei mehr als der Hälfte der Farbtöne zu schwach war. Violett färbte sehr ungleichmäßig. Gelb und Blau waren auf den Verpackungen deutlich intensiver abgebildet, als sie die Eierschalen im Test tatsächlich einfärbten, bemängelten die Tester das Ergebnis.
So wurde getestet
Sieben Ostereierfarben zum Selbstfärben wurden im Internet bestellt, da die Saisonware zum Zeitpunkt des Einkaufs noch nicht im stationären Handel verkauft wurde. In warmem oder kaltem Wasser angerührt färben die Pulver-, Tabletten- oder Flüssigfarben die gesamte Eierschale im Tauchverfahren. Die Farben kosteten zwischen 0,69 Euro und 4,95 Euro pro Packung.
Die Produkte wurden im Labor auf das breite Spektrum an Farbstoffen hin untersucht. Die nachgewiesenen Farbstoffe wurden dann mit den deklarierten abgeglichen. Zudem wurden die Verpackungen auf PVC/PVDC und chlorierte Verbindungen analysiert.
In einer umfangreichen Praxisprüfung beurteilte das Laborpersonal den Färbeprozess der Eier. Geprüft wurde, ob die Anwendungshinweise und Anleitungen verständlich und vollständig sind, wie sich Farbe und Zubehör handhaben lassen und ob sich Auffälligkeiten bei der Verwendung zeigen. Weiterhin beurteilten die Prüfer das Farbergebnis jeweils anhand von drei Eiern pro Marke und Farbe, die nach Herstellervorgaben eingefärbt wurden. Beachtung fand dabei, ob die Eierschalen intensiv, gleichmäßig und deckend gefärbt waren.
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