Nabu meldet Rekordtief an gezählten Wintervögeln

Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel":Nabu meldet Rekordtief an gezählten Wintervögeln

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Bei der jährlichen Zählung des Naturschutzbundes Nabu sind so wenig Wintervögel gemeldet worden wie noch nie. Ein Statistik-Experte warnt jedoch vor vorschnellen Schlüssen.

Brandenburg, Sieversdorf: Ein Buchfink (Fringilla coelebs) sitzt im Schnee.

Bei der jährlichen Zählung des Naturschutzbundes wurden so wenige Wintervögel gezählt, wie noch nie. 145.000 Freiwillige haben pro Garten oder Park im Schnitt 32 Vögel gezählt.

27.01.2026 | 0:29 min

Bei einer jährlichen Zählung des Naturschutzbundes (Nabu) sind in diesem Jahr so wenig Wintervögel gezählt worden wie noch nie. Mit im Schnitt 32 gesichteten Vögeln wurden pro Garten oder Park nach Nabu-Angaben noch nie seit Beginn der Zählung so wenige gemeldet wie dieses Mal. Im Jahr 2011 etwa waren es im Schnitt 45,8 Vögel.

Das Prinzip der Zählung: Freiwillige zählen eine Stunde lang in Gärten und Parks die Vögel, die sie beobachten und melden diese Zahlen dem Nabu. Bei der Aktion vom 9. bis zum 11. Januar beteiligten sich 145.000 Menschen.

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Naturschutz-Experte: "Stetiger Abwärtstrend"

"Über die vielen Jahre 'Stunde der Wintervögel' lässt sich leider ein stetiger Abwärtstrend beobachten", sagt Naturschutz-Experte Julian Heiermann.

Damit reihen sich auch häufige Arten, wie Amseln, Meisen, Finken und Spatzen, in den zunehmenden Schwund der Vogelbestände ein, wenn es auch hier nicht so dramatisch abwärts geht, wie das bei den Agrarvögeln der Fall ist.

Julian Heiermann, Naturschutz-Experte

Allerdings sind die Ergebnisse der Zählung mit Vorsicht zu genießen, da verschiedenste Faktoren das Ergebnis verzerren können. So erklärt der Nabu selbst, dass aufgrund der Kältewelle viele Teiche zugefroren waren und die Wasservögel eher an eisfreie Seen und Flüsse vertrieben wurden. Auch dass etwa der Eichelhäher weniger gesehen worden sei, müsse keinen Rückgang bedeuten, da er möglicherweise genug Wintervorräte in den Wäldern angelegt habe.

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Statistik-Experte: Keine vorschnellen Schlüsse ziehen

Der Statistik-Experte Walter Krämer von der TU Dortmund hält fest: "Eine Stunde Vogelzählen in der Wintersonne ist gesund und fördert das Naturverständnis, aber bitte ziehen Sie keine vorschnellen Schlüsse auf alle Wintervögel insgesamt."

In der Nabu-Zählung wurde der Haussperling - trotz eines Rückgangs von 15 Prozent - im Vergleich zum Vorjahr bundesweit am häufigsten gemeldet. Dahinter belegen Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling die Top-Platzierungen der am meisten gemeldeten Wintervögel.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "NABU: Immer weniger Wintervögel" am 27.01.2026 um 15:54 Uhr.

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