Schneider: Meeresschutzabkommen ist Erfolg für Umweltschutz

Interview

Bundestag berät UN-Hochseeschutzabkommen:Schneider: Meeresschutzabkommen ist Erfolg für Umweltschutz

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Der Bundestag berät die Ratifizierung des UN-Hochseeschutzabkommens, am Samstag tritt es in Kraft. Umweltminister Schneider nennt das Abkommen einen großen Erfolg.

Carsten Schneider

Sehen Sie hier einen Auszug aus dem ZDFheute-Interview mit Umweltminister Carsten Schneider (SPD).

15.01.2026 | 1:26 min

ZDFheute: Heute Abend berät der Bundestag die Ratifizierung des UN-Hochseeschutzabkommens, am Samstag tritt es in Kraft. Es soll die Artenvielfalt der Weltmeere schützen. Wie konkret?

Carsten Schneider: Das ist einer der größten internationalen Erfolge für den Umweltschutz in den letzten Jahrzehnten. Warum? Weil die hohe See, die bisher ungeregelt ist, keinem gehört und auch jedem.

Dass wir hier als Weltgemeinschaft jetzt Vereinbarungen treffen und Schutzgebiete ausweisen können, die dann auch eingehalten werden und damit der Natur, dem Ozean, die Ruhe und die Rückzugsgebiete wiedergeben, die er braucht, um seine ökologische Funktion auch wahrzunehmen, ist ein wirklicher Menschheitsfortschritt.

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ZDFheute: Die geopolitischen Zeiten sind herausfordernd. In solchen Zeiten, glauben Sie, dass so ein Abkommen überhaupt etwas ausrichten kann?

Schneider: Die Vertragsstaaten, die es unterzeichnet haben, verpflichten sich dazu. Es gab eine große Konferenz dazu im Sommer in Nizza. Und ich bin mir sicher, dass neben vielen nationalen Interessen auch die Bereitschaft bei fast allen Ländern, auch klar und da ist, große Schutzgüter und unsere Erde einzuhalten.

Unsere Ozeane sind das größte Schutzgut, weil sie Sauerstoff binden, weil sie Nahrung liefern und weil sie für unsere Existenz zentral sind.

Es ist immer ein stetes Ringen und ein Kampf, aber die jetzige Zustimmung zum Hochseeschutzabkommen zeigt, dass der Multilateralismus auch funktioniert und Deutschland, ich werde mich ganz intensiv dafür einsetzen, dass es auch nicht nur umgesetzt wird, sondern Erfolge zeitigen wird.

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ZDFheute: Warum dauert es so lange bis Deutschland das ratifizieren wird und sind Sie zuversichtlich, dass es vor der ersten Konferenz dazu kommen wird?

Schneider: Ja, die deutschen Gesetzgebungsvorhaben sind manchmal ein bisschen schwieriger mit Bundesrat und Beteiligung jetzt im Bundestag. Aber das politische Commitment ist klar. Das Kabinett hat es auch beschlossen.

War eine lange Vorarbeit auch von der Vorgängerregierung und bei dieser Kontinuität setzen wir an. Und ich gehe fest davon aus, dass bis zur Sommerpause die Veröffentlichung auch im Gesetz der ersten Vertragsstaatenkonferenz, der Ozeankonferenz Deutschland auch dabei ist.

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ZDFheute: Jetzt hat Deutschland ja keine eigenen Hochseegebiete. Aber wie kann Deutschland denn trotzdem seinen Beitrag leisten?

Schneider: Ja, wir haben auch Meeresschutzgebiete aus diesen Wirtschaftszonen. Die schützen wir jetzt auch stärker, indem wir dort keine Öl- und Gasförderung mehr möglich machen in den Meeresschutzgebieten. Das ist der erste Punkt.

Der zweite Punkt ist, wir kooperieren mit vielen Ländern, Mikronesien zum Beispiel, mit anderen Ländern, die näher dran sind und deren Gebiete dann auch zu schützen sind. Und diese Kooperation setzen wir fort. Wir haben eine exzellente Meeresforschung in Deutschland, in Kiel, aber auch in Rostock und anderen Regionen.

Und insbesondere im Polarbereich, Alfred-Wegner-Institut, die bringen wir ein. Dazu habe ich auch verschiedene Gespräche schon mit anderen Ministern verschiedener Länder geführt. Die nehmen dies dankbar auf.

Und so arbeiten wir mit mehreren Ländern zusammen an der Ausweisung und Kontrolle von Schutzgebieten. Und das wird das Meer revitalisieren und der Natur ein Stück weit Ruhe und Kraft zurückgeben.

Das Interview führte Marcel Roth. Es wurde für die schriftliche Form geringfügig sprachlich angepasst.

Über dieses Thema berichtete ZDFheute am 15.01.2026 um 13:30 Uhr in dem Beitrag "Interview mit Carsten Schneider".

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