UN-Artenschutzkonferenz: Strengerer Schutz für 40 Tierarten

UN-Artenschutzkonferenz :Staaten verschärfen Schutz für weitere Tierarten

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Vom Gepard bis zum Hammerhai: Die UN-Artenschutzkonferenz in Brasilien beschließt einen strengeren Schutz für 40 wandernde Tierarten - angesichts sinkender Bestände weltweit.

Ein großer Fisch (Goonch) unter Wasser, dahinter ein Mann mit Taucherbrille.

Dämme, Verschmutzung und Überfischung machen wandernden Süßwasser-Fischarten weltweit immer mehr zu schaffen. Laut UN haben die Populationen seit 1970 um mehr als 80 Prozent abgenommen.

24.03.2026 | 0:50 min

Angesichts wachsender Bedrohungen sollen 40 wandernde Tierarten wie Hai, Gepard und Schneeeule künftig international strenger geschützt werden. "Wir sind nach Campo Grande gekommen in dem Wissen, dass die Populationen der Hälfte der durch dieses Abkommen geschützten Arten rückläufig sind", sagte die Exekutivsekretärin des Artenschutzabkommens CMS, Amy Fraenkel.

Wir reisen mit strengeren Schutzmaßnahmen und ehrgeizigeren Plänen ab, doch die Arten selbst warten nicht auf unser nächstes Treffen."

Amy Fraenkel, Exekutivsekretärin des Artenschutzabkommens

Die Umsetzung müsse bereits morgen beginnen, sagte sie.

Strenge Schutzmaßnahmen für weitere Arten geplant

Die Vertragsstaaten nahmen bei der 15. UN-Konferenz des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS) in der brasilianischen Stadt Campo Grande nahe dem Pantanal weitere Arten in die Schutzanhänge I und II auf. Diese verpflichten die Staaten - je nach Gefährdungsgrad - zu strengen Schutzmaßnahmen oder zu verstärkter internationaler Zusammenarbeit und umfassen nun mehr als 1.200 Arten.

Dem Abkommen gehören mehr als 130 Staaten sowie die EU an, darunter viele Länder in Afrika und Lateinamerika; große Staaten wie die USA, China und Russland zählen jedoch nicht dazu.

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Geparden, Schneeeulen und Haie im Fokus

Milliarden Tiere wandern jedes Jahr teils über Kontinente und Ozeane hinweg - von Zugvögeln über Meeresschildkröten bis hin zu Walen. Viele dieser Arten sind bedroht. Zu den neu oder stärker geschützten Arten zählen unter anderem Geparden, Streifenhyänen, Schneeeulen, Riesenotter sowie mehrere Haiarten wie der Große Hammerhai.

"Ein starkes Signal für den internationalen Artenschutz - gerade in Zeiten, in denen viele wandernde Arten massiv unter Druck stehen", sagte die Biologin Mona Schweizer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. Gerade für Haie sei dies ein "echter Durchbruch".

Zwei kleine Schildkröten liegen auf einer Zeitung und essen an einem Blatt Salat. Die Rücken sind jeweils mit einer Nummer gekennzeichnet.

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Fast die Hälfte der Arten im Rückgang

Die Konferenz stand unter dem Eindruck neuer UN-Daten, die eine zunehmende Gefährdung wandernder Tierarten zeigen. Laut UN gehen die Bestände von fast der Hälfte der im Rahmen des Abkommens geschützten Arten zurück, rund ein Viertel ist vom Aussterben bedroht. Besonders kritisch ist die Lage im Meer.

Auch Süßwasserfische sind stark betroffen: Ihre Bestände sind laut einem UN-Bericht seit 1970 weltweit um mehr als 80 Prozent zurückgegangen. Hauptursachen sind Staudämme, verschmutzte Gewässer, Überfischung und unterbrochene Flussverbindungen.

Beschlossen wurden zudem Maßnahmen wie etwa regionale Schutzprogramme für den Amazonas sowie Initiativen gegen Bedrohungen wie Übernutzung, Lebensraumverlust, illegale Jagd, Beifang, Plastikverschmutzung und Lärm unter Wasser.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete heute Xpress 30.03.2026 ab 06.00 Uhr.

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