Wenn bei Belastung die Luft wegbleibt:Pulmonale Hypertonie: Atemnot durch Lungenhochdruck
von Thomas Khazaleh
Was Bluthochdruck bedeutet, ist vielen Menschen geläufig. Beim Lungenhochdruck ist das anders. Dabei kann die Erkrankung schwerwiegende Folgen haben. Was man darüber wissen sollte.
Jede noch so kleine Anstrengung ist Tanja Stiehl zu viel. Schnell bleibt ihr dann die Luft weg. Wie sie trotz Lungenhochdruck zurück in ein aktives Leben findet.
25.08.2026 | 5:08 minWer beim Treppensteigen oder beim Spaziergang schnell außer Atem gerät, denkt oft an nachlassende Fitness oder das zunehmende Alter. Doch hinter den Beschwerden kann auch eine seltene Erkrankung stecken: Lungenhochdruck, auch pulmonale Hypertonie genannt. Weltweit ist etwa ein Prozent der Bevölkerung davon betroffen, bei den über 65-jähringen sind es zehn Prozent.
Unspezifische Symptome erschweren die Diagnose Lungenhochdruck
Typische Symptome sind Kurzatmigkeit, geringe Belastbarkeit und eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Symptome, die auf viele Krankheiten hinweisen können. Daher vergehen oft mehrere Jahre, bis Patienten die richtige Diagnose erhalten.
Wie funktioniert die Lunge und wie bleibt das lebenswichtige Atmungsorgan gesund? Antworten von einem Pneumologen.
13.01.2025 | 5:18 minGenau das sei das Problem, sagt Hanno Leuchte, Leiter des Zentrums für pulmonale Hypertonie im Krankenhaus Neuwittelsbach in München.
Eine frühe Diagnose ist entscheidend, um den Krankheitsverlauf möglichst günstig zu beeinflussen.
Prof. Dr. Hanno Leuchte, Internist, Schwerpunkte Pneumologie und Kardiologie
Mit der Zeit werde die Atemnot immer unerträglicher, so Leuchte. Unbehandelt könne die Krankheit sogar bis zum Tod führen.
Die Diagnose von Lungenhochdruck ist aufgrund der unspezifischen Symptome nicht leicht zu stellen. Denn der Druck in den Lungenarterien lässt sich nicht so einfach wie der normale Blutdruck messen. Deshalb ist es wichtig, bei Beschwerden wie Kurzatmigkeit und geringer Leistungsfähigkeit, Lungenhochdruck als mögliche Ursache mit in Erwägung zu ziehen.
Die Abklärung sollte in einem spezialisierten Zentrum für pulmonale Hypertonie stattfinden. Erste Hinweise auf Lungenhochdruck kann ein EKG oder Röntgenbild geben, weil sich Folgen an Herz und Lunge zeigen. Zur weiteren Diagnose gehören Herz-Ultraschall sowie eine Computertomografie des Brustkorbs. Über eine Herzkatheteruntersuchung wird die Diagnose bestätigt. Nur so kann der Blutdruck im Herz-Lungen-Kreislauf gemessen und der Schweregrad eingestuft werden.
Lungenhochdruck kann gefährliche Folgen haben
Bei länger bestehendem Lungenhochdruck sind die Lungenarterien oft bereits krankhaft verändert. Das heißt, die Blutgefäße sind meist verengt, die Gefäßwände verdickt. Dadurch wird der Blutfluss durch die Lunge erschwert.
Nur noch wenige Meter kann Wilfried Hornschuch gehen, dann hat er keine Luft mehr. Er leidet an Herzschwäche. Wie ihm ein neues Medikament jetzt helfen soll.
18.05.2026 | 5:10 minDie rechte Herzhälfte muss dann deutlich mehr Druck aufbringen, also kräftiger pumpen, um genügend Blut durch die Lunge zu befördern. Dieser Vorgang führt beim Herzen zu den gefährlichen Folgen des Lungenhochdrucks, erklärt Leuchte.
Die permanente Mehrarbeit gegen den erhöhten Gefäßwiderstand im Lungenkreislauf erschöpft das Herz mit der Zeit.
Prof. Dr. Hanno Leuchte, Zentrum für pulmonale Hypertonie, Krankenhaus Neuwittelsbach
So könne es zu einer Herzschwäche, einer sogenannten Rechtsherzinsuffizienz, oder zu einem Herzversagen kommen, so der Internist.
Wie ein Lungenhochdruck entsteht
Eine pulmonale Hypertonie kann verschiedene Ursachen haben. Man unterscheidet daher auch verschiedene Formen des Lungenhochdrucks. Am häufigsten sind Herz- oder Lungenerkrankungen der Auslöser, etwa eine Schwäche des linken Herzens oder ein Herzklappenfehler.
Eine Lungenfibrose entwickelt sich meist unbemerkt. Das Lungengewebe vernarbt und das Atmen wird zunehmend anstrengend. Eine frühe Diagnose kann es ermöglichen, den Verlauf zu verlangsamen.
23.01.2026 | 5:13 minAuch eine Lungenfibrose sowie die chronische Lungenerkrankung COPD können dahinterstecken. Andere mögliche Auslöser sind Thrombosen, also Gefäßverschlüsse im Lungenkreislauf, oder unterschiedliche Infektionserkrankungen. In seltenen Fällen vermutet man genetische Auslöser oder die Ursache bleibt unbekannt.
COPD ist eine chronische Lungenerkrankung, die das Atmen dauerhaft erschwert. Wie telemedizinische Kontrollen helfen können, Atemnot vorzubeugen und Krankenhausaufenthalte zu verringern.
19.11.2025 | 5:00 minLungenhochdruck: Nicht heilbar, aber behandelbar
Lungenhochdruck ist eine fortschreitende Erkrankung. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. Die Therapie beginnt in der Regel bei der jeweiligen Grunderkrankung. Daher gibt es nicht eine einzige, sondern viele verschiedene Therapieformen.
Eine undichte Mitralklappe ist der zweithäufigste Herzklappendefekt. Allerdings kann dieser heute mit verschiedenen OP-Techniken gut und schonend behandelt werden.
31.01.2025 | 5:15 minLiegt ein Herzklappenfehler oder eine Thrombose vor, kann eine Operation notwendig sein. In anderen Fällen werden Medikamente eingesetzt, die die Lungenarterien erweitern, um den Blutdruck zu senken. Dennoch seien die Heilungsmöglichkeiten bei Lungenhochdruck stark begrenzt, so Leuchte.
Die meisten Formen der pulmonalen Hypertonie sind nicht heilbar, aber dauerhaft behandelbar.
Prof. Dr. Hanno Leuchte, Internist, Schwerpunkte Pneumologie und Kardiologie
In der Regel müsse man lebenslang Medikamente einnehmen. Laut Leuchte kann die Leistungsfähigkeit wieder steigen.
Die Trikuspidalklappe ist die größte der vier Herzklappen. Sie war bislang die einzige, die nicht mit einer minimalinvasiven OP ersetzt werden konnte. Ein neues Verfahren bringt Hoffnung.
09.01.2026 | 5:10 minForschungserfolge machen Hoffnung
In der Forschung gab es zuletzt große Fortschritte. So kann ein neues Medikament mit dem Wirkstoff Sotatercept die krankhaften Umbauprozesse und die Verengung der kleinen Lungengefäße stoppen und dadurch das Herz entlasten.
Bei einem anderen Ansatz setzt man darauf, bewährte gefäßerweiternde Wirkstoffe über die Atemwege als Aerosol direkt in die Lunge einzubringen, statt über den Blutkreislauf. So erreicht man eine höhere Wirksamkeit bei geringeren Nebenwirkungen.
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