Schlaganfall erkennen, handeln und Folgeschäden verhindern

Tag gegen den Schlaganfall:Warum bei einem Schlaganfall jede Minute zählt

von Silke Potthoff

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Ein Schlaganfall kann grundsätzlich jeden treffen. Schnelles Handeln entscheidet dann meist über Leben und Folgeschäden. Moderne Therapien verbessern die Chancen heute deutlich.

Schlaganfall erkennen und behandeln

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall. Er kann jederzeit passieren. Woran man ihn erkennt und wie man dann richtig reagiert.

08.05.2026 | 5:04 min

Bei einem Schlaganfall wird das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Ursache ist meist ein Blutgerinnsel, ein Thrombus, das ein Gefäß verstopft. Seltener ist eine Hirnblutung der Auslöser. Typische Anzeichen wie Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen treten meist ohne Vorwarnung auf.

Allein in Deutschland erleiden jährlich etwa 270.000 Menschen einen Schlaganfall. 40 Prozent der Patienten versterben innerhalb des ersten Jahres an den Folgen. Schlaganfälle sind damit die dritthäufigste Todesursache. Rund 60 Prozent der Überlebenden sind ein Jahr nach dem Schlaganfall auf Weiterführung der Rehabilitation, Hilfsmittel oder Pflege angewiesen.

Eine Frau hilft einem Mann bei Krankengymnastik-Übungen.

Nach einem Schlaganfall ist das Risiko für Komplikationen stark erhöht. Auch die Gefahr für einen weiteren steigt. Wie eine gezielte Nachsorge das Risiko senken kann.

29.10.2025 | 5:01 min


Schlaganfall: Schnelle Hilfe ist entscheidend

Je länger bei einem Schlaganfall die Durchblutung gestört ist, desto mehr Nervenzellen sterben im Gehirn unwiederbringlich ab.

Das Tückische: Ein Schlaganfall kann jederzeit auftreten - auch im Schlaf. Betroffene bemerken mögliche Symptome dann oft erst Stunden später. Dadurch geht wertvolle Zeit verloren, in der eine Behandlung besonders wirksam wäre.

Umso wichtiger sei es, auch unspezifische Beschwerden ernst zu nehmen, etwa eine einseitige Schwäche oder Sprachprobleme nach dem Aufwachen, sagt Andreas Meisel, Neurologe an der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Wenn jemand am Abend ohne ein Symptom ins Bett geht und am nächsten Morgen eins hat, dann ist das ein Schlaganfall. Bis zum Beweis des Gegenteils.

Prof. Dr. Andreas Meisel, Neurologe

Schon beim kleinsten Verdacht sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden. Auf keinen Fall darf man abwarten. Mithilfe des FAST- oder BE-FAST-Tests können auch Laien typische Anzeichen erkennen.

Der BEFAST-Test (erweitert aus FAST) ist ein kurzes, präzises Verfahren zur Erkennung eines Schlaganfalls. Prüfen Sie Balance (B), Eyes/Augen (E), Face/Gesicht (F), Arms/Arme (A), Speech/Sprache (S) und Time/Zeit (T). Bei Auffälligkeiten: Sofort 112 rufen!

Schlaganfall, TIA oder Aneurysma

Von einem Schlaganfall zu unterscheiden ist die sogenannte transitorische ischämische Attacke (TIA). Sie verursacht ähnliche Symptome, die jedoch vorübergehend sind und meist innerhalb von 24 Stunden wieder verschwinden. Eine TIA ist ein ernstes Warnsignal für einen möglichen Schlaganfall und sollte dringend neurologisch abgeklärt werden.

Stummer Schlaganfall

Stumme Schlaganfälle können für das Gehirn eine große Gefahr darstellen. Warum sie nur schwer zu erkennen sind.

09.05.2025 | 5:19 min

Auch ein Aneurysma kann als Ursache für einen Schlaganfall eine Rolle spielen. Dabei handelt es sich um die Aussackung einer Gefäßwand im Gehirn. Reißt das Gefäß, kommt es zu einer meist schweren Hirnblutung.

Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für einen Schlaganfall. Er schädigt die Gefäßwände dauerhaft und begünstigt sowohl Gefäßverschlüsse als auch Blutungen im Gehirn. Zudem erhöht Vorhofflimmern das Risiko für einen Schlaganfall deutlich. Dabei können sich Blutgerinnsel im Herzen bilden und mit dem Blutstrom in das Gehirn gelangen.

Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus und erhöhte Cholesterinwerte fördern Ablagerungen in den Gefäßen (Arteriosklerose) und verschlechtern die Durchblutung. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Gefäß im Gehirn verengt oder komplett verschlossen wird.

Ein ungesunder Lebensstil verstärkt das Risiko zusätzlich. Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine unausgewogene Ernährung wirken sich negativ auf Herz und Gefäße aus. Hinzu kommt: Mit zunehmendem Alter steigt das Schlaganfallrisiko, da Gefäße an Elastizität verlieren und Vorerkrankungen häufiger werden.


So wird ein Gefäßverschluss behandelt

Die Behandlung eines Schlaganfalls hängt von der Ursache ab, die durch bildgebende Verfahren festgestellt wird. Auch die seit Symptombeginn vergangene Zeit spielt eine wichtige Rolle.

Bei einem Gefäßverschluss kann eine sogenannte Thrombolyse (Lysetherapie) helfen. Dabei wird das Blutgerinnsel medikamentös aufgelöst. Die Therapie ist normalerweise nur innerhalb von viereinhalb Stunden möglich.

Verengte Halsschlagader

Eine Verengung der Halsschlagader ist tückisch. Oft wird sie erst diagnostiziert, wenn es zu einem Schlaganfall gekommen ist.

03.02.2025 | 4:40 min

Eine weitere Methode ist die Thrombektomie. Sie kommt vor allem bei größeren Gefäßverschlüssen infrage und kann noch einige Stunden nach dem Ereignis durchgeführt werden. Dafür wird ein Katheter über die Leistenarterie bis in das verschlossene Gefäß im Gehirn geschoben, erklärt Eberhard Siebert, Neuroradiologe an der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Bei der Thrombektomie wird das Blutgerinnsel mechanisch entfernt.

Prof. Dr. Eberhard Siebert, Neuroradiologe

Auch bei einer Thrombektomie ist Zeit ein entscheidender Faktor: Je schneller die Behandlung erfolgt, desto weniger Gehirnzellen werden durch die Minderdurchblutung dauerhaft geschädigt.

Wie eine Hirnblutung behandelt wird

Ist eine Hirnblutung die Ursache für den Schlaganfall, werden zunächst die lebenswichtigen Funktionen stabilisiert. Anschließend wird die Blutung möglichst schnell gestoppt und der Hirndruck gesenkt, etwa durch blutdrucksenkende Medikamente. Je nach Lage und Ausmaß kann ein neurochirurgischer Eingriff zur Entfernung des Blutes oder zum Verschluss der Blutungsquelle erforderlich sein.

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall. Betroffene und Angehörige sollten mögliche Anzeichen immer ernst nehmen und den Notruf wählen. Dank schneller Hilfe und moderner Medizin bestehen heute gute Chancen, schwere Folgen zu vermeiden.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 08.05.2026, ab 09:05 Uhr.

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