Asthma und Sport: So kann Bewegung der Lunge helfen

Aktiv mit chronischer Atemwegserkrankung:Warum Sport bei Asthma wichtig ist

von Laren Müller

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Sport trotz Asthma? Die Angst vor einem akuten Asthmaanfall bremst viele Betroffene aus. Warum regelmäßiger Sport für Asthmatiker sinnvoll ist und was sie dabei beachten sollten.

Frau fährt Rennrad und nutzt ein Asthmaspray.

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In Deutschland leben etwa acht Millionen Menschen mit Asthma bronchiale, einer chronischen Atemwegserkrankung. Rund 80 Prozent von ihnen hatten schon Belastungsasthma, also einen Asthmaanfall infolge körperlicher Anstrengung, etwa beim Sport. Lange hielt sich deshalb der Mythos, Asthmatiker müssten sich körperlich schonen.


Sport bei Asthma hat viele Vorteile

Trotz möglicher Belastungssymptome wäre es für Asthmatiker fatal, auf Sport zu verzichten. Allerdings neigen manche aus Angst dazu, dauerhaft auf einem Leistungsniveau zu trainieren, das unter ihren eigentlichen Möglichkeiten liegt, sagt Thomas Bahmer von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin.

Die Diagnose Asthma sollte niemanden dazu bringen, sich in seiner sportlichen Entfaltung einzuschränken.

Prof. Dr. Thomas Bahmer, Lungenfacharzt

Bahmer müsse seine Patienten häufig darauf hinweisen, dass auch eine hohe Intensität und sogar Leistungssport mit der Krankheit möglich sind. Studien zeigen zudem, dass Asthmatiker von körperlicher Aktivität profitieren und Atemnot seltener auftritt - auch der Medikamentenbedarf kann deutlich sinken.

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Was bei einem Asthma-Anfall passiert

Bei Asthma bronchiale handelt es sich um eine chronische Entzündung der Atemwege. Dabei reagieren die Bronchien überempfindlich auf Infekte und auf Umweltreize wie Pollen, Kälte, Tabakrauch oder Abgase.

Bei einem akuten Asthmaanfall verkrampft die Muskulatur, die die Bronchien ringförmig umschließt. Dadurch verengen sich die Atemwege. Die ohnehin chronisch entzündeten Schleimhäute in den Bronchien schwellen stark an. Zudem produzieren die Zellen in den Atemwegen übermäßig viel zähen Schleim.

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Während eines akuten Asthmaanfalls fällt Betroffenen vor allem das Ausatmen schwer. Dabei ist oft ein Pfeifen oder Brummen zu hören. Häufig tritt auch ein hartnäckiger Husten und ein Engegefühl im Brustkorb auf.

Die Diagnose von Asthma basiert auf der gründlichen Anamnese, körperlichen Untersuchungen und Lungenfunktionstests. Ein wichtiges Instrument ist die Spirometrie, bei der Lungenvolumen und Luftstrom gemessen werden. Ergänzend kann mit der Bodyplethysmographie dargestellt werden, wie weit die Atemwege verengt sind. Bei einem Reversibilitätstest mit Asthmaspray kann geprüft werden, ob sich die Atemwege sofort erweitern - ein typisches Zeichen für Asthma. Fast 90 Prozent der Erkrankung sind allergisch bedingt. Daher gehört auch ein Allergietest zur Diagnose.


So wird Asthma behandelt

Ziel der Therapie ist es, Asthmaanfälle zu vermeiden und die Erkrankung zu kontrollieren. Langzeitmedikamente, die täglich inhaliert werden, enthalten meist Kortison und bekämpfen gezielt die chronische Entzündung.

Bedarfsmedikamente dagegen werden nur bei akuter Atemnot eingesetzt. Sie wirken innerhalb weniger Minuten bronchienerweiternd.

Wie Medikamente dosiert und angewendet werden, hängt von der Häufigkeit und Stärke der Symptome ab. Bei schwerem Asthma kann mit sogenannten Biologika behandelt werden.

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Was Sport bei Asthma bewirkt

Regelmäßige Bewegung ist längst ein wesentlicher Baustein in der Asthmatherapie. Sport stärkt die Atemmuskulatur, verbessert die Sauerstoffaufnahme des Körpers und macht die Bronchien langfristig widerstandsfähiger gegenüber Belastungsreizen.

Körperliche Bewegung hilft außerdem, Entzündungsprozesse im Körper und damit auch in der Lunge zu reduzieren, erklärt Bahmer.

Asthmatiker, die Sport treiben, haben häufig eine bessere Körperwahrnehmung. Sie können Symptome früh deuten und rechtzeitig ohne Medikamente gegensteuern.

Prof. Dr. Thomas Bahmer, Pneumologe

Etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen mit Asthma ist dauerhaft vom Sportunterricht befreit - meist auf Wunsch der Eltern. Der Pneumologe hält dies für wenig sinnvoll. Solange das Kind symptomfrei sei und das Notfallspray griffbereit habe, sei Sport auch für Kinder mit Asthma wichtig, so Bahmer.

Bevor Betroffene regelmäßig Sport treiben, ist im Vorfeld ein ärztlicher Check-up beim Lungenfacharzt ratsam, auch um die Medikation präzise abzustimmen. Betroffene sollten zudem Folgendes beachten:

  • Das Notfallspray sollte grundsätzlich bei jedem Training mitgeführt werden. In Absprache mit dem Lungenarzt, kann unter Umständen die prophylaktische Anwendung des Bedarfssprays vor dem Training sinnvoll sein.
  • Aufwärmen und ein moderater Start sind Voraussetzung, um die Bronchien auf die Belastung vorzubereiten.
  • Bei ersten Anzeichen von Atembeschwerden sollte das Training sofort reduziert, angepasst oder abgebrochen werden.
  • Wichtig ist ein Trigger-Management. Bekannte Auslöser wie Pollenflug oder extreme Kälte sollten gemieden und alternativ Indoor-Sport betrieben werden.


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Welche Sportarten sich bei Asthma eignen

Empfehlenswert sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren, Joggen oder Walking, da Atemmuskulatur und Bronchien dabei gleichmäßig und schonend belastet werden.

Auch Yoga und Pilates sind vorteilhaft. Sie verbinden körperliche Aktivität mit gezielter Atemkontrolle und Entspannung. Zudem kräftigen sie die Rumpfmuskulatur und dehnen bei bestimmten Übungen den Brustkorb.

Je nach Symptomen könnten Asthmatiker auch Mannschaftssport ausüben, erklärt Thomas Bahmer. Wichtig sei, dass die Sportart Spaß mache, so der Pneumologe, und Betroffene sich regelmäßig bewegen.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 05.05.2026, ab 09:05 Uhr.

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