Einheitliche Nummern für den Notruf :110 und 112: So erreichen Sie schnell Polizei und Feuerwehr
von Christopher Emmerling
110 und 112 - die Notrufnummern werden jedem Kind früh beigebracht. Doch es war in Deutschland nicht immer einheitlich geregelt. Was man bei einem Notruf beachten muss.
Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Doch viele sind unsicher: Was gilt eigentlich als Notfall? Und wann sollte man die Rettungskräfte alarmieren? Informationen zum Europäischen Tag des Notrufs.
11.02.2026 | 1:59 minWie kam es zu den einheitlichen Nummern für Notrufe?
Ausgangspunkt ist ein Unfall am 3. Mai 1969. Der damals achtjährige Björn Steiger war auf dem Weg vom Schwimmbad nach Hause, als er beim Überqueren der Straße von einem Auto erfasst wurde. Etwa eine Stunde dauerte es, bis der Rettungswagen am Unfallort eintraf. Der Junge starb noch im Rettungswagen.
Zu dieser Zeit gab es in Deutschland kein gut funktionierendes Rettungssystem. Vor allem in ländlichen Gebieten musste man die Nummer der Polizei oder von einem Krankenhaus noch im Telefonbuch nachschlagen. In der DDR war die 110 für Polizei und 112 für die Feuerwehr bereits seit 1958 gültig.
Rund um die Uhr sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr bereit. In Düsseldorf begleiten wir Felix Kehnen und sein Team bei ihrem spannenden Arbeitstag.
26.11.2025 | 9:43 minNach dem Unfall ihres Sohnes wurden Ute und Siegfried Steiger zum Motor für ein besseres Rettungswesen mit einheitlichen Notrufnummern. Noch im selben Jahr gründeten sie den Vorläufer der heutigen Björn-Steiger-Stiftung.
Im Frühjahr 1973 wurden die Notrufnummern 110 und 112 in allen Ortsnetzen der Deutschen Bundespost im damaligen Bundesgebiet Nordwürttemberg eingeführt. Als die bundesweite Einführung scheiterte, klagte Siegfried Steiger - und erreichte eine breite Unterstützung in der Öffentlichkeit. Am 20. September 1973 wurde die Einführung des Notrufes für Deutschland auf einer Sitzung der Ministerpräsidenten mit dem damaligen Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) beschlossen. Bis in West-Deutschland die 110 und 112 nach dem Beschluss von 1973 tatsächlich überall verfügbar war, dauerte es noch einige Jahre. Das letzte Ortsnetz wurde der Björn-Steiger-Stiftung zufolge Ende 1979 damit ausgestattet.
Rettungseinsätze mit dem Krankenwagen sind Ausnahmesituationen und können schnell überfordern. Auch im Rettungsfall haben Patienten Rechte und können etwa über ihre Behandlung mitbestimmen.
29.08.2025 | 5:10 minWie oft werden die Notrufnummern heutzutage genutzt?
Pro Tag werden in Deutschland durchschnittlich 70.000 bis 80.000 Notrufe abgesetzt, wie die Deutsche Telekom mitteilt. 2025 waren es insgesamt 31,5 Millionen. 72 Prozent aller Notrufe in Deutschland laufen über das Mobilfunk-Netz.
Geht ein Notruf per Smartphone bei der 112 ein, wird der exakte Standort des Anrufenden automatisch mitgeschickt und alle 20 Sekunden aktualisiert. Dadurch können Feuerwehr, Notarzt und Rettungswagen den Unglücksort sehr schnell finden. Da ein Großteil der Handys über eine Kamera verfügt, diskutieren Expertinnen und Experten, ob und wie solche Notrufe auch als Videogespräch stattfinden können. Der direkte Blick auf den Einsatzort könnte die Rettungskette entlasten oder verbessern.
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Ersthelfer aus der Umgebung können die Zeit überbrücken, bis der Notarzt eintrifft - und so Leben retten.
11.02.2025 | 5:29 minDiese Informationen sind beim Notruf wichtig
Bei einem Notfall zählt jede Sekunde. Folgende Informationen sollte man durchgeben, dabei die Gesprächsführung aber dem Disponenten in der Leitstelle überlassen:
Der Ort des Ereignisses sollte so genau wie möglich angegeben werden. Neben Straßenname und Hausnummer sollte das bei Wohnungen auch das Stockwerk sein. Am besten auch Besonderheiten wie Hinterhof nennen. Außerhalb von Ortschaften möglichst den Straßentyp und Kilometerangaben mitteilen.
Geben Sie neben Ihrem Namen auch Ihren Standort sowie eine Telefonnummer für Rückfragen an.
Beschreiben Sie knapp, was geschehen ist und was Sie sehen.
Schätzen Sie, wie viele Personen von dem Notfall betroffen sind und welche Verletzungen vorliegen. Bei Kindern hilft auch das geschätzte Alter.
Nach dem Mitteilen der wichtigsten Informationen warten Sie bitte noch, ob es Rückfragen gibt.
Im Ernstfall sind klare Informationen für die Rettungskräfte entscheidend. Arzt und Medizinjournalist Christoph Specht erklärt, wie man einen Notruf richtig absetzt und wann andere Anlaufstellen sinnvoller sind.
11.02.2026 | 6:45 minGilt die 112 auch in anderen Ländern?
Seit 2009 gilt die Notrufnummer 112 in allen EU-Mitgliedstaaten. Nicht alle EU-Bürgerinnen und -Bürger wissen das. Denn in 19 der 27 Länder gibt es neben der 112 weitere nationale oder regionale Notrufnummern. Deren Nutzung jedoch geht anscheinend zurück, wie ein aktueller Bericht der Europäischen Kommission nahelegt. Auch in Ländern, die nicht der EU angehören, gilt die 112, darunter etwa Großbritannien, Liechtenstein und die Schweiz.
In Saarbrücken hat eine Schule das Fach "Blaulicht" eingeführt. Es soll den Schülern Alltagsfertigkeiten näher bringen - von Erste Hilfe bis zum Verhalten bei Stromausfällen und anderen Notlagen.
25.11.2025 | 1:49 minSoll man bei akuten Gesundheitsproblemen immer die 112 anrufen?
Nein. Die stark vereinfachte Faustregel lautet: Besteht ein akuter oder sogar lebensbedrohlicher Notfall, sollte der Notruf 112 angerufen werden. Das gilt etwa für Atemstillstand, Schock, Herz-Kreislaufstillstand, starke Blutungen und Verbrennungen, schwere Unfallverletzungen und akute Vergiftungen.
Wenn nicht gerade Lebensgefahr besteht und alle Arztpraxen geschlossen sind, sollten Betroffene den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 anrufen. Wer sich unsicher ist, sollte im Zweifelsfall aber die 112 anrufen. Die entsprechende Leitstelle wird dann entscheiden, ob es sich wirklich um einen medizinischen Notfall handelt oder nicht.
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